Kokain-Konsumenten haben ein höheres Schlaganfall-Risiko

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Rainer Muller
Rainer Mullerhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Kokain-Konsumenten haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen akuten Schlaganfall zu bekommen. Das höchste Risiko entsteht durch das Kokain-Rauchen.

Unter dem Strich sind bei jungen Menschen heutzutage immer häufiger Drogen wie Kokain die Ursache für einen Schlaganfall. Im Grunde genommen leben Kokain-Konsumenten aber jedenfalls sehr ungesund. Denn neben dem höheren Hirninfarktrisiko können auch heftige Nebenwirkungen wie Schädigungen der Schleimhäute und Atembeschwerden auftreten. Es kommt weiter zu einem Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Das führt wiederum zu einem signifikanten Anstieg des Herzzeitvolumens (CO) sowie des myokardialen Sauerstoffbedarfs. Jedenfalls können durch die akuten hämodynamischen Wirkungen auch Herzrhythmusstörungen sowie sogar Herzanfall auftreten. Schließlich sind auch begleitende Psychosen nicht selten.



 

Höheres Schlaganfall-Risiko

Im Grunde genommen erhöht ein Drogenmissbrauch mit verschiedenen Substanzen vor allem bei jungen Menschen das Risiko für einen Schlaganfall. Das zeigte jetzt eine große internationale Studie. Die wichtigsten mit Schlaganfall verbundenen Wirkstoffklassen sind Kokain, Amphetamine, Heroin und Morphin sowie androgene anabole Steroide. Aber auch Cannabis und neue synthetische Cannabinoide erhöhen das Risiko. Das ist noch weniger bekannt unter jungen Konsumenten. Aufgrund von Drogenmissbrauch entstehen hierzu sowohl ischämische als auch hämorrhagische Schlaganfälle.

In einer Untersuchung haben US-Forscher jedenfalls unlängst genauer untersucht, wie hoch das Schlaganfall-Risiko für Kokain-Konsumenten. Schon lange wird vermutet, dass Kokain mit Schlaganfällen in Zusammenhang steht und Kokain-Konsumenten ein höheres Schlaganfall-Risiko haben.

Die Wissenschaftler haben dazu eine Fall-Kontroll-Studie durchgeführt. Die eine Studiengruppe bildeten über 1.000 jungen Erwachsene, die aufgrund eines Schlaganfalls stationär aufgenommen werden mussten. In der Kontrollgruppe waren über 1.100 Personen ohne akuten Schlaganfall. Dabei konnten man beide Studiengruppen durchaus hinsichtlich des Alters, der Geschlechterverteilung und der Wohngegend vergleichen. Zudem war auch der Anteil an Personen mit Kokainerfahrung in beiden Gruppen etwa gleich groß.

 

Kokain-Konsumenten haben fast 6-fach höheres Schlaganfall-Risiko innerhalb von 24 Stunden nach dem Kokainkonsum

In der Schlaganfall-Gruppe war der Anteil an Personen, die mehr als einmal pro Woche gekokst haben, jedenfalls deutlich höher. Wobei 26 der Kokain-Konsumenten, die einen Schlaganfall erlitten hatten, innerhalb der letzten 24 Stunden vorher Kokain konsumierten.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler fanden heraus, dass Kokain-Konsumenten innerhalb von 24 Stunden nach dem Kokainkonsum ein 5,7-fach erhöhtes Risiko für einen akuten Schlaganfall haben, wobei auch Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Bluthochdruck eine Rolle spielten. Bei den akuten Schlaganfall-Fällen erkrankten die Kokain-Konsumenten sogar innerhalb der ersten sechs Stunden nach dem Konsum, wobei Kokain-Rauchen das höchste Schlaganfall-Risiko hatte, aber auch der Konsum durch die Nase mit einem signifikant erhöhten Schlaganfall-Risiko vergesellschaftet war.



Kokain belastet Herz und Gefäße sehr

Experten vermuten, das das erhöhte Schlaganfall-Risiko für Kokain-Konsumenten vermutlich auf die negativen Effekte von Kokain auf das menschliche Gefäßssystem zurückzuführen ist. Denn das Kokain hat eine gefäßverengende Wirkung und fördert die Entstehung der Arteriosklerose mit Verkalkung der Gefäße. Grund für einen akuten, sogenannten ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) ist eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns. Und die wird meist durch Einengungen oder Verschlüsse der hirnversorgenden Arterien verursacht.

Literatur:

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