Hochpathogenen Grippevirus erkennen

Frühzeitig einen hochpathogenen Grippevirus erkennen, ist bedeutend zur Verhinderung von Pandemien. © Creations / shutterstock.com

Frühzeitig einen hochpathogenen Grippevirus erkennen, ist bedeutend zur Verhinderung von Pandemien. © Creations / shutterstock.com

Einen Grippevirus sollte man frühzeitig erkennen. Kürzlich wurde nun eine Methode zur Abschätzung des pandemischen Risikos von Vogelgrippeviren entwickelt.

Der Mangel an wirksamen antiviralen Medikamenten und Impfstoffen bei der Grippevirus-(Influenza-A-Virus{IAV})-Pandemie im Jahre 2009, die Ebolavirus(EBOV)-Epidemie in Westafrika, sowie der derzeitige Ausbruch des „Middle Eastern Respiratory Syndrome“-Coronavirus (MERS-CoV) zeigen, dass die Welt nur ungenügend auf das Auftreten neuer Infektionskrankheiten vorbereitet ist und die wirksame Bekämpfung solcher Bedrohungen noch immer eine große Herausforderung darstellt.

DAs Hochpathogene Vogel-Grippevirus des H5N1-Typs ist eine sehr ernste Bedrohung für den Menschen. Diese sogenannten aviären Influenzaviren werden zwar bislang nur vereinzelt auf Menschen übertragen, führen dann aber zu Erkrankungen mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 60 Prozent. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die H5N1-Viren durch Mutationen weiterentwickeln und zunehmend leichter auf den Menschen übertragen werden können. Das gilt insbesondere für H5N1-Viren in Ägypten – ein Gebiet, das sich zu einem möglichen Epizentrum einer neuen Influenzapandemie entwickeln könnte. Ein besseres Verständnis der molekularen Grundlagen der Evolution von Influenzaviren ist daher von zentraler Bedeutung für die frühzeitige Erkennung von hochpathogenen Influenzaviren und die effiziente Bekämpfung und Eindämmung möglicher Epidemien oder gar Pandemien. Ein neuentwickeltes soll zukünftig das pandemische Potenzial von Influenzaviren vorhersagen können.

 

Grippevirus-Mutationen besser einschätzen

Durch die kombinierte Anwendung einer rechnergestützten Technik (ISM) und molekularvirologischer Methoden haben Forscher ein Werkzeug entwickelt und validiert, mit dem man mögliche biologische Auswirkungen von natürlich vorkommenden Mutationen, wie sie beispielsweise in H5N1-Viren in Ägypten gefunden wurden, einschätzen kann. So lassen sich mit der ISM-Technik unter den zahlreichen Influenzaviren, die in Vögeln oder anderen tierischen Wirten zirkulieren, diejenigen Viren identifizieren, die besonders effizient auf den Menschen übertragen werden können und damit möglicherweise ein pandemisches Potential besitzen.

Literatur: „In silico prediction and experimental confirmation of HA residues conferring enhanced human receptor specificity of H5N1 influenza A viruses“, von S. Schmier, A. Mostafa, T. Haarmann, N. Bannert, J. Ziebuhr, V. Veljkovic, U. Dietrich, S. Pleschka; erschienen am 19. Juni 2015 im Journal „Scientific Reports“ der Nature Publishing GroupDOI: 10.1038/srep11434

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