Hirnscan bei Frühchen mit MRT zeigt Risiko für Entwicklungsstörungen

Frühchen © chaikom / shutterstock.com

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Mittels MRT-Hirnscan kann gezeigt werden, ob das Gehirn eines Frühchens beschädigt ist und ob das Kind eine geistige oder Bewegungsstörung entwickeln könnte.

Ein einfacher Hirnscan kann zeigen, ob das Gehirn eines frühgeborenen Säuglings beschädigt ist. Außerdem liefern die Bilder Hinweise darauf, ob das Kind eine geistige oder Bewegungsstörung entwickeln könnte. Experten begrüßen den Einsatz bildgebender Verfahren, um die Gehirne von Frühgeborenen zu beurteilen. Denn damit können sie mögliche Entwicklungsstörungen früh erkennen und wenn möglich auch behandeln.

In unseren Breiten kommen heute etwa eins von zehn Babys vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Wobei heute aufgrund zahlreicher medizinischen Innovationen sogar jene Frühchen überleben können, die in der 24. Woche geboren werden.

Allerdings je früher das Neugeborene auf die Welt kommt, umso größer ist auch das Risiko für einen Hirnschaden. Denn die gesunde kindliche Entwicklung kann dann erheblich beeinträchtigt sein.
Unter dem Strich kann der Hirnscan die Lage und das Ausmaß der Schäden zeigen. Weiter kann er Auskunft darüber geben, wie groß das Risiko auf eine spätere Entwicklungsstörung ist.

 

Hirnscan mittels Magnetresonanztomografie

In einer Untersuchung untersuchte ein kanadisches Team in einem Zeitraum von sieben Jahren 58 Frühchen. Dabei kamen die Kinder mit Verletzungen in der weißen Gehirnsubstanz zur Welt. Mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) bestimmten sie die Lage der Verletzungen in der 32. Woche nach der Geburt.

Im Alter von 18 Monaten beurteilten die Experten dann die geistigen und motorischen Fähigkeiten der Kinder. Die Ergebnisse zeigen, dass die Position der Verletzungen Auskunft über Art und Ausmaß möglicher Entwicklungsstörungen geben kann.

Wenn die Schäden hauptsächlich im Stirnlappen des Gehirns lagen, stieg das Risiko auf geistige Entwicklungsrückstände um einen Faktor von 79. Das Risiko auf Bewegungsstörungen vergrößerte sich um das 64-fache.

 

Atemprobleme und Hirnschäden in der weißen Substanz des Gehirns

Jedenfalls können Frühgeborene oft nicht richtig atmen, da ihre Lunge noch nicht vollständig entwickelt ist. Außerdem können die zarten Blutgefäße, die das unreife Gehirn mit Sauerstoff versorgen, leicht reißen. Deswegen kann es zu Hirnblutungen und Sauerstoffmangel kommen. Und zwar vor allem in der sogenannten weißen Substanz des Gehirns.

Die weiße Substanz des Gehirns besteht aus den Axonen und Dendriten der Nervenzellen. Dies sind die Ausläufer der Nervenzellen, die elektrische Impulse weiterleiten und verschiedene Hirnregionen miteinander vernetzen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Gehirnzellen von Frühgeborenen weniger Verbindungen bilden als bei Kinder, die zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Je nachdem, in welcher Hirnregion die Schäden auftreten, können sich bestimmte kognitive Funktionen nicht normal entwickeln.

 

MRT-Hirnscan zur Prognose

Im Grunde genommen eignet sich ein MRT-Hirnscan hervorragend, um die Gehirne von Frühgeborenen auf Schäden zu untersuchen. Denn im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren – wie etwa Röntgenstrahlen – sind die bildgebenden Magnetwellen für das Neugeborene harmlos. Dabei erstellt das MRT wesentlich genauere Bilder als zum Beispiel eine Untersuchung per Ultraschall.

Literatur:

T. Guo et al., Quantitative assessment of white matter injury in preterm neonates, Neurology, Published online before print January 18, 2017. doi: http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0000000000003606

C Rogers et al., Regional white matter development in very preterm infants: perinatal predictors and early developmental outcomes, Pediatr Res. 2016 Jan; 79(1-1):87-95. doi: 10.1038/pr.2015.172

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