Bei einer Verätzung richtig reagieren und die Verletzung versorgen

Auch chemische Substanzen können zu Verätzungen und Vergiftungen führen. © Sensay / shutterstock.com

Mit Wasser spülen – im Mund aber nicht hinunter schlucken – und sofort Hilfe holen. Das sind die richtigen Erstmaßnahmen, um Verätzungen zu versorgen.

Verätzungen – Gewebezerstörungen – entstehen meist durch die Einwirkung von Laugen (beispielsweise durch Waschmittel) oder durch Säuren (beispielsweise durch Reinigungsmittel) oder anderen ätzenden Stoffen wie Benzin oder Alkohol. Ärztliche Hilfe ist nach Verätzungen immer notwendig, um den Körper zu versorgen. Der Schweregrad der Verätzung ist abhängig von Menge, Konzentration und der Dauer der Einwirkung des ätzenden Stoffes.

 

Verätzungen von Haut, Augen, Mund- sowie Verdauungsbereich

Am häufigsten treten Verätzungen auf der Haut, in und an den Augen, im Mund- sowie im Verdauungsbereich auf. Verätzungen der Haut sind an deren Rötung und Schwellung zu erkennen. Die Schmerzen durch eine Verätzung nehmen zu, solange die ätzende Substanz wirkt. Tiefe Wunden vergrößert die Gefahr von Infektionen, bei großflächigen Wunden droht sogar ein Schock. Ein meist plötzlich einsetzendes, lebensbedrohliches Kreislaufversagen.

Auch chemische Substanzen können zu einer Verätzung oder Vergiftung führen; sie werden über die Haut aufgenommen, beispielsweise durch Kleidungsstücke. Die mit der Substanz getränkte Kleidung sollte man sofort entfernen. Dann sollte man die Haut sollte mit reinem Wasser abgespülen, wenn möglich sollte man auch einen keimfreien Verband angelegen. Gegebenenfalls sollte eine Schockbekämpfung durchgeführt und der Notarzt gerufen werden.

 

Verätzung des Auges versorgen

An krampf­artigem Zukneifen der Augenlider, Tränenfluss, Rötung und Schwellung sind Verätzungen des Auges zu erkennen. Verätzungen können zu Hornhautschädigung bis zur Erblindung führen. Auch bei einer Verätzung des Auges sollte man über einen längeren Zeitraum mit Wasser ausspülen.

Wenn man bei einem Verletzten eine Verätzung des Auges als erstversorgen muss, so sollte man diesen auf den Boden legen und den Kopf auf die Seite des verätzten Auges gedreht werden. Sichtbare Bestandteile wie Kalkbrösel oder Ähnliches sollten mit einem passenden Tuch vorsichtig entfernt werden.

Zum Ausspülen spreizt man mit zwei Fingern die Lider des Auges und spült dann Wasser in den inneren Augenwinkel. Dadurch können durch das Wasser die verätzenden Rückstände über den Augapfel und den äußeren Augenwinkel abfließen. Weiter sollte man auch beide Augen keimfrei abdecken. Dann sollte man wiederum notwendige Maßnahmen zur Schockbe­kämpfung setzen. Beispielsweise gehört dazu, den Schockpatienten in Schocklage bringen beziehungsweise bei Bewusstlosigkeit in eine stabile Seitenlage. Schließlich muss man dann den Notarzt rufen.

 

Verätzungen des Verdauungstrakts und im Mund versorgen

Grundsätzlich verur­sachen Verätzungen des Verdauungstrakts heftige Schmerzen, vermehrten Speichelfluss, Schluckstörungen, massives Erbrechen und Veränderungen der Schleimhäute durch weißliche Beläge oder Blutungen. Durch eine Verätzung können starke narbige Verengungen in der Speiseröhre entstehen, wodurch die Speiseröhre für Speisen unpassierbar wird. Klares Wasser in kleinen Schlucken verdünnen die verschluckte Substanz, ein Erbrechen sollte vermieden werden. Denn wenn Magensäure erneut in die Speiseröhre und den Mund gelangt, kann es zu einer neuen Verätzung kommen.

Bei einer Verätzung im Mund sollte man diesen mit Wasser ausspülten – und zwar ohne dabei das Wasser zu schlucken. Dies passiert manchmal durch Flaschen, in denen sich nicht die gewünschte Flüssigkeit befindet.


Weitere Informationen:

https://www.uniklinikum-leipzig.de/r-erste-hilfe-tipps.html?kategorie_id=7&modus=detail&type=adults

https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/der-kleiner-lebensretter/veraetzungen/

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