Hilfe bei Grippe sowie Erkältung mit Husten und Schnupfen

Erkältung (grippaler Infekt), Schnupfen, Husten und Grippe © shumo4ka / shutterstock.com

Erkältung (grippaler Infekt), Schnupfen, Husten und Grippe © shumo4ka / shutterstock.com

Im kalten Herbst und Winter suchen sehr viele Menschen Hilfe bei Arzt und Apotheker gegen Schnupfen, Husten und Grippe sowie anderen assoziierten Symptomen.

Die Suche nach Hilfe bei Schnupfen, Husten und grippalen Infekten und Grippe führen bei Arzt und Apotheker zur Hochsaison. Mit dem Beginn der feuchtkalten Jahreszeit kommt es jedes Jahr immer wieder zum vermehrten Auftreten von Erkältungen und grippalen Infekten. Wenn Schnupfen beziehungsweise die Nase zu rinnen beginnt, so glaubt man oft vorschnell an den Anmarsch der nächsten Grippewelle. Dabei handelt es sich bei Schnupfen und Husten in der überwiegenden Zahl meist um harmlose Virusinfektionen, die mit einer echten Grippe nichts zu tun haben.

Im Durchschnitt ist jeder Erwachsene drei bis fünfmal im Jahr erkältet, ein Kleinkind sogar bis zu siebenmal. Wenn man bedenkt, dass Erkältungen bis zu fünfzig Prozent aller Krankenstände ausmachen, sind die viralen Infekte doch ein ernstzunehmendes Problem in unserer Gesellschaft.

Als Hauptursache für Erkältung gilt gerade in den Wintermonaten die feuchtkalte Witterung, die das körpereigene Immunsystem schwächt. Die Unterkühlung bremst die Abwehrkräfte unseres Organismus, sodass er den eindringenden Viren weniger Widerstand entgegensetzen kann.

 

Die häufigsten Schnupfen-Viren

Mehr als zweihundert verschiedene Viren können Erkältungen hervorrufen. Die größte Gruppe dabei sind die Rhinoviren, die für zirka ein Drittel aller grippalen Infekte verantwortlich sind und speziell im Sommer und Frühherbst aktiv werden.

Die Coronaviren treiben bei den im Winter und Frühling auftretenden Schnupfenepidemien ihr Unwesen. Daneben gibt es noch eine Reihe von anderen viralen Keimen, die Symptome eines grippalen Infektes auslösen. Dazu zählen Coxackie-, Echo- und Adenoviren. Trotz der schon enormen Kenntnisse der modernen Medizin kann für mehr als die Hälfte der Schnupfenerkrankungen die genaue Ursache aber nicht festgestellt werden.

Am Anfang einer Erkältung befallen Schnupfenviren die Nasenschleimhaut. Da diese Viren Feuchtigkeit und Temperaturen um die 33°C lieben, beginnen sie sich sofort mit rasantem Tempo zu vermehren. Nach zwei bis drei Tagen treten die ersten Symptome auf.

Nun ist Hilfe bei Schnupfen & Co gefragt:  Die Nase ist verstopft und rinnt, der Hals kratzt, Heiserkeit, Schmerzen beim Schlucken, Husten und Niesen treten dazu. Die Körpertemperatur steigt an, Fieber und Schüttelfrost werden häufig geschildert. Neben allgemeiner Abgeschlagenheit und Erschöpfung haben viele Menschen Kopf- und Gliederschmerzen. Bei Kindern kommen häufig noch Bauchschmerzen und Erbrechen dazu.

 

Tröpfcheninfektion

Grippe- und Erkältungsviren werden durch Schnupfen beziehungsweise kleine Tröpfchen beim Niesen sowie Husten übertragen. Sie führen aber nicht immer zu einer merkbaren Erkrankung. In vielen Fällen kann unser Immunsystem gegen die eindringenden Fremdlinge rechtzeitig Antikörper produzieren. Diese Antikörper können als Gegenwaffe zu den Viren angesehen werden und diese eliminieren. Auch wenn die Krankheit ausbricht, ist sie nicht immer gleich. So können vom harmlosen Schnupfen bis zur Lungenentzündung alle Ausprägungen vorkommen.

Erst ein bis fünf Tage nach der Infektion treten die ersten Krankheitszeichen auf. Man spricht von der Inkubationszeit. Haben die Schnupfen-Viren erst einmal die Nasenschleimhaut befallen, können sie sich von dort auf Rachen, Hals, Bronchien und Nasennebenhöhlen ausbreiten.

Kinder sind besonders betroffen, da ihr Körper die Viren noch nicht kennt und somit noch keine Abwehr gegen sie entwickeln konnte. Aber auch Personen im öffentlichen Leben, die täglich mit vielen anderen Menschen Kontakt haben oder Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel sind gefährdet.

Erkältungen sind normalerweise harmlos und dauern ein bis zwei Wochen. Nisten sich allerdings auf den von den Viren vorgeschädigten Schleimhäuten Bakterien ein, so klingen die Symptome der Erkältung nach vier bis fünf Tagen nicht ab, sondern verstärken sich ganz im Gegenteil. Wird das Nasensekret gelblich bis grünlich, kehrt das Fieber zurück, treten starke Kopf- oder Ohrenschmerzen auf, dann ist es höchste Zeit zum Arzt zu gehen. In diesem Fall hat sich wahrscheinlich eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen, des Mittelohres, der Mandeln oder anderer lymphatischer Organe im Rachen dazugesellt.

 

Was man selbst gegen Erkältung, Schnupfen, Husten & Co. tun kann

 

Wann man beim Arzt Hilfe gegen Schnupfen, Husten und Erkältung suchen sollte

Sollten die Beschwerden nach drei bis vier Tagen nicht abklingen und hohes Fieber bestehen, darf nicht gezögert werden, beim Arzt Hilfe gegen Grippe und Symptome wie Schnupfen und Husten zu suchen. Denn dann haben sich wahrscheinlich Bakterien angesiedelt, die eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, des Mittelohres oder eine eitrige Angina verursacht haben. In diesem Falle werden Antibiotika gegen die Bakterien eingesetzt, die nach Vorschrift eingenommen werden müssen. Es wird dringend angeraten, die Medikamente nicht vorzeitig abzusetzten, um nicht neue Resistenzen zu züchten.

Bei alten oder abwehrgeschwächten Menschen können Erkältungen zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen führen. Deshalb müssen diese Menschen rechtzeitig von einem Arzt behandelt werden. Wenn Sie an anderen Krankheiten wie Asthma oder Herzschwäche leiden, suchen Sie ebenfalls bei Erkältungen rechtzeitig einen Arzt auf.

 

Wie man eine Erkältung vermeiden kann

Unser Immunsystem muss tagtäglich bei der Abwehr von Viren und Bakterien Schwerarbeit leisten. Wir können unserem Immunsystem aber mit folgenden Maßnahmen helfen:

 

Geschwächtes Immunsystem

Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen oder Personen, die in öffentlichen Einrichtungen arbeiten und mit vielen anderen Menschen Kontakt haben, sollten über einer Influenza-Impfung nachdenken. Die Grippe-Impfung schützt zwar nicht vor harmlosen banalen Erkältungen und ist keine Hilfe mit Schnupfen, Husten und Hals-Rachenbeschwerden. Allerdings schützt sie aber vor der gefürchteten Grippe. Da jede Impfung auch eine Hilfe und Anregung für das Immunsystem ist, verlaufen auch Erkältungen und Symptome wie Schnupfen und Husten bei Grippe-Geimpften oft deutlich milder.

 

Hilfe bei echter Grippe

Auch die Grippe oder Influenza genannt ist eine Viruserkrankung, die durch Influenza-Viren hervorgerufen wird. Die Erkrankung ist im Gegensatz zu den meist harmlosen Erkältungen eine schwere Infektionskrankheit. Zu Beginn ist bei Grippe oftmals Hilfe gegen den raschen Temperaturanstieg über 38°C gefragt, außerdem sind anfangs Kopf-, Glieder- sowie Kreuzschmerzen typisch, Symptome seitens des Atemtraktes wie Husten und Schnupfen kommen dann rasch hinzu.

Dazu gehören Husten und Schnupfen, eine verstopfte Nase, Heiserkeit sowie Schluckbeschwerden. Die häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung, die sowohl durch das Virus selbst als auch eine bakterielle Zweitinfektion bedingt sein kann. Auch eine Entzündung des Herzmuskels oder eine Gehirnhautentzündung als Folge einer Influenza-Infektion sind nicht selten.

Die echte Grippe ist also eine ernste Erkrankung, an der jedes Jahr auch ohne Epidemie viele Menschen sterben. Der Körper wird stark geschwächt. Ältere Menschen, Kinder sowie abwehrgeschwächte Patienten oder Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen sind besonders gefährdet.

 

Grippevirus als Verwandlungskünstler

Influenza-Viren sind sehr viel aggressiver und vor allem wandlungsfähiger als die Schnupfenerreger. Denn der Grippevirus ändert ständig sein Aussehen und kann daher von unserem Immunsystem nicht rechtzeitig angegriffen werden. Auf einen neuen Virus muss unser Organismus erst Antikörper produzieren, und dies dauert eben einige Tage.

In den letzten hundert Jahren kam es immer wieder zum Auftreten von verheerenden Grippeepidemien über die ganze Welt. Einer der massivsten Ausbrüche war im Winter 1967/68 die Hongkong-Grippe, die auch in Österreich das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen kommen ließ. Um solche Epidemien zu vermeiden, wurde weltweit ein Influenza-Überwachungsdienst eingerichtet und vor ca. 30 Jahren eine Grippe-Schutzimpfung entwickelt.

Durch die weltweite Überwachung der Influenza kann man sehr genaue Voraussagen treffen, welche Virusstämme zirkulieren und die nächste Epidemie auslösen können. Diese Stämme werden dann für die Impfstoffherstellung verwendet.

 

Die Schutzimpfung als vorbeugende Hilfe gegen Grippe

Die Wirksamkeit der Influenza-Schutzimpfung ist durch unzählige Studien belegt, sie erreicht etwa 90%. Allerdings wirkt sie natürlich nur gegen die Grippe und nicht gegen die Vielzahl anderer Erkältungskrankheiten. So können auch bei Grippe-Geimpften banale Infekte auftreten, die aber nichts mit der echten Influenza zu tun haben.

Eine Impfung ist in erster Linie bei älteren Menschen und Kindern ratsam. Aber auch bei Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen. Zudem sollten alle jene Personen geimpft werden, die im Gesundheitswesen, bei Bahn, Post, Polizei oder im Schulwesen arbeiten. Also kurz gesagt, all jene Berufe, bei denen ständig ein Kontakt mit vielen anderen Menschen gegeben ist.

Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr nach den aktuellen Beobachtungen neu zusammengestellt und ist wegen der schnellen Verwandlungsfähigkeit der Grippeviren nur für eine Saison brauchbar. Die Grippeimpfung ist im Oktober oder November besonders sinnvoll. Die Impfung darf nur bei vollständiger Gesundheit durchgeführt werden.

Zur Vorbeugung der Grippe gelten natürlich auch die gleichen Maßnahmen wie für Erkältungen. Da die Influenza-Viren aber sehr aggressiv sind und epidemieartig über das Land hereinbrechen, bietet nur die Grippeimpfung einen ausreichenden Schutz.

 

Gelenk- und Muskelschmerzen

Schließlich sind auch Glieder-, Gelenk- und Muskelschmerzen typische Symptome von grippalen Infekten und der echten Grippe. Meistens klingen die Beschwerden wenige Tage nach dem Infekt wieder ab und sind durch die Einnahme von Antirheumatika, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken, leicht in den Griff zu bekommen.

In manchen Fällen können die Gelenk- und Muskelschmerzen jedoch Monate bis Jahre bestehen. Auch Gelenkschwellungen kommen immer wieder vor, allen voran der Knie- und Sprunggelenke sowie der Fingergelenke. Man spricht dann von einer reaktiven Arthritis. In diesem Falle sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen und eine entsprechende Therapie einleiten.

Im akuten Stadium hat sich die Gabe von antirheumatischen Mischinfusionen in Kombination mit hochdosiertem Vitamin B-Komplex bewährt und führt zu einer äußerst raschen Unterdrückung der Beschwerden.

Da Antirheumatika in der Vergangenheit immer wieder Probleme an Magen und Darm als unerwünschte Nebenwirkung hervorgerufen haben, hat die moderne Wissenschaft eine neue Generation von Antirheumatika (Coxibe) entwickelt. Bei gleich guter Wirkung treten die unerwünschten Begleiterscheinungen an Magen und Darm kaum noch auf.

Auch diverse physikalische Therapiemaßnahmen wie Ultraschall, Elektrotherapie, Packungen und die Kurmedizin kommen bei Gelenk- und Muskelschmerzen zum Einsatz.

Alternativ-medizinische Heilmethoden wie Akupunktur, Homöopathie und die Magnetfeldtherapie können oft binnen kurzer Zeit die Gelenk- und Muskelschmerzen zum Abklingen bringen. Sie eignen sich auch hervorragend zur Kombination mit Methoden der klassischen Schulmedizin.

Sollten also Beschwerden an unseren Gelenken und Muskeln erheblich sein und länger andauern als die eigentliche Grunderkrankung, so ist die Einleitung von therapeutischen Maßnahmen absolut indiziert.


Literatur:

Mousa HA. Prevention and Treatment of Influenza, Influenza-Like Illness, and Common Cold by Herbal, Complementary, and Natural Therapies. J Evid Based Complementary Altern Med. 2017 Jan;22(1):166-174. doi: 10.1177/2156587216641831. Epub 2016 Apr 6. PMID: 27055821; PMCID: PMC5871211.

Labella AM, Merel SE. Influenza. Med Clin North Am. 2013 Jul;97(4):621-45, x. doi: 10.1016/j.mcna.2013.03.001. PMID: 23809717.

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