Nasensekret als Abwehrbarriere bei Menschen mit Heuschnupfen-Allergie

Heuschnupfen erkennen ist auch wichtig, um einen Kontakt mit den auslösenden Pollen tunlichst zu vermeiden. © jovan vitanovski / shutterstock.com

Heuschnupfen und Nasensekret: Nasensekret-Proteoms zum besseren Verständnis des Nasenschleims als Abwehrbarriere bei Allergie untersuchen.

Noch im späten Winter bis zum Spätherbst sind die Pollen unterwegs und sorgen bei Allergiker für teils heftige Reaktionen. Etwa jeder sechste Mensch leidet in unseren unter Breiten an einer Heuschnupfen – eine Immunreaktion, die auch plötzlich im Erwachsenenalter auftreten kann. WissenschafterInnen identifizierten unlängst das Nasensekret-Proteom als Indikator für neue Ansätze zur Behandlung von Menschen mit einer Heuschnupfen-Allergie.

 

Heuschnupfen: Nasensekret gibt bei Allergie Auskunft

Bereits im Jänner kann der erste Pollenflug der Saison stattfinden, bis in den Spätherbst müssen AllergikerInnen gewappnet sein. Gerade der schubartige Pollenflug wird den Betroffenen oftmals zur Last, da die Blütezeiten der einzelnen Pollenarten jährlich variieren und vor allem von der Wetterlage abhängig sind. Eine Untersuchung saisonaler Unterschiede im Nasensekret-Proteom soll die Unterschiede zwischen Menschen mit Heuschnupfen-Allergie und Gesunden in der Reaktion auf den Pollenkontakt analysieren.

 

Barriere für Allergene

Als erste Abwehrbarriere der Nasenschleimhaut gegen schädliche Stoffe wie auch Allergene beinhaltet das Nasensekret eine Vielzahl unterschiedlicher Proteine, die diverse Funktionen innehaben. Die Untersuchung des Nasensekret-Proteoms im gesunden und erkrankten Zustand kann ein besseres Verständnis des Nasenschleims als Abwehrbarriere gegen Allergene schaffen.

Die Unterschiede zwischen Allergiker und Gesunden in Hinblick auf das Nasensekret-Proteom sind signifikant. Allergiker haben eine erhöhte Reaktion des Immunsystems, was sich in einer erhöhten Durchlässigkeit des Gewebes gegenüber Allergenen widerspiegeln kann. Ein Ungleichgewicht im Vorkommen körpereigener Antiproteasen könnte der Grund sein, dass schädliche Proteasen aus Pollen nicht vollständig deaktiviert werden können. Die Pollen-Proteasen zerstören folglich die Epithelschicht und Allergene können leichter unter die Schleimhaut penetrieren wo Immunreaktionen stattfinden die schließlich zu einer Sensibilisierung führen.

 

Effekt der Immuntherapie

Welchen Effekt eine Immuntherapie – die die einzige kausale Therapie der Allergischen Rhinitis ist – auf das Nasensekret-Proteom hat, ist Gegenstand aktueller Grazer Forschungen. Wenn man die Veränderungen im Proteom bei Ansprechen auf Immuntherapie vergleichen kann, lässt sich herausfinden, welcher Zustand einem gesunden Menschen nahe kommt. Allgemein soll das Nasensekret als Abwehrbarriere für die Schleimhaut besser verstanden werden.


Quelle: http://hno.uniklinikumgraz.at/Seiten/default.aspx

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