Herzklappenentzündung durch Mycobacterium chimaera nach Herz-OPs

Mycobacterium © Maxx-Studio / shutterstock.com

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Der Erreger Mycobacterium chimaera – übertragen durch ein Medizingerät – verursachte nach Herz-OP bei vielen Patienten eine gefährliche Herzklappenentzündung.

In den letzten Jahren infizierten sich über hundert Patientinnen und Patienten in Europa, den USA und Australien nach einer offenen Herzoperation mit dem Erreger Mycobacterium chimaera, wodurch sich eine lebensbedrohliche Infektion durch den Befall der im Rahmen der Operation eingesetzten Herzklappen entwickelte. Eine solche Herzklappenentzündung durch diesen Erreger kannte man bis dahin nicht.

Sehr bald nach Bekanntwerden der ersten Fälle einer derartigen Herzklappenentzündung wurde als Verursacher ein Heizkühler vermutet, der bei Operationen mit Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommt. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun unter maßgeblicher Beteiligung von Ärzten des Universitätsklinikums Freiburg das Erbgut von 250 Isolaten von Mycobacterium chimaera aufgeklärt und konnte nachweisen, dass fast alle der untersuchten Infektionen durch eine Kontamination der Geräte bei deren Fertigung verursacht wurden.

 

Mycobacterium chimaera Infektionsweg abschneiden

„Durch unsere Genanalyse konnten wir die Ursache für diesen weltweiten Ausbruch herausfinden. Jetzt ist klar, welches Risiko für die Patienten bestand, und wie man diesen Infektionsweg vermeiden kann“, sagt Co-Studienleiter Prof. Dr. Dirk Wagner, Oberarzt der Abteilung Infektiologie der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. Neben der Abteilung für Infektiologie waren auch das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene sowie das Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene an der umfangreichen Studie beteiligt. Prof. Wagner hob die hervorragende Kooperation dieser drei Abteilungen hervor, die Mitglieder des Zentrums Infektionsmedizin am Universitätsklinikum sind.

Am Universitätsklinikum Freiburg war lediglich ein Patient betroffen. Er war 2011 operiert worden. Er wurde am Universitätsklinikum trotz langwieriger Behandlung geheilt. Andere Patienten mit der Infektion wurden am Universitätsklinikum nicht identifiziert. „Durch die vorsorgliche Entfernung der Heizkühler sowie durch zusätzliche neue Diagnosetests konnte die Patientensicherheit schnell wieder hergestellt werden“, sagt Prof. Wagner. „Allerdings“, warnt Prof. Wagner, „besteht ein Restrisiko, da einige der Infektionen noch sehr spät (mehrere Jahre) nach Operation zur Erkrankung führen können.“

Original-Titel der Publikation: Global outbreak of severe Mycobacterium chimaera disease after cardiac surgery: a molecular epidemiological study, DOI: 10.1016/S1473-3099(17)30324-9

Link zur Studie: www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(17)30324-9/fulltext

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