Diagnose: Herzinsuffizienz – hohe Morbidität und Mortalität

Herzinsuffizienz © Maya2008 / shutterstock.com

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Die medizinischen Möglichkeiten bei Diagnose Herzinsuffizienz verbessern sich zwar, dennoch sind Morbidität und Mortalität wegen der hohen Dunkelziffer hoch.

Herzinsuffizienz-Patienten leiden vor allem an Atemnot. Eine medikamentöse Behandlung kann die Auswurfleistung des Herzens und die Prognose für die Patienten zwar verbessern. Doch viele Betroffene werden gar nicht behandelt, da häufig nicht die Herzinsuffizienz sondern eine zugrundeliegende Krankheit diagnostiziert wird. Dementsprechend ist aufgrund der hohen Dunkelziffer bei der Diagnose Herzinsuffizienz die Morbidität und Mortalität trotz verbesserter diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten nach wie vor sehr hoch.



 

Hauptursachen

Herzinfarkt und infektiöse Erkrankungen des Herzmuskels sind die Hauptursachen für eine potenzielle Herzinsuffizienz. Weiters stellt hoher Alkoholkonsum ein maßgebliches Problem im Hinblick auf die Entwicklung einer Herzinsuffizienz dar, da auch dadurch der Herzmuskel geschädigt wird. Darüber hinaus können Krankheiten stehen arterieller Bluthochdruck oder Erkrankungen der Herzklappen mit einer Herzinsuffizienz in Zusammenhang. Schließlich unterscheiden Ärzte oft nicht ausreichend zwischen Primärerkrankung und deren Folgen.

 

Leitsymptom Atemnot und Statieneinteilung

Herzinsuffizienz entwickelt sich grundsätzlich schleichend. Der Herzmuskel kann immer schlechter die benötigte Menge an Blut in den Kreislauf pumpen. Als Folge wird der Bedarf des Körpers an Sauerstoff und Nährstoffen nicht ausreichend abgedeckt.

Daraus erklärt sich auch die Symptomatik. Anfänglich leiden die Betroffenen bei stärkerer körperlicher Belastung unter Atemnot – der sogenannten belastungsabhängigen Atemnot. In weiterer Folge macht sich die Atemnot zunehmend auch bei weniger Belastung und schließlich auch bei kleinsten Tätigkeiten bemerkbar.

Die schwerste Form ist die sogenannte Ruhe-Atemnot, die auch lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Der Schweregrad der Herzinsuffizienz wird häufig nach einer vom amerikanischen „New York Heart Association“ (NYHA) entwickelten vierteiligen Stadieneinteilung beurteilt:

Der Arzt ermittelt mit der Stadieneinteilung den Ist‐Zustand sowie auch Verschlechterungen und Verbesserungen der Beschwerden.

 

Diagnose Herzinsuffizienz

Das klinische Bild ergibt die Verdachtsdiagnose. Die wichtigste Untersuchungsmethode Echokardiographie beurteilt die Pumpfunktion und sichert in den meisten Fällen die Diagnose. Darüber hinaus lässt sich in vielen Fällen damit auch die Ursache der Herzinsuffizienz identifizieren. Bei Bedarf kann zusätzlich eine Magnetresonanztomographie noch detailliertere Informationen liefern.

 

Resümee. Die Früherkennung und der damit verbundene rasche Therapiebeginn können die Prognose vieler Patienten deutlich verbessern. Allerdings zeigen die aktuellen Statistiken jedoch auch eindeutig, dass die Herzinsuffizienz vielerorts nach wie vor deutlich unterdiagnostiziert ist und zu selten adäquat behandelt wird. Zusammenfassend sind Morbidität und Mortalität trotz der heutigen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten nach wie vor sehr hoch. Schließlich ist dafür vor allem die hohe Dunkelziffer der Betroffenen verantwortlich.




Quelle:

Statement »Herzinsuffizienz – Prävalenz und Inzidenz, Symptome, Diagnose und medikamentöse Therapie«. Prim. Univ.‐Prof. Dr. Michael M. Hirschl, MSc, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin im Landesklinikum Zwettl, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie zur 33. Jahrestagung der Medizinischen Gesellschaft Niederösterreich – www.medgesnoe.org

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