Depression verfünfacht Sterberisiko bei chronischer Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz und Depression treten sehr häufig gemeinsam auf und erhöhen das Sterberisiko. © Anuska k / shutterstock.com

Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz kann eine Depression negativ für den Krankheitsverlauf und die Prognose sein – mit einem fünffach höheren Sterberisiko.

Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz beziehungsweise kardiovaskulären Problemen kann sich eine Depression negativ auf den Krankheitsverlauf und auf die Prognose auswirken. Speziell moderate oder schwere Depressionen sind bei Herzinsuffizienz-Patienten mit einer fünffachen Erhöhung der Sterblichkeit verbunden. Das Glücklichsein zeigte hingegen eine schützende Wirkung, denn Patienten ohne Depression hatten ein um 80 Prozent geringeres Sterberisiko.

 

OPERA-HF Studie

Im Zuge der OPERA-HF Studie, verfolgten Wissenschafter Patienten über einen Zeitraum von insgesamt 302 Tagen. Dabei wiesen 103 Patienten keine Depression, 27 eine leichte und 24 eine moderate bis schwere Depression auf. Über den Zeitraum von 302 Tagen, verstarben 27 der teilnehmenden Patienten. Dabei stellte sich heraus, dass das Sterberisiko bei Herzinsuffizienz-Patienten mit moderater oder schwerer Depression, verglichen mit jenen ohne Depression, um ein Fünffaches erhöht war.

Ziel war es die Thematik Depression und Herzinsuffizienz aus einem ganzheitlicheren Blickwinkel zu betrachten.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Vorliegen einer Depression bei Herzinsuffizienz-Patienten, im ersten Jahr nach der Spitalsentlassung, zu einer Erhöhung der Sterberate führt,“ so Professor John Cleland, Erstautor der Studie und Professor für Kardiologie am Imperial College London und der Universität Hull. Ziel war es die Thematik der Herzinsuffizienz aus einem ganzheitlicheren Blickwinkel zu betrachten. „Berücksichtigt wurden dabei soziale, mentale und physische Aspekte, sowie Komorbiditäten und der Schweregrad der Insuffizienz.“

 

Depressionen bei Herzinsuffizienz sehr häufig

Depressionen sind bei Herzinsuffizienz-Patienten sehr häufig – etwa 20 bis 40 Prozent aller Patienten sind betroffen. Dabei kommt es unter anderem zu Schlafstörungen, Appetitsveränderungen und dementsprechend zur Gewichtszunahme oder -abnahme.

Betroffenen fehlt es häufig an der notwendigen Motivation für das eigene Wohlbefinden zu sorgen. Dies ist möglicherweise einer der Gründe für das erhöhte Sterberisiko bei Herzinsuffizienz-Patienten mit Depression.

Ein ganzheitlicher Ansatz um Herzinsuffizienz zu behandeln, könnte die beste Möglichkeit darstellen, um Symptome zu erleichtern beziehungsweise die Sterblichkeit zu reduzieren. Es bedarf jedoch weiterer Forschungsarbeit um optimale Behandlungsstrategien zu entwickeln.


Literatur:

Sokoreli I, Pauws SC, Steyerberg EW, de Vries GJ, Riistama JM, Tesanovic A, Kazmi S, Pellicori P, Cleland JG, Clark AL. Prognostic value of psychosocial factors for first and recurrent hospitalizations and mortality in heart failure patients. Insights from the OPERA-HF study. Eur J Heart Fail. 2018 Apr;20(4):689-696. doi: 10.1002/ejhf.1112. Epub 2018 Jan 4.

Yao SM, Zheng PP, Liang YD, et al. Predicting non-elective hospital readmission or death using a composite assessment of cognitive and physical frailty in elderly inpatients with cardiovascular disease. BMC Geriatr. 2020;20(1):218. Published 2020 Jun 22. doi:10.1186/s12877-020-01606-8

Christopher M. Celano, Ana C. Villegas, Ariana M. Albanese, Hanna K. Gaggin, Jeff C. Huffman. Depression and Anxiety in Heart Failure: a Review. Harv Rev Psychiatry. 2018 Jul-Aug; 26(4): 175–184. doi: 10.1097/HRP.0000000000000162


Quelle: Cleland J. et al. OPERA-HF. European Society of Cardiology.

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