Bauchschmerzen als Symptom für einen Herzinfarkt bei Frauen

Frauenherzen haben heutzutage ein höheres Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt. © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Frauenherzen haben heutzutage ein höheres Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt. © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Für einen Herzinfarkt bei Frauen und Männern gilt, dass zu langes Zögern lebensbedrohlich sein kann, wobei auch Bauchschmerzen wichtiges Symptom und Warnsignal sind.

Nach wie vor gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den führenden Todesursachen bei Frauen. Viele Todesfälle durch einen Herzinfarkt bei Frauen ließen sich vermeiden, wenn man die Herzinfarkt-Symptome wie beispielsweise Bauchschmerzen richtig deuten würde. Denn dadurch könnte man wertvolle Zeit in der Behandlung gewinnen. Allerdings zeigte sich in den letzten zehn Jahren eine deutliche Verringerung der Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen. Der dramatische Rückgang ist teilweise auf eine Sensibilisierung, einen stärkeren Fokus auf das Risiko von Frauen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die verstärkte Anwendung evidenzbasierter wirksamer Behandlungen für etablierte koronare Herzerkrankungen zurückzuführen.

 

Zögern nach Herzinfarkt bei Frauen und Männer kostet Herzmuskel

Für einen Herzinfarkt bei Frauen und Männern sowie akuten Brustschmerzen gilt, dass das zu lange Zögern, den Notruf 112 zu wählen, lebensbedrohlich ist. Denn in dieser Verzögerung liegt die Gefahr, dass der Patient plötzlich Herzkammerflimmern bekommt. Infolge kann eine Ohnmacht auftreten und die betroffene Person in wenigen Minuten am Plötzlichen Herztod versterben.

Ebenso kann der Infarkt einen größeren Teil des Herzmuskels irreparabel zerstören, was akut oder auch langfristig zu eine Herzschwäche führen kann. Im Grunde genommen gilt beim Herzinfarkt bei Frauen sowie Männern, dass jede Minute zählt. Denn es gilt das Prinzip: Zeit ist Herzmuskel.

 

Herzinfarkt bei Frauen behandelt ein Notarzt oft später

Im Grunde genommen vergehen bei über 65-jährigen Frauen bis zu viereinhalb Stunden, bis sie in der Notaufnahme sind. Weiters dauert es bei jüngeren Frauen durchschnittlich zweieinhalb Stunden. Im Vergleich: Bei über 65-jährigen Männern sind es rund dreieinhalb Stunden, zudem bei jüngeren Männern gut drei Stunden. Das zeigte beispielsweise die von der Deutschen Herzstiftung geförderte „MEDEA-Studie“ des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum München und der Technischen Universität München zeigt.


Angst vor Corona-Virus: trotz Herzinfarkt seltener ins Krankenhaus

Herzinfarkt © Lightspring / shutterstock.com

In der Corona-Pandemie gibt es einen Rückgang um 25% an Patienten mit Herzinfarkt-Symptomen, die aus Angst vor dem Coronavirus nicht ins Krankenhaus gehen. Mehr dazu siehe https://www.medmix.at/angst-corona-virus-herzinfarkt-krankenhaus/


Herzinfarkt-Symptome: „Vernichtungsschmerz“ fehlt bei älteren Frauen oft

Es gibt mehrere Ursachen für diese enorme Verzögerungszeit nach einem Herzinfarkt bei Frauen. Erstens leben ältere Frauen oft alleine und haben im Notfall niemanden, der ihnen bei einem Herzinfarkt Hilfe holt. Zweitens erkennen sie den Herzinfarkt häufig nicht als solchen.

Die Herzinfarkt-Symptome sind vor allem bei älteren Frauen oft unspezifisch. Bei ihnen tritt seltener ein starker Schmerz im Brustkorb (Vernichtungsschmerz) auf.

Das Fehlen von Brustschmerzen ist ein Alterseffekt, der auch bei Männern zu finden ist. Je älter die Herzinfarkt-Betroffenen sind, desto weniger Brustschmerz nehmen sie wahr.

Ältere Herzinfarkt-Patientinnen empfinden häufiger eher ein Druck- oder Engegefühl in der Brust. Begleitet ist dieses häufig von Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit und Müdigkeit.


Durch Stress und Angst: Bauchschmerzen haben oft psychische Ursachen

Angst, Stress, Traumata und depressive Störungen zählen zu den psychischen Ursachen für Bauchschmerzen. © fizkes / shutterstock.com

Bauchschmerzen sind häufig und können oft durch psychische Ursachen wie Stress und Angst entstehen. Oft verschwinden die Beschwerden aber nach relativ kurzer Zeit ohne Behandlung. Mehr dazu siehe https://www.medmix.at/bauchschmerzen-psychische-ursachen/


Bauchschmerzen im Oberbauch kann auf Herzinfarkt bei Frauen hinweisen

Da die Beschwerden in der Brust bei älteren Frauen weniger intensiv ausgeprägt sind, rücken die unspezifischen Herzinfarkt-Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen in den Vordergrund. Diese werden von den betroffenen Frauen nicht selten fälschlicherweise als harmlose Magenverstimmung gedeutet. Der lebensrettende Anruf bei der Rettungsstelle bleibt dann aus – oder findet erst verspätet statt.

Experten raten Frauen, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen. Ältere Frauen haben zudem die Möglichkeit, sich einem Hausnotrufsystem anzuschließen. Beispielsweise bieten dies der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund sowie das Deutsche Rote Kreuz an.


Bauchschmerzen und andere Symptome für einen Herzinfarkt bei Frauen

Ein Herzinfarkt bei Frauen lässt sich durch folgende typische Symptome erkennen:


Diabetes und Bluthochdruck erhöhen Risiko

Die meisten Frauen erleiden einen Herzinfarkt etwa zehn Jahre nach der Menopause. Bis zu den Wechseljahren sind die Herzkranzgefäße durch die Geschlechtshormone (Östrogene) relativ gut geschützt. Jedoch können auch Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren gefährdet sein, besonders wenn sie rauchen.

Neben Rauchen gehören Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress zu den Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Die genannten Einflussgrößen begünstigen die Koronare Herzkrankheit (KHK).


Insulin und Diabetes-Medikamente bei Typ-2-Diabetes

Quelle: Carol Garcia / GOVBA
Risiko und Nutzen verschiedener Medikationen bei Typ-2-Diabetes muss genau abgewogen werden. © Carol Garcia / GOVBA

Bei der Einnahme von Insulin und anderen Medikamenten bei Typ-2-Diabetes sind Komplikationen, Risiken und Belastungen genau in Betracht zu ziehen. Mehr dazu siehe https://www.medmix.at/insulin-und-diabetes-medikamente-bei-typ-2-diabetes/


Eine koronare Herzkrankheit als Vorbote

Bei der Koronaren Herzkrankheit handelt es sich um eine Herzkranzgefäßerkrankung, bei der sich die Herzkranzgefäße verengen, die das Herz mit Blut versorgen. Verstopfen die Ablagerungen aus Fett und Kalk (Plaques) ein Gefäß komplett, ist ein Herzinfarkt die Folge. Die KHK geht dem Herzinfarkt fast immer voraus.

Jedenfalls ist der beste Schutz vor dem Herzinfarkt ein gesunder Lebensstil. Darüber hinaus sollten Frauen regelmäßig ihr Herz checken lassen und die dafür vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Wenn die Koronare Herzkrankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird, dann kann man damit einem Herzinfarkt vorbeugen.


Literatur:

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Ladwig KH, Fang X, Wolf K, Hoschar S, Albar­ qouni L, Ronel J, Meinertz T, Spieler D, Laugwitz KL, Schunkert H. Comparison of Delay Times Between Symptom Onset of an Acute ST-eleva­ tion Myocarclial Infarction and Hospital Arrival in Men and Women <65 Years Versus 65 Years of Age. Findings From the Multicenter Munich Examination of Delay in Patients Experiencing Acute Myocardial Infarction (MEDEA) Study. Am J Cardiol. 2017 Dec 15;120(12):2128-2134. doi: 10.1016/j.amjcard.2017.09.005.

Mehta LS, Beckie TM, DeVon HA, Grines CL, Krumholz HM, Johnson MN, Lindley KJ, Vaccarino V, Wang TY, Watson KE, Wenger NK. Acute Myocardial Infarction in Women: A Scientific Statement From the American Heart Association. Research. Circulation. 2016 Mar 1;133(9):916-47. doi: 10.1161/CIR.0000000000000351. Epub 2016 Jan 25.


Quelle:

Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

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