Herz und Niere: KHK und Erkrankungen der Niere ins Blicklicht rücken

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Nierenversagen ist eine häufige Begleiterkrankung von KHK-Patienten, wobei eine rechtzeitige Behandlung das Fortschreiten von Erkrankungen der Niere bremst.

Im Grunde genommen sollten Ärzte bei ihren Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit KHK immer an mögliche Erkrankungen der Niere denken. Denn Nierenversagen ist eine häufige Begleiterkrankung von KHK-Patienten. Die frühe Behandlung kann das Fortschreiten von Erkrankungen der Niere verringern. Sie kann auch die Häufigkeit von Folgeerkrankungen der KHK sowie das Sterberisiko reduzieren.
Daher ist es sehr wichtig, dass die KHK-Patienten und ihre Ärzte die Symptome der Nierenerkrankung erkennen und behandeln. Allerdings glaubt man, dass das nicht der Fall ist. Denn oft wissen KHK-Patienten und die behandelnde Ärzte gar nichts von der Nierenerkrankung. Beziehungweise sie wissen nicht, dass sie ein erhöhtes Risiko für eine Nierenerkrankung haben.

 

Internationales Forscherteam fokkusierte KHK und Erkrankungen der Niere

Eine internationales Forscherteam untersuchte die Nierenfunktion von 536 erwachsenen Patienten. Die waren durchschnittlich 67 Jahre alt (82% männlich) und hatten aufgrund einer KHK eine frühere, stationäre Behandlung im Krankenhaus. Die Forscher fragten 6 bis 36 Monate nach dem Krankenhausaufenthalt nach, ob die Patienten ihre Nierenerkrankung kannten.

Die Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass etwa 32 % der Patienten im Krankenhaus eine Nierenerkrankung hatten (akut oder chronisch). Bei nur 22 % der Nierenerkrankten wurde dieses im Entlassungsbrief vom Arzt angegeben. Die Patienten, deren Nierenfunktion gestört war, waren im Durchschnitt älter. Sie litten häufiger unter Herzschwäche und waren schon länger an der KHK erkrankt. Und zwar verglichen mit Patienten, deren Niere voll funktionsfähig war. Nach durchschnittlich 1,8 Jahren untersuchte man erneut 474 der Patienten.

Von diesen litten 158 unter einer Nierenerkrankung. Wobei 34 % der Patienten (54 Patienten) darüber Bescheid wussten. 14,6 % der Patienten mit einer Nierenerkrankung (23 Patienten) wurden zu einem Nierenspezialisten überweisen. Und 13,3 % (21 Patienten) untersuchte schließlich ein Spezialist.

Die KHK-Patienten wussten vor allem dann von einer ernsthaften Erkrankung der Niere, wenn sie übergewichtig waren. Auch Patienten mit Herzschwäche kannte ihre Nierenerkrankung. Schließlich wussten sie auch davon, wenn die Erkrankung im Entlassungsbrief stand.

 

Nur jeder dritte Patient kennt seine Nierenerkrankung

Obwohl chronische Erkrankungen der Niere bei KHK-Patienten häufig vorkommen, kennt nur etwa jeder dritte Patient sein Nierenleiden. Dieses Wissen ist oft davon abhängig, ob die Nierenerkrankungen im Entlassungsbrief des Krankenhauses steht. Der Entlassungsbrief ist auch wichtig, um die Informationen aus dem Krankenhaus für die ambulante Behandlung zugänglich zu machen. Daher müssen auch die Ärzte, die den Entlassungsbrief verfassen, das erhöhte Risiko für Erkrankungen der Niere bei den KHK-Patienten kennen.

Literatur:

Wagner M, Wanner C, Schich M, Kotseva K, Wood D, Hartmann K, Fette G, Rücker V. Oezkur M, Störk S, Heuschmann PU. Patient’s and physician’s awareness of kidney disease in coronary heart disease patients – a cross-sectional analysis of the German subset of the EUROASPIRE IV survey. BMC Nephrol. 2017 Oct 25;18(1):321. doi: 10.1186/s12882-017-0730-3

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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