Herz-Kreislauf-System im Notfall reanimieren

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Das Herz-Kreislauf-System muss im Notfall reanimiert werden, wobei das Zusammenspiel von Laienhelfern und Akutmedizinern entscheidend für den Erfolg ist.

Die international geltenden Leitlinien für Herz-Kreislauf-Notfallmedizin und Reanimation werden alle fünf Jahre überarbeitet. Am Revisionsprozess unter der Federführung des „International Liaison Committee on Resuscitation“* beteiligen sich Mediziner aus der ganzen Welt in einem einmaligen, transparenten und offenen Reviewprozess. Für professionelle Helfer wie auch für Laienhelfer sind vor dem Hintergrund der internationalen Erfahrungswerte neue Standards bei Herz-Lungen-Wiederbelebung und weiteren Hilfen im Notfall definiert.

 

Jede Sekunde zählt

Im Notfall zählen jede Sekunde und jeder Handgriff. Daher werden die bestehenden Leitlinien zur Reanimation beständig überprüft und dem aktuellen Wissensstand angepasst. Basierend auf den Erfahrungen von weltweit tätigen Spezialisten auf dem Gebiet der kardiovaskulären Notfallversorgung stehen dementsprechend aktualisierte Leitlinien für Herz-Lungen-Wiederbelebung und Herz-Kreislauf-Medizin zur Verfügung.

Sie dienen als Grundlage für Erste-Hilfe-Schulungen und enthalten Vorgehensweisen für Laienhelfer ebenso wie für medizinisches Fachpersonal. Bei Neuerungen ist entscheidend, das nur im perfekten Zusammenspiel von Ersthelfern und medizinischem Fachpersonal die Rettungskette erfolgreich sein kann – egal, ob es sich um einen Notfall im Krankenhaus oder außerhalb handelt.

Angepasst an die heutige Zeit wird dem Versorgungsprozess eine besondere Bedeutung beigemessen, differenzierte Rettungsketten innerhalb und außerhalb des stationären Bereichs empfohlen und dabei die heute allgegenwärtige Verfügbarkeit von Mobiltelefonen berücksichtigt.

 

Weiterentwicklungen zu Herz-Kreislauf-System – Reanimation – Notfallmedizin:

  • Das 2010 eingeführte Konzept, bei der Reanimation mit der Herzdruckmassage zu beginnen, hat nach wie vor Gültigkeit. Eine leicht erhöhte Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute bei der Herzdruckmassage wird im Fall des Herzstillstands eines Erwachsenen empfohlen.
  • Die primäre Nutzung eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) ist erlaubt, wenn dieser unmittelbar zur Verfügung steht.
  • Geschulte Laienhelfer sollen bei einer Überdosierung von Opioiden, also Schlaf- und Schmerzmitteln, das Gegenmittel Naloxon verabreichen.
  • Für die medizinische Fachversorgung nach einem Herzstillstand, für den ursächlich eine kardiovaskuläre Läsion vermutet wird, gilt: Eine Angiografie, also Bildgebung, der Herzkranzgefäße sollte wenn, dann notfallmäßig vorgenommen werden – auch im bewusstlosen Zustand des Patienten. Dies kann die Überlebenschancen erhöhen.
  • Das gezielte Temperaturmanagement wird heute mit einer angestrebten Körpertemperatur von 32 bis 36 Grad Celsius statt der früher empfohlenen Herabkühlung auf 32 bis 34 Grad Celsius in den ersten 24 Stunden nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand bei anhaltend spontan komatösen Patienten empfohlen.

Neben zahlreichen weiteren Details in der Reanimationspraxis für Erwachsene, Kinder und Neugeborene, widmen sich die aktuellen Leitlinien auch ethischen Fragen der Wiederbelebung.

Weitere Informationen: *International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) – American Heart Association – Herz-Lungen-Wiederbelebung und kardiovaskuläre Notfallmedizin

Quelle: Notfallmedizin und Rettungsstellen Charité

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MEDMIX Online-Redaktion

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