Hepatitis-Viren sind sexuell übertragbar, Kondome bieten besten Schutz

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Am 4. September ist Welttag für sexuelle Gesundheit. Die Deutsche Leberstiftung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Hepatitis-Viren sexuell übertragbar sind.

Zum zehnten Mal ruft die internationale Vereinigung für Sexuelle Gesundheit (WAS) am 4. September 2019 den Welttag der sexuellen Gesundheit aus. Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beinhaltet sexuelle Gesundheit neben dem Recht auf Lust auch das Recht auf sexuelle Information. Dazu zählen Beratung über Infektionen, die sexuell übertragbar sind, sowie über Schutzmöglichkeiten und Behandlungen. Seit einigen Jahren ist auch in unseren Breiten ein Anstieg sexuell übertragbarer Krankheiten zu verzeichnen. Wobei auch Infektionen mit dem Hepatitis-Virus sexuell übertragbar sind. Als bester Schutz dagegen gilt nach wie vor die Verwendung der Kondome.

 

Sexuell übertragbare Infektionen treten häufiger auf

Unter dem Strich sind heute sexuell übertragbare Infektionen (Sexually Transmitted Infections, kurz STI) auf dem Vormarsch. Und zwar obwohl es zahlreiche gute vorbeugende Angebote sowie eine steigende öffentliche Wahrnehmung für die sexuelle Gesundheit gibt. Zudem sehen Experten unterschiedliche Ursachen für die steigenden Infektionszahlen.

 

HIV als mögliche Ursache

Als eine mögliche Ursache werden die in der HIV (Humanen Immundefizienz-Virus)-Therapie verwendeten sehr wirkungsvollen Medikamente genannt, die das Ansteckungsrisiko für andere deutlich verringern. Eine stabile und erfolgreiche HIV-Therapie unterdrückt die Vermehrung des HI-Virus im Körper und senkt die Zahl infizierter Zellen in den Körperflüssigkeiten und Schleimhäuten: Eine Übertragung auf andere Menschen gilt als sehr unwahrscheinlich. Aus diesem Grund steigt auch die Risikobereitschaft für ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Doch die Gefahr einer Infektion mit anderen STIs wie beispielsweise mit einem Hepatitis-Virus bleibt bestehen. Ähnlich ist es bei der HIV-Vorbeugung durch die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), bei der HIV-negative Menschen mit einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ein HIV-Medikament einnehmen, das bei korrekter Einnahme vor einer HIV-Infektion schützt. Wie eine aktuelle Metaanalyse belegt, zeigen PrEP-Anwender ein zunehmendes Risikoverhalten, das zu einem 25-prozentigen Anstieg der STIs führt.

„Patienten, die HIV-Medikamente einnehmen oder mit der sogenannten PrEP einer HIV-Infektion vorbeugen wollen, sollten gemäß der aktuellen PrEP-Leitlinie alle sechs bis zwölf Monate einen Hepatitis C-Test durchführen lassen“, rät Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und ergänzt: „Neben der Infektion mit dem Hepatitis C-Virus besteht beim ungeschützten Sex auch die Gefahr, sich mit dem Hepatitis A- oder dem Hepatitis B-Virus zu infizieren. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis A- oder Hepatitis B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung, die auch als Kombinationsimpfung angeboten wird. Eine Hepatitis B-Impfung schützt auch vor der ebenfalls meist sexuell übertragenen Hepatitis D (delta), da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann. Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung. Hier gewährleisten beim Sex Kondome den bestmöglichen Schutz.“

 

Auch die verschiedenen Infektionen mit Hepatitis-Viren sind sexuell übertragbar

Jede Virushepatitis ist eine durch Viren verursachte akute Leberentzündung. Abhängig vom Virustyp unterscheidet man Hepatitis A, B, C, D (delta) und E. Hepatitis-Viren rufen unterschiedlich schwere Leberentzündungen hervor, die spontan ausheilen oder wie bei den Hepatitiden B, C, D und E chronische Verläufe nehmen können. In diesen Fällen besteht die Gefahr weiterer schwerer Folge-Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs. Je früher eine Virushepatitis entdeckt wird, desto besser lässt sie sich therapieren. Ist eine infizierte Leber so stark geschädigt, dass sie versagt, kann nur noch eine Transplantation helfen.

 

Kondome verwenden

Auch die Nutzung neuer Medien fördert den Anstieg von sexuell übertragbaren Infektionen. Denn das Internet und das Handy machen die Anbahnung von Sex über Partnerbörsen und Apps viel einfacher. Wobei hier Angebote wie beispielsweise Tinder oder Grindr beim Kondomverzicht eine Rolle spielen. Denn Textnachrichten und Fotos vermitteln vor einem ersten Treffen den Eindruck, dass man sich schon gut kennt. Häufig führt das dann dazu, dass Menschen beim ersten realen Treffen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.

„Kondome schützen, insbesondere bei wechselnden Geschlechtspartnern, vor HIV. Sie senken auch das Risiko einer Ansteckung mit anderen STIs wie beispielsweise einer Virushepatitis. Gegen Hepatitis A, Hepatitis B (und Hepatitis delta) bieten Impfungen einen optimalen Schutz. Diese Impfungen werden teilweise schon im Säuglings- oder Kindesalter durchgeführt. Wer unsicher ist, ob er gegen Hepatitis A und gegen Hepatitis B geimpft ist, sollte es von einem Arzt überprüfen lassen. Ein Impfschutz kann in jedem Lebensalter aufgebaut werden“, betont Professor Manns.

Quelle: Deutsche Leberstiftung

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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