Hepatitis E bei Schwangeren problematisch

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Die meisten Infektionen mit Hepatitis E verlaufen subklinisch mit sehr milden, anikterischen Verläufe – speziell bei Kindern. Das Risiko steigt aber bei Schwangeren sehr an.

Akute Infektionen mit Hepatitis E (HE) verlaufen bei Schwangeren in etwa 80% der Fälle unkompliziert. Wenngleich akute Infektionen mit Hepatitis E – wie auch die Infektionen mit Hepatitis A (HA) – in den meisten Fällen selbstlimitierend ohne Folgen sind, können sie bei Schwangeren besonders schwer verlaufen und bei bis zu 20% sogar zum Tode führen.

Infektionen mit Hepatitis E sind im Einzelfall klinisch nicht unterscheidbar von Infektionen mit Hepatitis A. Der Erreger von Hepatitis E ist das kleine unbehüllte Hepatitis-E-Virus (HEV) – ein RNA-Virus, das Ähnlichkeiten mit den ­Caliviviren – deren bekanntester humanpathogener Vertreter das Norwalk-Virus ist –, aber auch mit dem Rötelnvirus aufweist.

 

 Verbreitungsgebiete und Genotypen des Hepatitis E-Virus

Derzeit werden 4 Genotypen des Hepatitis E-Virus (HEV) unterschieden, die nach ihren wichtigsten Verbreitungsgebieten bezeichnet werden:

  • als mexikanischer,
  • US-amerikanischer,
  • asiatisch-afrikanischer,
  • taiwanesischer Genotyp bezeichnet werden.

All diese Genotypen sind eng miteinander verwandt und gehören dem gleichen Serotyp an. Möglicherweise gibt es noch weitere, europäische Typen.

Im Gegensatz zu den Hepatitis A-, B- und C-Viren, deren einziger Wirt der Mensch ist, scheint es sich bei der Hepatitis E-Virus-Infektion um eine Zoonose zu handeln, da sehr nah verwandte Viren in Schweinen entdeckt wurden, und eine Reihe von anderen Tieren – verschiedene Alt- und Neuwelt-Affen, Ratten, Mäuse und Schafe – mit dem Hepatitis E-Virus infizierbar ist. Der Nachweis von Hepatitis E-Virus spezifischen Antikörpern in in den USA wild lebenden Ratten lässt vermuten, dass auch diese Tiere als natürliche Wirte und damit als Reservoir in Betracht kommen.

Das Hepatitis E-Virus ist vor allem in tropischen und subtropischen Ländern verbreitet, kommt aber auch in Nordafrika, dem indischen Osten und in der Türkei vor. In weiten Teilen Asiens und auf dem indischen Subkontinent ist die HE die häufigste Form der akuten Virushepatitis bei jungen Erwachsenen. Bei den seltenen bei uns beobachteten Fällen handelt es sich fast ausschließlich um Reiseinfektionen. Die Übertragung geschieht fäkal-oral. Wie das Hepatitis E-Virus wird das Hepatitis E-Virus mit dem Stuhl ausgeschieden, wahrscheinlich aber in wesentlich geringeren Mengen.

So sind, im Gegensatz zur Hepatitis A, Übertragungen von infizierten Personen auf Kontaktpersonen sehr selten. In den Endemiegebieten treten sporadische Fälle auf, zudem kommt es immer wieder saisonal zu größeren und kleineren Epidemien durch fäkal kontaminiertes Trinkwasser. Ein großer Teil der Infektionen verläuft anikterisch oder klinisch inapparent.

 

Klinisches Bild von Infektionen mit Hepatitis E

Die Mehrzahl der Hepatitis E-Erkrankungen zeigt das Bild der akuten Virushepatitis, die nach ­einer Inkubationszeit von 15 bis 40 Tagen beginnt. Betroffen sind in den Endemiegebieten vor allem junge Erwachsene im Alter von 15 bis 40 Jahren, Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Etwa eine Woche vor Ausbruch der klinischen Erscheinungen kann das Hepatitis E-Virus im Stuhl ­detektiert werden, wo es bis zu zwei Wochen nach Ende der Symptome nachweisbar sein kann. So beruht die Diagnostik auf dem Nukleinsäurenachweis mittels PCR aus dem Serum (frühe akute Phase) und dem Stuhl, aber auch Antikörper (IgG und IgM) sind bereits zu Beginn der Erkrankung nachweisbar.

Quellen:

Hepatitis E. MEDMIX 8/2004.

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MEDMIX Online-Redaktion

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