In der Naturheilkunde nutzt man Heilerde seit jeher wegen ihrer gesunden Wirkung

Heilerde © Tyler Olson / shutterstock.com

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Ob Hippokrates, Hildegard von Bingen oder auch Paracelsus: seit jeher nutzt die Naturheilkunde die medizinische Wirkung der Heilerde.

„Die Natur ist die beste Apotheke“ lautet ein Zitat von Pfarrer Sebastian Kneipp. Auch er empfahl Heilerde als eines der besten Heilmittel der Naturheilkunde und verschrieb es bei Venenentzündungen, Gelenkerkrankungen und Geschwüren als Umschlag. Aber auch Hippokrates, Hildegard von Bingen oder auch Paracelsus schätzen die Wirkung von Heilerde zu medizinischen Zwecken.

 

Lehm, Ton oder Löss

Unter Heilerde versteht man meist ein Pulver aus Lehm, Ton oder Löss. Dieses entstand während der letzten Eiszeit, als die Erde großteils mit einer Eisschicht bedeckt war und diese Last zermalmte Steine und Felsen zu feinem Gestein, Wind und Wetter erledigten schließlich ihren Teil der Arbeit und zerkleinerten das feine Gestein auf Staubkorngröße. Je nach Vorkommen variiert die Zusammensetzung: 45% Quarz, Feldspat, Kalkspat, Dolomit, Glimmer und Montmorillonit. Weiters sind Mineralstoffe wie Silizium, Eisen, Kalzium, Magnesium, Kalium, Aluminium und Natrium, aber auch einige Spurenelemente wie Chrom, Kupfer, Zirkonium, Strontium und Vanadium enthalten.

 

Wirkung der Heilerde in der Naturheilkunde

Heilerde hat ein großes Absortionsvermögen, das heißt, sie bindet eine Vielzahl von Verbindungen wie Gase, Flüssigkeiten oder auch Giftstoffe. Innerlich angewendet sorgt sie im Magen für den Ausgleich den Säuren- Basengleichgewichts, Heilerde wirkt jedoch immer nur bis zum physiologischen Gleichgewicht, sie bindet nur überschüssige Säuren.

Bei Antacida (Mittel gegen Magenübersäuerung) kommt es zur absoluten Neutralisation, dies hilft nur vorübergehend, da es letztendlich die Magensäureproduktion anregt. Untersuchungen konnten zeigen, dass Heilerde im Darm nicht nur überschüssige Gallensäuren, sondern auch das schädliche Cholesterin LDL bindet, außerdem auch Bakterien und deren giftigen Stoffwechselprodukte, wobei die natürliche Darmflora erhalten bleibt. Auch giftige Darmgase werden absorbiert.

Daher empfiehlt sich eine Anwendung bei Magen- Darm- Entzündungen, sowohl akut infektiöser als auch chronischer Art, also bei Blähungen und Durchfall. Durch die Fülle an Mineralstoffen und Spurenelementen, vor allem aber durch den hohen Kieselsäuregehalt, hilft Heilerde beim Bindegewebsaufbau. Durch die feinen, kleinen Partikel bewirkt Heilerde eine Mikromassage im Verauungstrakt, ohne zu reizen.

Dadurch werden mehr Verdauungssekrete gebildet. Weiters hat Heilerde mit viel Wasser getrunken Ballaststoffwirkung, die aufgeschwemmte Erde verstärkt die Ausleitung.  Wichtig: Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten sollen die Anwender die Einnahme zeitlich trennen. Denn Heilerde könnte bei bestimmten Inhaltsstoffen der Medikamente eine bindende Wirkung entfalten!

 

Anwendung

Innerlich. Konzentriertes Heilerdewasser: 2 Teelöffel Heilerde verrührt man mit einem Viertel lauwarmen Wasser, díes gilt als Tagesdosis und sollte auf 2-3 Mal pro Tag getrunken werden. Vor dem Trinken aufrühren! Mildes Heilerdewasser: Herstellung wie oben, jedoch vor dem Trinken nicht aufrühren! Heilerdewasser sollte man morgens auf nüchternem Magen langsam und schluckweise trinken, eine Stunde vor dem Mittag- und eine Stunde vor dem Abendessen.

Äußerlich. Zur äußerlichen Wirkung fügt man der Heilerde soviel Wasser bei, bis ein dicker Brei entsteht. Die äußerliche Anwendung empfiehlt sich bei Abszessen, Allergien, Gelenkentzündungen, Rheuma, Gicht, Sportverletzungen, Hauterkrankungen, Ekzemen, aber auch bei Migräne. Man kann sowohl kalte Heilerde-Umschläge als auch warme anwenden, weiter bringt ein Heilerdebad oder eine Heilerde-Auflage eine gute Wirkung. Schließlich kann man Heilerde auch als Körperpuder, Gesichtsmaske sowie auch als Zahnpasta versuchen.


Quelle:https://www.fangocur.at/index_114_114_79_1000000016_1_0__.html : Miriam Wiegele: Naturarznei Heilerde

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