Hefepilz Candida auris: für Schwerkranke lebensgefährlich, für Gesunde unproblematisch

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Den Hefepilz Candida Auris kann man nur schwer behandeln. Vor allem für schwerkranke, immungeschwächte Krankenhauspatienten ist er lebensbedrohlich.

Die britischen Gesundheitsbehörden meldeten Ende April acht verstorbenen Krankenhaus-Patienten, die sich mit dem Hefepilz Candida auris infiziert hatten. Diesen lebensbedrohenden Hefepilz konnte man erstmals 2009 in Japan nachgewisen.

Mittlerweile konnte man Candida auris weltweit bei hunderten Menschen feststellen. Unter dem Strich zeigte sich dabei, dass diese Pilzart gegen alle gängigen Antimykotika resistent ist.

Für die aktuellen englischen Todesfälle war der Hefepilz Candida Auris zwar nicht direkt verantwortlich. Allerdings hat er die bereits schwerkranken Patienten derartig geschwächt, dass das ursprüngliche Therapiemangement nicht mehr wirksam war.

 

Hefepilz Candida auris schwächt das Immunsystem, ist schwer zu behandeln sowie auch problematisch im Labor nachzuweisen.

Wie eingangs erwähnt haben vor zehn Jahren japanische Mediziner den Hefepilz Candida auris erstmals bei einer 70-jährigen im äußeren Gehörgang entdeckt. Deswegen erhielt der Erreger auch den Namen auris, was auf Latein das Ohr betreffend bedeutet.

Infolge des Krankheitsverlaufs litt die Patientin an Wunden, Blutvergiftungen sowie Harnwegsinfektionen. Bei den aktuellen britischen verstorbenen Patienten gelang der Pilzerreger in den Blutkreislauf und breitet sich von dort aus im Körper aus. Infolgedessen kam es zu schweren invasiven Infektionen – Sepsis beziehungsweise Blutvergiftung – mit letalem Ausgang.

Candida auris ist häufig resistent gegen häufig eingesetzte Antimykotika, was die Therapie sehr erschwert. Betroffen sind vor allem Patienten, die sich längere Zeit in einem Krankenhaus behandeln lassen müssen und einen zentralen Venenkatheter oder andere Apparaturen oder Schläuche bekommen. Mit Antibiotika oder Antimykotika vorbehandelte Patienten scheinen übrigens das höchste Infektionsrisiko mit Candida auris zu haben.

Im Grunde genommen kann Candida auris auch im Gegensatz zu allen anderen bekannten Candida-Arten oft auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dies kann gerade im stationären Betrieb im Krankhenhaus zu lebensgefährlichen Ausbrüchen führen.

 

Falsche Laborergebnisse können ein unwirksames Therapiemanagement zur Folge haben.

Problematisch ist auch, dass zur exakten Identifizierung von Candida auris spezielle Labormethoden erforderlich sind. Dementsprechend können gängige Labortechniken zu falschen Ergebnissen gelangen, was wiederum ein falsches Therapiemanagement zur Folge hat. Schließlich begünstigt auch dies die Ausbreitung von Candida auris.

Anzumerken ist allerdings auch, dass man den Großteil der Candida auris-Patienten effektiv behandeln kann. Jedenfalls konnten Spezialisten in unseren Breiten (Deutschland, Österreich) Infektionen mit Candida auris bisher wirksam behandeln.

Schließlich besteht für die Bevölkerung kein Grund zu einer Beunruhigung. Denn für gesunde Menschen stellt der Hefepilz Candida auris keine Bedrohung dar.

Literatur:

Pekard-Amenitsch, S., Schriebl, A., Posawetz, W., Willinger, B., Kölli, B., & Buzina, W. (2018). Isolation of Candida auris from Ear of Otherwise Healthy Patient, Austria, 2018. Emerging Infectious Diseases, 24(8), 1596-1597. https://dx.doi.org/10.3201/eid2408.180495.


Quellen: https://www.leibniz-hki.de; https://wwwnc.cdc.gov; https://www.standard.co.uk/

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