Hautkrebs: Vorbeugung und Früherkennung

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Vorbeugung und Früherkennung sind bei Hautkrebs entscheidend. Jedenfalls verbessert nach einer Melanom-Diagnose ein konsequenter Sonnenschutz die Prognose.

Bei allen Hautkrebs-Formen ist das UV-Licht der Sonne einer der auslösenden Faktoren. Melanome entstehen auf der Oberfläche der Haut und sind gut erkennbar, weshalb die Früherkennung für die Prognose von entscheidender Bedeutung ist. Frühzeitig entdeckt können praktisch alle Hautkrebs-Arten durch eine rasche Behandlung geheilt werden.

 

Optimierter Sonnenschutz und Vermeiden direkter Sonnenbestrahlung sinnvoll

Das grundsätzliche Vermeiden direkter Sonnenbestrahlung trägt maßgeblich zur Vorbeugung bei. Eine unlängst publizierte Studie der MedUni Wien / des AKH Wien zeigte, dass ein konsequenter Sonnenschutz auch nach einer Hautkrebs-Diagnose die Prognose verbessert. Wobei drei von vier Studienteilnehmer ihren Sonnenschutz tatsächlich optimieren. Dabei vermied nahezu jeder zweite Patient die direkte Sonnenbestrahlung, jeder fünfte verwendete eine Sonnencreme, insbesondere mit hohem Lichtschutzfaktor. Weitere Informationen boten die Beobachtung des Krankheitsverlaufs und die Krebsstatistik der Statistik Austria.

Diese Patientengruppe wurde verglichen mit Studienteilnehmern, die ihren Lebensstil nicht verändert hatten. Dabei zeigten die Auswertungen einen signifikanten Zusammenhang zwischen den verbesserten Schutzmaßnahmen und der Überlebens-Prognose. Im Hinblick auf ein Rückfall-freies Überleben verbesserten sich die Chancen in der Gruppe, die ihren Lebensstil bezüglich Sonnenstrahlung verbessert hatte, um etwa 40 Prozent, im Hinblick auf Melanom-spezifisches Überleben um rund 60 Prozent. Irrtümlich ist die Annahme, dass man sich durch Sonnencreme vor Hautkrebs schützen könnte, dazu gibt es keine wissenschaftliche Daten.

 

Indoor-Bräunung erhöht Hautkrebs-Risiko

Die Anwendung von Bräunungsgeräten zu Hause oder in Sonnenstudios erhöht ebenfalls das Hautkrebs-Risiko. Rund neun Prozent aller befragten Hautkrebs-Patienten einer aktuellen Untersuchung geben an, Anwender der Indoor-Bräunung zu sein. Die typischen Solarium-Nutzer sind junge erwachsene Frauen mit mittlerem Hauttyp. Das bestätigt einmal mehr, dass auch Indoor-Bräunung ein Risikofaktor für ein Melanom sein kann. Menschen, die über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren häufiger als zwanzig Mal pro Jahr ins Solarium oder andere Bräunungs-Systeme benützen, haben ein besonders erhöhtes Hautkrebs-Risiko.

 

Risikofaktoren

Starke Hautkrebs-Risikofaktoren sind sogenannte endogene Faktoren. Dazu zählen Muttermale, der Phänotyp mit Hautfarbe, die Haarfarbe sowie Sommersprossen. Ebenfalls gehören die erbliche Veranlagung bzw. Fälle von Hautkrebs in der Familie dazu. Wobei sogenannte exogene Risikofaktoren wie die Sonneneinwirkung moderat das Risiko beeinflussen. Deswegen sollten vor allem Menschen mit hohem Risiko eine bestmögliche Früherkennung anstreben.

 

Methoden zur Früherkennung

Zur Früherkennung gibt es bewährte Techniken, wie die Dermatoskopie mit Auflichtmikroskopie sowie Epilumineszenzmikroskopie. Solche nicht-invasive und einfache Diagnosemethoden können ein Melanom bereits in früheren Anfangsstadien erkennen. Eine andere Möglichkeit ist die Konfokale Laserscan-Mikroskopie. Bei diesem Verfahren erfolgt eine lasergestützte Computertomographie („optische Biopsie“) der Haut in Echtzeit. Die ebenfalls eingesetzte Optische Kohärenztomographie ist ein nichtinvasives Bildgebungsverfahren, mit dem man dreidimensionale Tomogramme mit hoher Auflösung von stark streuendem Gewebe erstellt. Damit lassen sich in vivo Schnittbilder von einigen Millimetern Breite und einer Tiefe bis in die mittlere Dermis in Echtzeit aufnehmen.

Quelle: 16th World Congress on Cancers of the Skin und 12th Congress of the European Association of Dermato-Oncology, August 2016 in der Wiener Hofburg Wien.

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Dr. Reinhold Lautner

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