Risiko für Hautkrebs am Arbeitsplatz im Freien senken

Hautkrebs © afcom.at

Sonnenschutz am Arbeitsplatz sehr wichtig: das Hautkrebs-Risiko ist vor allem für Arbeitstätige am Bau und in anderen Berufen im Freien besonders hoch.

Die Belastung durch UV-Strahlung ist von April bis Anfang September am intensivsten. Vor allem Menschen, die sehr oft im Freien teilweise 8 Stunden und mehr arbeiten, haben ein sehr hohes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, und benötigen deswegen umfassenden Sonnenschutz am Arbeitsplatz.

 

Extreme UV-Bestrahlung vermeiden

Jedenfalls sollte man – wann immer es die Möglichkeit besteht – eine extreme UV-Bestrahlung vermeiden. Das gilt für das Verlegen von Arbeiten in Innenräume wenn möglich, von Arbeiten aus der Tagesmitte heraus in die Morgen- und Abendstunden und das Ausnutzen jeder Form von Schatten.

Für manche Mitarbeiter beispielsweise im Straßenbau sind diese Ratschläge aber kaum anwendbar. Ihre Ausstattung mit textilem Sonnenschutz und Sonnenschutzbrillen ist daher unbedingt notwendig. Denn spezielle Kleidung schützt vor UV-Strahlung, hält die bedeckten Körperstellen kühl und führt den Schweiß nach außen ab. Alle nicht bedeckten Körperstellen sollten mit hohem Sonnenschutzfaktor regelmäßig eingecremt werden. Der Gesetzgeber hat dazu den Unternehmern die Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter auferlegt. Die Firmen müssen für adäquaten Schutz sorgen.

Hundertausende Menschen in unseren Breiten sind aufgrund ihres Berufes einem erhöhten Hautkrebs-Risiko durch UV-Strahlung ausgesetzt. Davon erkranken jährlich tausende Personen an einem Plattenepithelkarzinom oder multipler aktinischer Keratose. Problematisch dabei ist, dass UV-Bestrahlung nicht weh tut, schon gar nicht akut, und man die Gefahr unterschätzt. Man spürt die Gefahr nicht, man spürt lediglich die Auswirkung um Stunden verzögert bei einem Sonnenbrand. Allerdings kann es um Jahre verzögert dramatisch zu Hautkrebs oder Grauem Star kommen. Schutzmaßnahmen sind daher die einzige Gesundheitsvorsorge für morgen.

 

Hautkrebs-Risiko wird oft übersehen

Knapp 5 Prozent aller krebserkrankten Menschen bei uns leiden an Melanomen der Haut, Tendenz steigend. Die Hautkrebs-Todesfälle nehmen – im Vergleich zu den Neuerkrankungen – nur geringfügig zu. Denn viele Erkrankungen werden heute früher entdeckt. Die genaue klinische und Auflicht mikroskopische Untersuchung, ergänzt mit einer digitale Dokumentation von pigmentierten Läsionen, erzielt eine deutliche Verbesserung der Früherkennung.

Vor allem Hautkrebsarten wie der helle Hautkrebs, das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom gelten – zu Recht – als gut behandelbar. Dadurch werden Frühformen wie die aktinische Keratose oft als ‚kosmetische Störung‘ abgetan und daher häufig schlichtweg übersehen. Aber gerade die Früherkennung spielt bei der Heilung aller Hautkrebsarten eine wesentliche Rolle.

Besonders Personen, die berufsbedingt täglich extremer UV-Belastung ausgesetzt sind, fehlt häufig das Bewusstsein über ihr hohes Hautkrebs-Risiko und übersehen daher meist auch diese Frühformen. Umso wichtiger ist die betriebliche Gesundheitsförderung und die Schaffung eines Bewusstseins – auch durch den Arbeitgeber.

 

Hautkrebs behandeln

Die Therapie der Wahl von Hautkrebs ist das frühzeitige Erkennen und die ausreichende dermato-chirurgische operative Entfernung (Exzision). „Durch diese Maßnahme können mehr als 90% aller Patienten geheilt werden,“ erklärt Univ. Prof. Dr. Erika Richtig vom Arbeitskreis Melanom Dermatoonkologie der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie.

Kommt es dennoch zum Auftreten von Metastasen, ist die Situation nicht aussichtslos. Die Therapie dieses Hautkrebses ist durch die Errungenschaften der zielgerichteten Krebstherapie und der immunonkologischen Therapie in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden: „Es stehen uns heute Medikamente zur Verfügung, die Melanommetastasen zum Rückgang bringen können, langfristige Remissionen und sogar Heilungen erzielen können,“ so Richtig. Es handelt sich hier um zielgerichtete „targeted therapies“, die Tumorzellen im Wachstum blockieren können, als auch immunonkologische Therapien, die die Abwehr steigern können, indem sie die Blockade des Immunsystems aufheben können. „Dieser positive Ausblick darf aber nicht der Grund sein, primäre und sekundäre Hautkrebs-Präventionsprogramme zu vernachlässigen,“ bekräftigt Erika Richtig. Besonders Personen mit sehr hohem Hautkrebs-Risiko sollten langdauernde Aufenthalte in der Sonne vermeiden.

 

Über Hautkrebs-Risiko und Sonnenschutz informieren

Die Österreichische Krebshilfe und die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie setzen seit mehr als 30 Jahren im Rahmen ihrer Aktion „Sonne ohne Reue“ auf konsequente Information über Hautkrebs-Vorsorge und Früherkennung. Die beiden neuen Broschüren „Sonne ohne Reue“ (Vorsorge) und „Hautkrebs“ sind kostenlos bei allen Dermatologen und der Krebshilfe erhältlich. Neben betrieblicher Präventions-Aktionen bietet die Krebshilfe auch Aufklärung an Kindergärten und Schulen an. Denn gerade die Hautschäden in der Kindheit und Jugend legen oftmals den Grundstein einer Hautkrebserkrankung.


Tipps für Sonnenschutz am Arbeitsplatz

1. Direkte Sonne meiden:


2. UV-Schutzkleidung und Sonnenschutzbrillen tragen


3. Unbedeckte Körperstellen mehrmals eincremen



Kennzeichen für Personen mit hohem Hautkrebs-Risiko

Melanom:
– viele Muttermale
– Melanomerkrankungen in der Familie


Basalzellkarzinom:
– Vorhandensein von bestimmten genetischen Mutationen(PTCH1)
– zahlreiche langdauernde Aufenthalte in der Sonne


Plattenepithelkarzinom:
– Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten
– Organtransplantationen
– zahlreiche langdauernde Aufenthalte in der Sonne


 

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