Haustiere können das Wohlbefinden steigern, aber auch Belastung sein

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Haustiere steigern das Wohlbefinden ihrer Besitzer, wenn sie die Tierhaltung als wichtige, soziale Lebensaufgabe begreifen und ihr Autonomie-Bedürfnis befriedigt wird.

Viele Millionen Haustiere leben in unseren Breiten. Jeder Zweite wohnt in einem Haushalt mit mindestens einem Haustier. Dabei führen die Katzen und die Hunde die Statistik der beliebtesten Tiere an. Unter dem Strich üben die Haustiere jedenfalls starken Einfluss auf unser alltägliches Wohlbefinden aus.

 

Deutsche Online-Befragung von 631 Haustierbesitzerinnen und -besitzern

Deutsche Wissenschaftlerinnen stellten unlängst Tierbesitzern dieFrage, ob die Haustiere den Personen im Haushalt guttun. Ob sie ihre Halter glücklicher und zufriedener machen. Wobei man das nicht so einfach beantworten kann. Wichtig dabei ist, unter welchen Bedingungen bestimmte Tiere gut für unser Wohlbefinden sind. In der Online-Studie befragten sie insgesamt 631 Personen, die Hunde, Katzen oder Pferde halten.
Der Fragebogen bestand einerseits aus Fragen zur Messung zweier Aspekte des subjektiven Wohlbefindens. Zur positiven Stimmung und zur Lebenszufriedenheit.
Andererseits wurden Fragen zum Haustier und zu den erlebten Vorteilen und Nachteilen des Haustierhaltens gestellt. Beispielsweise ob die Befragten aufgrund ihres Haustiers verstärkt sportlichen Aktivitäten nachgehen. Oder wie belastend die Kosten des Haustierhaltens sind.

 

Soziale Rolle der Haustiere entscheidend

Die Analysen zeigten, dass das Wohlbefinden der Tierbesitzer besonders dann ansteigt, wenn sie die Tierhaltung als wichtige Aufgabe im Leben begreifen. Die Haustiere spielen auch eine soziale Rolle, wenn die Tierhalter durch sie Autonomie empfinden. Problematisch ist hingegen, wenn man die Tierhaltung als große finanzielle Belastung empfindet.

Ein interessantes Ergebnis zeigte sich weiter im Zusammenhang mit der persönlichen Bindung an das Tier. Diese hatte nämlich im Zusammenspiel mit allen anderen gemessenen Variablen einen negativen Effekt auf das subjektive Wohlbefinden. Dabei versuchten die Autorinnen, eine mögliche Erklärung dafür zu finden. Beispielsweise könnte die starke Bindung an das Tier negativ sein, wenn dadurch Bindungen an andere Menschen weniger stark sind oder gar nicht vorhanden. Wer also wegen seines Haustiers keine Zeit mehr für soziale Kontakte hat, ist tendenziell umso unzufriedener.

 

Freude und Belastung: Hunde, Katzen oder Pferde

Die Forscherinnen schauten sich auch an, ob Hunde, Katzen oder Pferde im Durchschnitt zufriedener machen. Solche Unterschiede zwischen den Haustieren gab es aber nicht. Allerdings zeigten sich für jedes Haustier ganz spezifische Kosten- und Nutzenfaktoren.
Pferde zum Beispiel tragen mehr zur Sinnstiftung bei ihren Besitzerinnen bei als Hunde oder Katzen. Außerdem fördern die Pferde stärker das Autonomiegefühl. Allerdings sind sie auch eine starke Belastung im Zusammenhang mit finanziellen sowie zeitlichen Aspekten.
Katzen hingegen sind die Haustiere, die ihren Besitzern die geringste Unterstützung geben. Aber sie sind auch diejenigen, die sich am wenigsten belastend auf die Beziehung zwischen Partnern auswirken.
In mancher Hinsicht sind Haustiere durchaus mit Kindern vergleichbar. Denn sie können Freude machen und das Gefühl vermitteln, dass man gebraucht und geliebt wird. Gleichzeitig kann der Umgang mit ihnen auch manchmal anstrengend sein und eine finanzielle Belastung darstellen. Häufig halten sich die positiven und negativen Einflüsse die Waage. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Entscheidung für ein Haustier die verschiedenen Faktoren zu bewerten und abzuschätzen.

Literatur:

Maike Luhmann, Anna Kalitzki. How animals contribute to subjective well-being: A comprehensive model of protective and risk factors. Journal. The Journal of Positive Psychology. Volume 13, 2018.


Quelle: www.dgps.de

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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