Hamamelis, Hamamelisrinde, mit positiven Wirkungen: Hamamelis-Salbe selber machen

Getrocknete Hamamelisblätter und die getrocknete Hamamelisrinde aus Hamamelis virginiana bieten verschiedene heilende Effekte. © LianeM / shutterstock.com

Getrocknete Hamamelisblätter und die getrocknete Hamamelisrinde aus Hamamelis virginiana bieten verschiedene heilende Effekte. © LianeM / shutterstock.com

Die Inhaltsstoffe von Hamamelis und Hamamelisrinde bringen viele positive Wirkungen, eine Hamamelis-Tinktur und -Salbe kann man einfach selber machen.

Die Hamamelis (Hamamelis virginiana ) zählt zu den Zaubernuss-Gewächsen, die verschiedene positive Wirkungen entfalten können. Dabei zeigen sich diese als sommergrüne Sträucher und kleine Bäume. Im Grunde genommen ist die Blütezeit der Jänner, jedoch teilweise auch der Februar. Wenn der Frost gar zu arg ist, so rollen sich die Blüten zum Schutz zusammen. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Ostasien und aus den atlantischen Staaten des amerikanischen Kontinents. Im 18. Jahrhundert wurde die Hamamelis unter dem Namen „witch hazel“ nach England eingeführt. Schließlich ist sie seither in Mitteleuropa als winterharter Strauch in Gärten und Parkanlagen sehr beliebt. Man verwendet vor allem die getrocknete Hamamelisrinde und die getrockneten Blätter, womit man auch einer Hamamelis-Tinktur oder Hamamelis-Salbe einfach selber machen kann.

 

Inhaltsstoffe

Arzneilich werden von der Hamamelis die Blätter und die Rinde verwendet. Folgende Inhaltsstoffe sind enthalten: Gerbstoffe, Tannine, ätherisches Öl, Flavonoide und Harze. Bei der Destillation der Hamameliszweige bzw. –blätter oder der Rinde gehen die Gerbstoffe nicht ins Destillat über. Somit enthält Hamameliswasser nur die flüchtigen Bestandteile der Pflanze, wobei sich Blätter und Rinde im Komponentenmuster unterscheiden. Aus Blättern und Rinde werden Tees und Tinkturen hergestellt.

 

Anwendungen und Wirkung von Hamamelis: Hamamelis-Tee und Hamamelis-Tinktur

Hamamelis weist blutstillende, entzündungshemmende, adstringierende und Juckreiz stillende Wirkungen auf. Dabei wendet man traditionell Hamamelis-Tee oder die Hamamelis-Tinktur bei Durchfallerkrankungen an.

Vor allem ist Hamamlis aber eine Pflanze für die äußere Anwendung. Als Frauenkraut beweist sie sich bei einem Gebärmuttervorfall oder nach einer schwierigen Entbindung. Außerdem sind Durchblutungsstörungen eine weitere Anwendung. Übrigens fördert das Hamamelitannin die Elastizität der Adern.

Die Spülungen mit Abkochnung, der Blättertee oder die verdünnte Hamamelis-Tinktur sind vor allem bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen hilfreich. Weiter können sie bei Halsentzündungen und auch bei Entzündungen der Vagina die Beschwerden lindern. Umschläge oder Kompressen sind bei Hautverletzungen, Hämorrhoiden, Krampfadern, Verbrennungen, Verstauchungen oder Prellungen Teil der Therapie. Bei ausgeprägten Krampfadern ist die Tinktur innerlich und äußerlich anzuwenden, denn sie stärkt die Venen.

Wenn man unter geplatzten Äderchen leidet, sollte man häufig Hamameliswasser auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Dadurch werden die Äderchen mit der Zeit weniger sichtbar. Hierzu nimmt man einen Teil Hamameliswasser und drei Teile Wasser.


TIPP: Hamamelis-Tinktur und Hamamelis-Salbe und selber machen

Im Grunde genommen kann man eine Hamamelis-Tinktur aus getrockneten Blättern oder Rinde selber machen. Die Tinktur eignet sich für die äußerliche Anwendung zahlreicher Beschwerden in Form von Umschlägen oder auch Sitzbädern. Wobei man die Tinktur immer mit Wasser verdünnen sollte. Gerade Sitzbäder mit Hamamelis entfalten bei Hämmorrhoiden ein sehr gute Wirkung. Das gilt aber auch für eine Hamamelis-Salbe, die bei Krampfadern, Hämmorrhoiden oder Verletzungen die Beschwerden lindern kann.

Um eine Hamamelis-Tinktur selber machen zu können, verwendet man etwa 250 Gramm Hamamelisrinde oder Hamamelisblätter, die man mit etwa einem Liter hochprozentigen Alkohol vermischt und in einem großen Gefäß verschließt. Dazu nimmt man beispielsweise Wodka, Weingeist oder SCHNAPS. Die alkoholische Flüssigkeit sollte jedenfalls die Hamamelis-Darreichung vollständig bedecken. Das verschlossene Gefäß lagert man dann an einem dunklen, kühlen Ort für mindestens zwei Wochen und lässt die Tinktur dort ziehen. Nach diesem Zeitraum seiht man die fertige Hamamelis-Tinktur ab, lagert sie in einem dunklen Gefäße wiederum an einem kühlen Ort.

Als Alternative kann man auch aus Hamamelisrinde oder Hamamelisblätter einen Sud beziehungsweise Tee kochen. Dafür nimmt man etwa drei bis sechs Teelöffel Hamamelisrinde oder Hamamelisblätter und gießt sie mit 250 ml gekochtem Wasser auf. Nach 15 Minuten ziehen lässt man den Hamamelis-Sud abkühlen. Danach eignet sich ein Hamamelis-Umschlag zur Behandlung von Entzündungen der Haut.

Schließlich gilt die Hamamelis-Salbe kann als außerliche Anwendung mit guter Wirkung bei Krampfadern, Hämmorrhoiden oder Verletzungen. Wobei man sich auch einfach eine Hamamelis-Salbe selber machen kann. Dazu besorgt nimmt man eine neutrale Creme auf Wasserbasis (aus der Apotheke oder man bereitet auch diese selbst zu) und rührt einfach einige Tropfen der Hamamelis-Tinktur hinein.


Hamamelisrinde gegen Dickdarmkrebs und Infektionen

Die Hamamelisrinde ist eine reichhaltige Quelle von kondensierten und hydrolysierbaren Tanninen. Diese haben Forscher in einer Studie auch als selektive Zytostatika gegen Dickdarmkrebs charakterisiert. Das heißt, dass sie das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen können.

Die Behandlung mit diesen Verbindungen verringerte die Lebensfähigkeit der Krebszellen und förderte dessen Selbstmordprogramm, die sogenannte Apoptose. Wobei das Hamamelitannin das effizienteste war und auch das normale Zellwachstum nicht hemmte.

Weiters stellte sich in einem Versuch mit einem hydroalkoholischen Extrakt aus Hamamelisrinde (mit Hamamelis virginiana) heraus, dass die Inhaltsstoffe der Hamamelisrinde auch Herpes-simplex-Virus Typ 1 erfolgreich bekämpfen können. Außerdem zeigten sich Eigenschaften als Radikalfänger und starke entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkungen. Dafür verantwortlich zeigten sich vor allem das Hamamelitannin, das Catechin und weitere nicht identifizierte Bestandteile.


Literatur:

Sánchez-Tena S, Fernández-Cachón ML, Carreras A, Mateos-Martín ML, Costoya N, Moyer MP, Nuñez MJ, Torres JL, Cascante M. Hamamelitannin from witch hazel (Hamamelis virginiana) displays specific cytotoxic activity against colon cancer cells. Nat Prod. 2012 Jan 27;75(1):26-33.

Trüeb RM: North American Virginian Witch Hazel (Hamamelis virginiana). Based Scalp Care and Protection for Sensitive Scalp, Red Scalp, and Scalp Burn-Out. Int J Trichology. 2014 Jul;6(3):100-3

C. A.J. Erdelmeier , J. Cinatl  Jr. , H. Rabenau , H. W. Doerr , A. Biber , E. Koch. Antiviral and Antiphlogistic Activities of Hamamelis virginiana Bark. Planta Med 1996; 62(3): 241-245
DOI: 10.1055/s-2006-957868

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