Probleme mit Hämorrhoiden: Juckreiz und Schmerzen beim Stuhlgang

Stuhlregulierung Defäkationsverhalten sind wichtige Maßnahmen bei Hämorrhoidalleiden. © aradaphotography / shutterstock.com

Stuhlregulierung Defäkationsverhalten sind wichtige Maßnahmen bei Hämorrhoidalleiden. © aradaphotography / shutterstock.com

Juckreiz und Schmerzen beim Stuhlgang sowie helle Blutspuren am Stuhl oder am Toilettenpapier weisen auf Beschwerden mit Hämorrhoiden hin.

Eine Verstopfung und ein Vorfall des Analkissens führen häufig zu einer Hämorrhoiden-Erkrankung, die sich sehr auf die Lebensqualität auswirken. Hämorrhoiden selbst hat eigentlich jeder Mensch. Das sind die Blutgefäße zwischen Rektum und After-Schließmuskel, die zahlreich in einem Geflecht polsterartig angeordnet sind. Fachlich bezeichnet man sie als Plexus hämorrhoidalis, wobei das Gefäßgeflecht den Schließmuskel unterstützt. Bekannte Probleme mit Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) sind Erweiterungen des arteriovenösen Schwellkörpers, die bei Betroffenen Beschwerden wie Juckreiz und Schmerzen speziell beim Stuhlgang verursachen. Wobei sich die Therapie häufig verzögert, da persönliche Scham betroffene Patienten davon abhalten, rechtzeitig einen Arzt zu konsultieren.

 

Hämorrhoidalleiden

Als Corpus cavernosum recti – ein Flechtwerk aus glatter Muskulatur, elastischen Fasern und Bindegewebe – bezeichnet man medizinisch den sogenannten arteriovenösen Schwellkörper zwischen Mast- und Enddarm. Dort sind Hämorrhoiden lokalisiert, die ähnlich wie Krampfadern in bestimmten Abschnitten des Schwellkörpers erweitert sind. Die Größe der Hämorrhoiden korreliert aber nicht mit den Beschwerden.

Die cavernösen Gefäßpolster sollen den gasdichten Verschluss gewährleisten, Hämorrhoidalleiden sind Folge einer Desintegration der muskulären und elastischen Komponenten des Anorektums durch Absinken des arteriovenösen Schwellkörpers.

Zu der Häufigkeit und den Ursachen der Hämorrhoidalleiden liegen keine validen Daten vor. Als Faktoren für Entstehung von Hämorrhoidalleiden werden vor allem fehlerhaftes Ernährungs- und gestörtes Defäkationsverhalten vermutet. Weiter gehören anorektale Funktionsstörungen, familiäre Disposition sowie intraabdominelle Drucksteigerung unterschiedlicher Genese dazu.

 

Wenn die Hämorrhoiden Juckreiz und Schmerzen beim Stuhlgang sowie andere Symptome verursachen

Hämorrhoidalleiden sind oft durch schmerzlose Blutungen im Analbereich gekennzeichnet. Ein Blutung kann einmalig, rezidivierend oder kontinuierlich über einen längeren Zeitraum auftreten. Die Feinkontinenz ist gestört, was zu einer schleimigen und fäkulenten Sekretion führen kann.

Es kommt zu Irritationen der perianalen Haut mit Juckreiz und Schmerzen in Form von Brennen und Nässen. Symptomatisch für fortgeschrittene Hämorrhoidalleiden sind ein Druck- oder Fremdkörpergefühl und starke Schmerzen.

 

Verschiedene Stadien der Erkrankung

Hämorrhoidalleiden sollten stadiengerecht je nach Schweregrad behandelt werden. Grundsätzlich müssen aber Hämor­­rhoiden aller Stadien ohne Beschwerden nicht behandelt werden.

Bei Hämorrhoidalleiden von Grad 1 ist der Corpus cavernosum recti leicht vergrößert. Es kommt zu leichter Blutung, Jucken und Brennen. Mit zunehmender Vergrößerung treten die Hämorrhoidalpolster immer stärker und knotenartig aus dem After heraus. Schließlich verstärken sich die Symptome.

Bei Grad 2 zeigt sich eine starke Schwellung. Außerdem können beim Pressen die Hämorrhoiden mit dem Stuhl aus dem Analkanal austreten. Allerdings ziehen sie sich von allein wieder zurück. Nässen und Jucken treten in der Analregion auf. Symptomatisch sind wiederum Blutungen sowie ein Fremdkörpergefühl und ein Empfinden der unvollständigen Stuhlentleerung.

Bei Hämorrhoidalleiden Grad 3 sind die Hämorrhoiden so stark durchblutet, dass sie bei jedem Stuhlgang nach außen fallen. Die Schwellkörper ziehen sich nicht mehr von allein zurück, sind aber noch mit dem Finger zurückzubringen. Zusätzlich kann eine Inkontinenzproblematik beginnen.

Bei Hämorrhoidalleiden Grad 4 können die Hämorrhoiden mit dem Finger nicht mehr in die ursprüngliche Lage zurückgebracht werden. Oft treten auch gleichzeitig Ekzeme und Hygieneprobleme auf. Zum Einsatz kommen dann bereits konservative, semi-konservative, semi-invasive oder operative Methoden.

 

Verhaltensmaßnahmen

Zu den ersten Maßnahmen bei Hämorrhoidalleiden gehört eine adäquate Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Beispielsweise kann eine ballaststoffreiche Ernährung eine positive Wirkung haben. Experten empfehlen auch das Aufteilen der täglichen Nahrung auf mehrere Mahlzeiten und viel Flüssigkeit zu diesen Mahlzeiten. Allgemein sollten Betroffene ausreichend viel trinken.

Jedenfalls sollten betroffene Patienten auch von Beginn an ihr Defäkationsverhalten verändern. Unter dem Strich empfehlen Experten, nicht zu pressen und sich nicht zu lange auf der Toilette aufzuhalten. Hingegen sollte man erst auf die Toilette gehen, sobald der erste Druck zu verspüren ist.

 

Medikamente

Zur medikamentösen Therapie stehen Proktologika oder Hämorrhoidalia – Zäpfchen für innere und Gel beziehungsweise Salbe für äußere Hämorrhoiden – zur Verfügung. Diese Behandlungen dienen der Haut- und Wundpflege im Analbereich. Wobei die Präparate in der Regel rein symptomatisch wirken. Allerdings stellen sie keine kausale Therapie dar. Auch Phlebotonika, die auch bei Krampfadern und anderen Venenerkrankungen angewendet werden, wirken gegen viele der typische Beschwerden.

 

Hämorrhoidalleiden mit chirurgischen Methoden behandeln

Operativ kommen Barron-Ligatur, also das Abbinden, und Sklerosierung meistens ab Grad II zur Anwendung. Hämorrhoiden der Goligher-Klassifikation Grad 1 kann man mittels Injektionssklerotherapie unter Verwendung von 50% iger Dextroselösung wirksam behandeln. Das ist ein billiges und physiologisches Sklerotherapie-Mittel. Ab Grad III stehen verschiedene Operationsmethoden wie Hämorrhoidalarterienligatur und Hämorrhoidektomien sowie Analplastische Operationen zur Verfügung:


Literatur:

Ray-Offor E, Amadi S. Hemorrhoidal disease: Predilection sites, pattern of presentation, and treatment. Ann Afr Med. 2019 Jan-Mar;18(1):12-16. doi: 10.4103/aam.aam_4_18. PMID: 30729927; PMCID: PMC6380113.

Sun et al. Review of Hemorrhoid Disease: Presentation and Management. Clin Colon Rectal Surg. 2016 Mar; 29(1): 22–29. doi: 10.1055/s-0035-1568144

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