Gute Mundhygiene bei älteren Menschen gegen den Verlust von Zähnen

Eine angemessene Mundhygiene ist speziell auch bei älteren Menschen sehr wichtig, um dem Verlust von Zähnen entgegenwirken zu können. © bbernard / shutterstock.com

Eine angemessene Mundhygiene ist speziell auch bei älteren Menschen sehr wichtig, um dem Verlust von Zähnen entgegenwirken zu können. © bbernard / shutterstock.com

Gerade bei bei älteren Menschen ist die Mundhygiene sehr wichtig, um das Risiko für Mund- und Zahninfektionen und den Verlust von Zähnen zu vermeiden.

Gute Mundhygiene mit Fluoridbehandlung und regelmäßige Zahnpflege hilft vor allem auch bei bei älteren Menschen, dass man Mundinfektionen und deren Komplikationen gering halten kann. Ein kürzlich im Journal der American Geriatrics Society veröffentlichter Artikel bietet einen hilfreichen Überblick über die Mundgesundheit bei älteren Menschen. Dort geben Experten wertvolle Tipps, wie vor allem auch ältere Menschen ihre Zähne und Ihren Mund in bester Form halten können. Damit man den Verlust von Zähnen verhindern kann.

 

Schlechte Mundhygiene ist bei älteren Menschen weit verbreitet.

Im Grunde genommen weiss man, dass bei älteren Menschen häufiger eine schlechte Mundgesundheit auftritt. Außerdem besteht ein Zusammenhang zwischen höherem Alter und Karies. Tatsächlich wissen wir, dass Zahnhöhlen bei älteren Menschen fast doppelt so häufig auftreten wie bei jüngeren Erwachsenen.

Ältere Erwachsene haben auch ein besonders hohes Risiko für Mund- und Zahninfektionen sowie für mögliche Komplikationen. Der Verlust von Zähnen, der hauptsächlich durch Infektionen verursacht wird, verändert einerseits unserer äußeres Erscheinungsbild. Andererseits verändert und erschwert der Verlust von Zähnen auch das Kauen bestimmter Lebensmittel. Das kann sogar dazu führen, dass man nicht mehr die Nahrungsmittel zu sich nehmen kann, die der Körper braucht. Die Folge davon können Schluckstörungen und Mangelernährung sein.

 

Zahnfleischerkrankungen, Parodontitis

Ein vollständiger Verlust aller Zähne ist in vor allem in der entwickelten Welt seltener geworden. Mit zunehmendem Alter kommt das dennoch häufiger vor. Und zwar ist das der Fall, unabhängig davon, wo jemand lebt.

Die Häufigkeit von Zahnfleischerkrankungen oder Parodontitis nimmt ebenfalls mit zunehmendem Alter zu. Mehr als jeder zweite ältere Erwachsene leidet an mittelschwerer oder schwerer Parodontitis. Verglichen dazu sind es bei jüngeren Menschen unter 40%. Wobei sowohl Karies als auch Parodontitis den Verlust von Zähnen untersützen

Wenn Zahnärzte Zähne und andere Strukturen im Mund behandeln, können Bakterien in die Blutbahn gelangen. Diese schädlichen Bakterien können sich dann im gesamten Körper ausbreiten und potenziell Körperimplantate infizieren, einschließlich künstlicher Gelenke und Ersatzherzklappen. Wenn Sie eine schlechte Mundgesundheit haben, können bereits beim Zähneputzen Bakterien in Ihren Blutkreislauf gelangen.

Das Wichtigste, was Sie tun können, um Infektionen vorzubeugen, ist eine gute Mundhygiene.Alle älteren Erwachsenen sollten auf ihre Mundgesundheit achten. Ältere Erwachsene mit künstlichen Gelenken und künstlichen Herzklappen müssen besonders vorsichtig sein. Die meisten Patienten mit künstlichen Gelenken und Herzklappen benötigen jedoch vor einem zahnärztlichen Eingriff keine Antibiotika.

Ihr Arzt oder Zahnarzt sollte Sie während Ihrer regelmäßigen Arztbesuche nach Mundbeschwerden oder Zahnschmerzen fragen. Sie sollten Sie auch bei regelmäßigen Arztbesuchen über Mundtrockenheit befragen. Reduzierter Speichel und trockener Mund erhöhen das Risiko für Karies. Wenn Sie einen trockenen Mund haben, erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, ob eines der Medikamente, die Sie einnehmen, Ihren trockenen Mund verschlimmert.


Checkliste für eine gute Mundgesundheit

Das sollte man vermeiden:

– Rauchen oder kauen Sie keinen Tabak.
– Verwenden Sie möglichst keine Medikamente, die die Speichelproduktion reduzieren.
– Fragen Sie Ihren Arzt nach weiteren Informationen.
– Essen Sie keine Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt.
– Insbesondere keine zuckerhaltigen Lebensmittel oder Süßigkeiten.

Das ist empfehlenswert:

– Kauen Sie zuckerfreie Bonbons oder Kaugummi, die Xylit enthalten, um die Speichelproduktion zu stimulieren, insbesondere wenn Sie Symptome eines trockenen Mundes haben.
– Vereinbaren Sie einen Termin beim Zahnarzt, wenn Sie Symptome einer chronischen Mundtrockenheit haben.
– Putzen Sie Ihre Zähne jeden Tag mit einer Fluorid-Zahnpasta.
– Verwenden Sie eine elektrische oder batteriebetriebene Zahnbürste, insbesondere wenn Sie Probleme beim Denken oder Treffen von Entscheidungen haben. Ooder wenn Sie jemanden betreuen, der mit diesen Problemen lebt.
– Zähne putzen jeden Tag. Die Verwendung von Zahnseidenhaltern kann für Menschen mit steifen Händen hilfreich sein.
– Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach verschreibungspflichtigen Fluorid-Mundspülungen und Fluorid-Lacken, wenn in der Vergangenheit Karies aufgetreten ist.
– Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach einem Mundwasser mit Chlorhexidin, wenn Sie an einer Zahnfleischerkrankung leiden oder ein Risiko für Zahnfleischerkrankungen besteht.
– Alle älteren Erwachsenen sollten mindestens zweimal im Jahr eine Zahnreinigung durch einen Zahnarzthelfer und eine Beurteilung der Mundgesundheit durch ihren Zahnarzt durchführen lassen.
– Wenn Sie Ersatzherzklappen oder Gelenkprothesen haben, müssen Sie besonders sorgfältig auf Ihre Mundhygiene achten, um das Risiko schwerer Infektionen zu vermeiden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt nach Schritten, die Sie unternehmen sollten, bevor Sie Ihre Zähne reinigen oder sich zahnärztlichen Eingriffen unterziehen.

Denken Sie daran, dass eine gute Zahnhygiene ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Alterns ist. Es gibt keinen Ersatz dafür, sich nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen und jeden Tag Zahnseide zu verwenden.


Literatur:

Patrick P. Coll, Adam Lindsay, Joyce Meng, Aadarsh Gopalakrishna, Sree Raghavendra, Pooja Bysani, Daniel O’Brien. The Prevention of Infections in Older Adults: Oral Health.
Journal of die American Geriatrics Society. First published: 03 September 2019 https://doi.org/10.1111/jgs.16154


Quelle: AMERICAN GERIATRICS SOCIETY

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