Warum böse Viren Erkrankungen wie Influenza und AIDS hervorrufen

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Rainer Muller
Rainer Mullerhttp://www.afcom.at
MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

Mit Viren verbindet man störende Erkältungen, gefährliche Influenza aber auch lebensgefährliche Erkrankungen wie AIDS. Viele Viren gelten zu Recht als böse Viren.

Verschiedene molekular-virologischen Forschungen untersuchen, warum Viren bestimmte Krankheiten wie Aids und Influenza hervorrufen. Und warum manche Viren so besonders gefährliche und sogar lebensgefährliche sind, während andere – ganz ähnlich aufgebaute Viren – harmlos sind, wird in untersucht.

 

Warum die Spanische Grippe mit Influenza-Viren Millionen Todesopfer kostete

Bis heute ist zum Beispiel ungeklärt, warum die spanische Grippe durch Infektionen mit dem Influenza-Virus des Typs H1N1 in den Jahren 1918–1920 geschätzte 20 Millionen Opfer kostete. Zum Vergleich: der 1. Weltkrieg kostete 9 Millionen Menschen das Leben. Dazu konnten Wissenschaftler (Goto und Kawaoka 1998) ein 1933 isoliertes Influenza-­Virus untersuchen, das als direkter Nachkomme der spanischen Grippe gilt. Sie hatten festgestellt, dass bei diesem Virus die Neuraminidase – eines der beiden Proteine, die die Oberfläche des Influenza-Virus bilden – mit hoher Affinität das menschliche Protein Plasminogen ­bindet.

Das führt dazu, dass an der Oberfläche des Virus immer ausreichende Mengen der Protease Plasmin verfügbar sind. Plasmin kann das zweite Oberflächenprotein des Influenza-Virus, das Hämag­glutinin, spalten, was eine notwendige Voraussetzung für die Infektiosität des Virus ist. Dieses Virus verwendet also nicht nur eine menschliche Protease, um sich aktivieren zu lassen (das tun alle Influenza-Viren), sondern es sorgt über diesen ­Mechanismus auch noch dafür, daß immer ausreichende Mengen dieser Protease vorhanden sind. Man kann über den Einfallsreichtum der Natur nur staunen. Goto und Kawaoka glaubten, dass dieser Mechanismus die spanische Grippe — aus der Sicht des ­Virus — so besonders erfolgreich gemacht hat.

 

Schwere Pandemie vorbeugen

In Hinblick auf die bange Frage, ob und in welcher Form neue Varianten des Influenza-Virus in Zukunft wieder eine schwere Pandemie von der Art der spanischen Grippe verursachen können, ist die Aufklärung der Ursachen der Bösartigkeit bestimmter Viren von großer Bedeutung.

 

Gentherapie: Warum selbst böse Viren auch Gutes haben

Entgegen der gängigen Meinung gibt es über Viren aber auch viel ­Gutes zu sagen. Abgesehen von der Bedeutung, die Viren als Überträger genetischen Materials in der Evolution gespielt haben dürften, und neben den zahllosen Beispielen, bei denen die ­Erforschung von Viren wesentliche Einblicke in die Funktionen (und malignen Fehlfunktionen) des Lebens ermöglicht hat, zielt die Forschung der letzten Jahre immer mehr darauf ab, Viren als Vehikel zur Bekämpfung verschiedener Krankheiten einzusetzen.

Bei der Gentherapie geht es beispielsweise darum, genetisches Material gezielt in bestimmte Zellen des Körpers einzuschleusen. Was könnte für diesen Zweck geeigneter sein als Viren, deren Vermehrung ja gerade auf diesem Vorgang beruht. Nämlich der Einschleusung genetischen Materials in lebende Zellen (Stichwort orale Gentherapie).

Literatur:

Honigsbaum M. The Spanish flu: an interdisciplinary problem. Lancet. VOLUME 391, ISSUE 10139, P2492-2495, JUNE 23, 2018, 2018DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)31360-6

JEFFERY K. TAUBENBERGER. The Origin and Virulence of the 1918 “Spanish” Influenza Virus. Proc Am Philos Soc. 2006 Mar; 150(1): 86–112.

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