Grippewelle zu Schulstart erwartet

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Die Grippewelle könnte bis Mitte Jänner epidemisches Niveau erreichen, mit Schulstart wird sich die Ansteckungsgefahr zusätzlich erhöhen.

In der letzten Dezemberwoche und in den ersten Tagen des neuen Jahres setzte sich der Trend der zunehmenden Influenzavirusaktivität fort, wobei das epidemische Niveau der Grippewelle bislang nicht erreicht wurde. Mit dem morgigen Schulstart könnte sich aber die Situation drastisch verschärfen, Experten 60% aller bisher nachgewiesenen Viren sind Influenza B Viren der Yamagata Linie, gegen die auch die aktuellen Influenzaimpfstoffe wirksam sind.

Europaweit treten Influenza A- und Influenza B-Viren auf. In vielen Ländern wie in Österreich ist Influenza B das dominante Virus (z.B: Finnland, Niederlande, Italien, Spanien, Ukraine, Azerbaijan und Armenien). Lediglich in Frankreich und in Rumänien dominieren A(H1N1)pdm09 Viren. Heftige Influenzavirusausbrüche werden derzeit in Portugal, Spanien, Türkei, Norwegen und Schweden verzeichnet.

Mit Händewaschen Erkrankungsrisiko massiv verringern

Händewaschen hat ein überragende präventive Wirkung gegen Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Grippe. Händewaschen verringert Ansteckungsgefahr extrem, da die Keimzahl um mehr als 99 Prozent reduziert werden kann. Grippeviren überleben rund 48 Stunden auf den meisten Oberflächen. Eine Erkrankung droht vor allem, wenn die Erreger über die Hände weiter in die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund gelangen.

Desinfektionsmittel können die Anzahl der Keime reduzieren, ersparen aber das Händewaschen nicht. Ihr Einsatz ist vor allem dann sinnvoll, wenn Familienmitglieder an einer hochansteckenden Infektion oder durch eine mit Immunschwäche einhergehenden Krankheit, z.B. nach einer Krebstherapie, leiden.

Regelmäßig Händewaschen, sobald man nach Hause kommt aber auch in der Schule, ist sehr empfehlenswert, wobei Eltern Ihre Kinder darauf aufmerksam machen sollten. Wobei ein kurzes Händewaschen nicht ausreicht. Stattdessen sollten die Hände unter fließendes Wasser gehalten und anschließend die Handinnenflächen, Handrücken, die Fingerspitzen und auch die Fingerzwischenräume sowie die Fingernägel gründlich eingeseift werden, wobei für das gründliche Händewaschen 20 bis 30 Sekunden aufzuwenden sind, sofern die Hände nicht stark verschmutzt werden. Seife gehört idealerweise zur Reinigung dazu, weil sie die Oberflächenspannung von Wasser senkt, das so besser in Kontakt mit den Schmutzpartikeln kommt. Überflüssig sind handelsübliche antibakteriell wirksame Seifen, da sie Keime nicht besser entfernen als normale Seifen. Da der Säureschutzmantel der Haut eine natürliche Barrierefunktion gegen Krankheitserreger darstellt, sind pH-neutrale Seifen zu bevorzugen. Flüssigseifen sind hygienischer als die klassischen Seifenstücke. Die Temperatur des Wassers spielt übrigens dabei keine Rolle. Es ist aber sinnvoll, die nassen Hände gründlich zu trocknen, da Keime im feuchten Milieu besser überleben können.

Weitere Informationen: https://www.virologie.meduniwien.ac.at/

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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