Grippaler Infekt beim Säugling und kleinem Kind: selten hohes Fieber

Grippaler Infekt im Säuglingsalter führt selten zu Fieber über 39°C. © jan faukner / shutterstock.com

Grippaler Infekt im Säuglingsalter führt selten zu Fieber über 39°C. © jan faukner / shutterstock.com

Ein grippaler Infekt beim Säugling oder sehr kleinem Kind führt selten zu Fieber über 39°C, problematisch ist die Trinkschwäche durch die eingeschränkte Nasenatmung.

Grippaler Infekt im Säuglingsalter führt selten zu Fieber über 39°C, meist bleibt der Säugling oder das sehr kleine Kind subfebril, also mit leicht erhöhter Körpertemperatur, aber noch nicht fieberhaft. Von großer praktischer Bedeutung ist die Trinkschwäche durch die eingeschränkte Nasenatmung.



Ein grippaler Infekt ist vor allem auch gefährlich, weil bei Husten als Zeichen einer Infektion der Atemwege die Gefahr eines Überganges in eine schwere obstruktive Bronchitis beziehungsweise Bronchiolitis mit entsprechender expiratorischer Atembehinderung – Einatemprobleme weisen hingegen auf eine Rachen- bzw. Kehlkopfentzündung hin – besteht.

Sollte eine grippaler Infekt dazu führen, dass Säuglingen das Atmen schwerfällt, so sollten Eltern nicht zögern, rasch ärztliche Hilfe zu suchen.

Das gilt aber auch für die Altersgruppe unter sechs Monaten bei generell anhaltendem hohem Fieber, Schüttelfrost und Atemgeräuschen.

 

Grippaler Infekt und die Behandlung von Schnupfen und Hus­ten bei Säuglingen

Grundsätzlich eignen sich Ätherische Öle wegen ihrer kinderfreundlichen inhalativen Anwendung rechtgut, wenngleich man einige Besonderheiten beachten muss.

Für Kinder, die jünger als sechs Monaten sind, sind stark riechende Bestandteile von ätherischen Ölen wie Menthol wegen des sognannte Kratschmer-Reflexes – bei Säuglingen nach intranasaler Anwendung von Medikamenten auftretende Herz-, Kreislauf- und Atemdepression – nicht geeignet.

Dieser Kratschmer-Reflex ist eine Reaktion des Atemsystems auf stark riechende Substanzen und dient eigentlich als Schutzreaktion. Denn der Säugling hört nämlich zu atmen auf!



 

Wirksame Maßnahmen

Säuglinge und Kleinkinder reagieren auf balsamische Einreibungen häufig mit Hautreizungen. In solchen Fällen trägt man den Balsam statt auf die Haut auf ein Tuch auf und legt dieses in die Kopfnähe des Kindes.

Bei verstopfter Nase kann man Muttermilch eintropfen und Sekret mit Nasensauger entfernen. Nasensprays mit 0,9%iger NaCl-Lösung sind eine weitere harmlose Alternative zu den abschwellenden Nasentropfen. Solche gibt es mit entsprechender Verdünnung auch für Säuglinge ab der ersten Lebenswoche.

Gegen Husten werden gerne Drosera- und Thymianextrakt in alkoholischer Lösung eingesetzt. Sie zeichnen sich durch broncho­spasmolyti­sche, antitussive und antibakterielle Eigenschaften aus.

Bei der Sinusitis zielt die Behandlung im Kleinkindalter auf Abschwellung der Schleimhaut an den Ausführungsgängen der Höhlen und die Therapie akuter Infekte in den Nebenhöhlen. Bei bakterieller Sinusitis sind Antibiotika angezeigt.

 

Fazit

Unter dem Strich verursacht der grippale Infekt mit Fieber beim Säugling und beim kleinen Kind häufig bei Eltern große Verunsicherung. Deswegen gehört dies zu den häufigsten Beschwerden bei Besuchen in der Notaufnahme, an denen dann häufig nicht pädiatrisch geschulte Notärzte beteiligt sind.

Nicht zuletzt deswegen gilt Fieber auch als eine Hauptursache für Laboruntersuchungen und Krankenhauseinweisungen bei den kleine Patienten. Übrigens sind Fiebermittel (Antipyretika wie Paracetamol und Ibuprofen) die häufigsten Medikamente, die Kindern verabreicht werden.




Literatur:

Egidio Barbi, Pierluigi Marzuillo, Elena Neri, Samuele Naviglio, Baruch S. Krauss. Fever in Children: Pearls and Pitfalls. Children (Basel). 2017 Sep; 4(9): 81. Published online 2017 Sep 1. doi: 10.3390/children4090081

de Vos-Kerkhof E, Geurts DHF, Steyerberg EW, Lakhanpaul M, Moll HA, Oostenbrink R. Characteristics of revisits of children at risk for serious infections in pediatric emergency care. Eur J Pediatr. 2018;177(4):617–624. doi:10.1007/s00431-018-3095-0

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