Glücksspielsucht unter jungen Männern sehr verbreitet

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Eine Studie zu Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland hat ergeben, dass fast 13% der Männer zwischen 18 und 20 Jahren spielsüchtig sind.

Krankhafte, pathologische Glücksspielsucht bestimmt den Alltag süchtig spielender Menschen. Sie lassen keine Gelegenheit aus zu spielen und vernachlässigen dabei ihr komplettes Umfeld. Das beinhaltet im Grunde genommen also Familie, Berufsleben sowie andere soziale Kontakte. Den Betroffenen ist es nicht möglich, dem Impuls zu Glücksspiel, Wetten oder ähnlichem zu widerstehen. Ohne Rücksicht auf gravierende Folgen im persönlichen, familiären oder beruflichen Umfeld, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Wenn Glücksspiel als Erkrankung erkannt wurde, spricht man von einer stoffungebundenen Sucht oder auch von einer Verhaltenssucht. Wenn diese Tendenz zur Spielsucht vom Betroffenen selbst erkannt wird, so ist eine rasche Beratung von Experten ein Muss.

 

Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland

Unter dem Strich galten vor fünf Jahren fast 13 Prozent der Männer zwischen 18 und 20 Jahren in Deutschland als spielsüchtig. Denn zu diesem Ergebnis kam die repräsentative Studie „ Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2015“ des Deutschen Lotto- und Totoblocks und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch der Anteil der Sportwetter in Beratungsstellen hatte in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

 

Österreichische Untersuchung zu sozialem Umfeld der Betroffen Spielsüchtigen

In einer älteren österreichischen Studie zur Prävention der Glücksspielsucht zeigte sich beispielsweise, dass überdurchschnittlich oft 18- bis 35-Jährige, Personen mit Pflichtschulabschluss, Arbeitslose, gering Verdienende und Spieler mit häufiger Spielteilnahme und hohem Geldeinsatz betroffenen waren.

Im mittlerweile sehr großen unregulierten (illegalen) Sportwettenmarkt in Deutschland wird Suchtprävention immer wichtiger. Denn: In den Kommunen und im Internet ist eine Vielzahl von Sportwettanbietern tätig – ohne jegliche Regulierung und Kontrolle den Jugend- und Spielerschutz betreffend. Als Konsequenz gehen Überblick und Kontrolle verloren.


Literatur:

Palomäki J, Laakasuo M, Castrén S, Saastamoinen J, Kainulainen T, Suhonen N. Online Betting Intensity is Linked with Extraversion and Conscientiousness. J Pers. 2021 Apr 3. doi: 10.1111/jopy.12637. Epub ahead of print. PMID: 33811638.

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Quelle: https://www.dshs-koeln.de/institut-fuer-kognitions-und-sportspielforschung

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