Gesundes Altern der Gefäße beginnt in der Jugend

Die Gefäße spielen für gesundes Altern eine maßgebliche Rolle. © Sebastian Kaulitzki / shutterstock.com

Gesundes Altern – auch im Zusammenhang mit den Gefäßen – beginnt bereits in jungen Jahren. Mikronährstoffe und Medikamente können ebenfalls helfen.

Pathohistologische und biochemische Untersuchungen an Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben ein lange bekanntes Prinzip bestätigt: Gesundes Altern, auch der Gefäße, beginnt in der Jugend! Bereits Jahrzehnte vor der klinischen Manifestation sind beispielsweise atherosklerotische Gefäßveränderungen nachweisbar. Schon bei jungen Menschen sind dieselben Faktoren wie bei älteren Erwachsenen, nämlich Körpergewicht, Blutdruck, Cholesterin, Glucosestoffwechsel und Rauchen entscheidend für das Auftreten und Ausmaß solcher Veränderungen.

 

Strategien für ein gesundes Altern der Gefäße

Daraus lassen sich zwei Strategien zur Senkung des kardiovaskulären Risikos ableiten: Um Atherosklerose zu stoppen, sind frühe Maßnahmen am wirksamsten und Kurskorrekturen zur Risikoreduktion müssen umso tiefgreifender sein, je später sie eingeleitet werden.

 

Mikronährstoffe und Medikamente, die ein gesundes Altern der Gefäße unterstützen

Der Stellenwert von konzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln wie antioxidativen Vitaminen, Vitamin B und Folsäure ist nach wie vor nicht endgültig geklärt. Ein sicherer Effekt zur Vermeidung ischämischer Ereignisse oder gar ein Vorteil gegenüber einer ausgewogenen Ernährung konnte bisher weder bei Gesunden noch an Patienten mit Gefäßerkrankungen oder ausgeprägtem Risikoprofil eindeutig belegt werden. Der Nutzen einer zusätzlichen Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in der Primär- und Sekundärprävention scheint deutlich besser belegt. Wobei viele Experten bezweifeln, ob die zusätzliche Gabe dem regelmäßigen Konsum von ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche überlegen ist.

Die Hormonersatztherapie bei Frauen kann das KHK-Risiko senken, wenn damit innerhalb von zehn Jahren nach Einsetzen der Menopause begonnen wird. Später sind nachteilige Folgen zu befürchten. Die Frage, ab wann die Verordnung von Medikamenten bei klinisch asymptomatischer arterieller Verschlusskrankheit gerechtfertigt ist, wird uns in den nächsten Jahren nicht zuletzt wegen der zunehmenden Verfeinerung der bildgebenden Diagnostik auf diesem Gebiet beschäftigen.

Zu einer individuellen Risikoreduktion sollten verschiedene, auch in der kardiovaskulären Primärprophylaxe eingesetzte Wirkstoffe überlegt werden. Zu diesen zählen wegen ihrer pleiotropen Wirkungen Statine und Antihypertensiva mit Angriffspunkten am Renin-Angiotensin-System.


Literatur:

Fulop T, Larbi A. Biology of aging: Paving the way for healthy aging. Exp Gerontol. 2018 Jul 1;107:1-3. doi: 10.1016/j.exger.2018.03.014. Epub 2018 Mar 14. PMID: 29550563.


Quelle:

Die Gefäße und ihre Feinde – Gesundes Altern der Gefäße. Univ.-Ass. Dr. Markus Haumer. MEDMIX 10-2008

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