Gesetze zum Alkoholkonsum wirken vorbeugend

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Gesetze zum Alkoholkonsum wirken bei jungen Schweizer Männern präventiv. Vorschriften zum Mindestalter für den Kauf oder Ausschank von Alkohol können sie davor schützen.

Risikoreiches Trinken ist bei jungen Schweizer Männern recht weit verbreitet. Je mehr gesetzliche Massnahmen in der Schweiz zur Alkoholprävention – gesetzliche Vorschriften etwa zum Mindestalter für den Ausschank, zu Einschränkungen für den Verkauf oder für die Bewerbung von Alkoholika – in Kraft sind, desto weniger junge Männer haben einen übermässigen Alkoholkonsum. Dies gilt jedoch nicht für Konsumenten mit einer Tendenz zu risikoreichem oder antisozialem Verhalten. Diese Erkenntnisse erhielten Wissenschaftler der Universität Zürich anhand einer Befragung von rund 5.700 jungen Schweizer Männern.

Von den Befragten, im Durchschnitt 20 Jahre alt, waren knapp die Hälfte risikoreiche Trinker. Sie konsumieren monatlich mindestens sechs oder mehr alkoholische Getränke auf einmal. Beinahe ein Drittel davon hat zudem Alkoholprobleme, die sich in einem wiederholten Trinkverhalten mit schädlichen Folgen oder Gefahren äussern. Die Gefahr, dass junge Erwachsene und vor allem junge Männer durch risikoreiches und missbräuchliches Trinken eine Alkoholabhängigkeit entwickeln ist sehr große. Die vorliegenden erhobenen hohen Zahlen stimmen überein mit Studienergebnissen aus vielen anderen Ländern wie Deutschland und Österreich.

 

Je mehr Maßnahmen dagegen, desto geringer der Alkoholkonsum

Der Einfluss gesetzlich verankerter Maßnahmen zur Alkoholprävention auf den Alkoholkonsum der Befragten zeigte, dass in den Kantonen mit mehr Maßnahmen zur Alkoholprävention weniger Männer risikoreich oder missbräuchlich Alkohol tranken. Dieses Resultat deckt sich ebenfalls mit internationalen Studien: denn in vielen Ländern führte die Einführung von Alkoholgesetzen zu einer Alkoholkonsum-Abnahme sowie alkoholbedingter Gesundheitsprobleme.

Allderings hatten Maßnahmen zur Alkoholprävention keinen Einfluss auf die Studienteilnehmer, die eine überdurchschnittliche Tendenz zum Sensation seeking oder zu antisozialem Verhalten hatten. Allgemein scheint es so zu sein, dass Männer, die ungeachtet der Risiken verstärkt nach neuen oder aufregenden Erlebnissen suchen (Sensation Seeker), anfälliger für einen risikoreichen Alkoholkonsum sind – nebst möglicher Alkoholprobleme in Folge. Dasselbe scheint für asoziale Männer zu gelten, die Rechte und Anliegen der Mitmenschen häufig missachten.

 

Spezielle Massnahmen für Risikogruppen sinnvoll

Offenbar können mit den bestehenden gesetzlichen Massnahmen zur Alkoholprävention männliche Sensation Seeker und asoziale Männer – beide Gruppen mit dem höchsten Risiko – nur schwer erreicht werden, da bei ihnen die persönliche Veranlagung einen stärkeren Einfluss auf den Alkoholkonsum haben als die gesetzlichen Vorschriften. Für diese Untergruppe fordern Experten spezielle Massnahmen zur Alkoholprävention, welche auf die Früherkennung zielen und auf die Persönlichkeitsprofile der betroffenen Männer zugeschnitten sind.

Quelle: Simon Foster, Leonhard Held, Natalia Estévez, Gerhard Gmel, and Meichun Mohler-Kuo. Liberal alcohol legislation: Does it amplify the effects among Swiss men of person-related risk factors on heavy alcohol use? Addiction. July 29, 2015. doi:10.1111/add.13032

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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