Gering beeinträchtigte Lungenfunktion gefährdet das Herz

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Nicht nur eine COPD sondern auch bereits geringe Beeinträchtigungen der Lungenfunktion können gefährlich für das Herz sein.

Nicht nur – wie hinlänglich bekannt – eine manifeste Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD), sondern bereits geringfügige Beeinträchtigungen der Lungenfunktion können mit einer gestörten Pumpfunktion des Herzen einhergehen.

 

Zusammenhang zwischen Lungenfunktion und kardialen Biomarkern entdeckt

Patienten mit einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) weisen häufig eine diastolische Funktionsstörung auf – eine Herzinsuffizienz, die durch eine verminderte Dehnbarkeit der linken Herzkammer bei normaler systolischer Pumpfunktion entsteht. Bei schwerer COPD kommt es aufgrund des erhöhten Widerstands der Lungenarterien zur Rechtsherzinsuffizienz.

Die Datenauswertung aus der Gutenberg-Gesundheitsstudie, die Spirometrie- und EKG-Ergebnisse von mehr als 15.000 Personen umfasst, zeigte aber, dass es bereits lange vor dem Vorliegen einer manifesten COPD Hinweise auf Störungen der Herzfunktion gibt. Neben einer Beeinträchtigung der linksventrikulären Funktion entdeckten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Lungenfunktion „mit den kardialen Biomarkern hsTnl und NT-proBNP“, berichtete Dr. Christina Baum vom Universitären Herzzentrum Hamburg.

 

Lungenüberblähung zieht Herz in Mitleidenschaft

Dass eine stark eingeschränkte Lungenfunktion auch das Herz in Mitleidenschaft zieht, ist hinreichend bekannt. Es kommt zur Herzvergrösserung und Herzmuskelschwäche, der Herzinsuffizienz. Durch das beeinträchtigten Zustand des Herzens  wird wiederum die Atemnot verstärkt. Die rechte Herzkammer ist oft besonders betroffen, da das Herz mehr leisten muss, um das Blut durch die Lungen zu pumpen.

In verschiedenen Untersuchungen ist ein Zusammenhang zwischen der Lungenüberblähung bei COPD und der verminderten Füllung des Herzens nachgewiesen worden. Durch die verminderte kardiale Füllung kommt es zu einem verminderten Schlagvolumen, Dadurch könnte die Belastungsintoleranz bei COPD verstärkt werden.

Die eingangs beschriebenen Ergebnisse legen wiederum nahe, dass bereits frühe Stadien einer Lungenüberblähung mit einer diastolischen Funktionsstörung und einer Reduktion der linksventrikulären Füllung und des Schlagvolumens einhergehen.

Quellen:

DGK Abstract P 415, Baum et al, FEV1 and FVC predict mortality in individuals without manifest lung disease independent of cardiac performance. Results from the population-based Gutenberg Health Study. Suppl 1, March 2016; 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Anfang April in Mannheim präsentiert wurde. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

Der Pneumologe. , Volume 14, Issue 1, pp 20–23| Cite as. Die extrapulmonalen Auswirkungen der Lungenüberblähung bei COPD.

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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