Gender Food: Warum Frauen anders als Männer essen

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Der Speiseplan der Geschlechter – die sogenannte Gender Food – ist unterschiedlich. Deswegen essen Frauen auch dementsprechend anders als Männer.

In kaum einem anderen ­Bereich gibt es so unterschiedliche Vorlieben zwischen den ­beiden Geschlechtern wie in der Ernährung. Das hat mehrere Gründe: Frauen essen anders, gelten als figurbewusst und legen daher mehr Wert auf gesunde Speisen als Männer. Andererseits werden aufgrund ­körperlicher und hormoneller Unterschiede unterschiedliche Nährstoffe benötigt. Gender Food ist heutzutage deswegen im Fokus.

 

Gender Food

Mittlerweile gibt es sogar einen ­eigenen Begriff für die geschlechtsspezifisch besonders gut ­geeigneten Lebensmittel. Das ist die sogenannte Gender Food. Wobei in jedem Klischee auch ein Funken Wahrheit steckt.

  • Frauen essen eher leichtere Gerichten wie Fisch, Salat und Gemüse.
  • Männer hingegen bevorzugen deftigere Nahrungsmittel wie Steak, Schnitzel oder Schweinsbraten. Denn diese Kalorienbomben können Männer besser verwerten als Frauen.

Männer haben einen höheren Anteil an Muskelmasse und daher einen höheren ­Energiebedarf. Sie verbrennen über den Tag verteilt mehr ­Kalorien, im Schnitt rund 2.900 Kilokalorien. Daher können sie auch zu energiereicherer Nahrung greifen. Frauen benötigen täglich etwa 2.200 Kilokalorien.

 

Unterschiedliche Mineralstoffe und Vitamine

Ein weiterer Grund, warum so oft zu Gender Food – zu unterschiedlichen Lebens­mitteln – gegriffen wird, ist der geschlechtsspezifische Bedarf an ­unterschiedlichen Mineralstoffen und Vitaminen. Frauen leiden aufgrund der Regelblutung sowie während der Wechseljahre meist an Eisenmangel. Eisen kommt unter anderem in Beeren, Soja, schwarzer Melasse sowie in rotem Fleisch vor.

 

Intoleranzen

Auffällig ist, dass Frauen viel öfter als Männer Verdauungs­beschwerden haben und sollten deswegen viel trinken, raten Experten. Empfehlenswert ist beispielsweise abgekochtes Wasser mit Ingwerscheiben, da das Getränk den Verdauungstrakt wärmt. Alternativ kann Ingwer-Tee angewendet werden.

Frauen um die 40 scheinen besonders häufig an einer Histaminintoleranz zu leiden. Deswegen gilt für sie: Frische Lebensmittel essen und Fertigprodukte sowie Alkohol meiden. Fisch, vor allem fettreiche Sorten, sollte bei Frauen oft am ­Speiseplan stehen. Er enthält viel Vitamin D – den wichtigen Nährstoff zur Vorbeugung unter anderem der Knochenkrankheit Osteoporose. Weiters sollte auch auf die Kalziumzufuhr geachtet werden. Wichtige Lieferanten dafür sind Kohlgemüse, Milch und Milchprodukte, Sesam und Oliven. Schwangere benötigen viel Folsäure.

 

Männer bevorzugen Eiweiße und Fleisch

Dass bei Männern besonders oft Fleisch am Teller landet, hat ­einen guten Grund. Fleisch ist sehr energiehaltig und enthält sehr viel Eiweiß sowie Zink. Letzteres benötigen Männer zum Aufbau des Sexualhormons Testosteron, das im Laufe der Jahre abgebaut wird. Auch Haferflocken und Nüsse enthalten den Mineralstoff. Als kleinen Snack für zwischendurch sind Kürbiskerne gegen Prostata­beschwerden zu empfehlen.

Literatur:

Crane MM, Tangney CC, French SA, Wang Y, Appelhans BM. Gender Comparison of the Diet Quality and Sources of Food Purchases Made by Urban Primary Household Food Purchasers. J Nutr Educ Behav. 2019 Feb;51(2):199-204. doi: 10.1016/j.jneb.2018.07.016. Epub 2018 Sep 7.

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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