Gelenkarthrosen und Übergewicht

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Übergewicht ist eine der Hauptursachen für schmerzhafte Gelenkarthrosen des Kniegelenks. Allerdings kennen die Patienten diesen Zusammenhang häufig nicht.

Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 haben übergewichtige Patienten mit künstlichem Kniegelenk ein höheres Komplikationenrisiko. Demzufolge leiden sie häufiger an Wundheilungsstörungen sowie Infektionen. Außerdem benötigen die adipösen Kniegelenk-Patienten öfter eine neuerliche Operation. Schließlich steigt dann ab einem BMI von 40 das Risiko für Komplikationen exponentiell an. Dementsprechend sollten Ärzte ihren fettleibigen Patienten bei geplanten Prothesenimplantationen daher möglichst schon lange vor dem Eingriff raten, das Körpergewicht zu reduzieren. Idealerweise sollten sie das geringere Gewicht in Folge über das ganze Leben halten. Denn zu viele Kilos sind eine der Hauptursachen für schmerzhafte Gelenkarthrosen des Kniegelenks. Jedoch kennen viele Patienten diesen Zusammenhangs nicht.

 

Künstliche Kniegelenke durch Abnehmen verhindern

Jedenfalls weiss man, dass das Abnehmen einige künstliche Kniegelenke verhindern könnte. Denn Übergewicht belastet die Kniegelenke und ist einer der Hauptgründe für Gelenkarthrosen. Zudem gilt laut Experten: Je höher der BMI, desto schneller schreitet der schmerzhafte Gelenkverschleiß voran. Bei Übergewichtigen treten Knie-Gelenkarthrosen oft schon in jungen Jahren auf. Schließlich verdoppeln bereits fünf Kilo Übergewicht das Risiko für das Entstehen von Knie-Gelenkarthrosen nebst Abnutzung der Gelenkknorpel.

 

Operationsrisiken für Patenten mit Gelenkarthrosen und künstlichem Kniegelenk

Jedenfalls nimmt wie eingangs erwähnt die Anzahl der übergewichtigen und adipösen Patienten, die ein künstliches Kniegelenk brauchen, stetig zu. Außerdem geht Adipositas oft mit Mehrfacherkrankungen wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes  einher. Diese Erkrankungen erhöhen zudem die Operationsrisiken. Außerdem schwächen sie den Organismus und machen ihn anfälliger für Komplikationen wie Infektionen.

Schließlich ist zudem der operative Zugang zum Gelenk – also Schnittgröße sowie Schnitttiefe – bei Adipositas größer und die Situation unübersichtlicher. Die Präzision des operativen Eingriffs kann dadurch beeinträchtigt sein.

 

Komplikationen bei der Wundheilung

Eine besonders häufige und langwierige Komplikation bei übergewichtigen Kniegelenk-Patienten sind die sogenannten Wundheilungsstörungen. Denn da die Fettschicht schlechter durchblutet ist, gilt das auch für die darüberliegende Haut. Infolge sind die Wundränder unterversorgt und können sogar absterben. Dadurch wiederum schließt sich die Wunde möglicherweise nicht mehr und Infektionen werden wahrscheinlicher.

 

Auch nach der Operation Gewicht halten und bewegen

Trotz genannten Risiken profitieren auch Übergewichtige von einem künstlichen Kniegelenk, sofern alle konservative Möglichkeiten, wie Physio- und Schmerztherapie, ausgeschöpft sind. Wobei der Chirurg gemeinsam mit dem Patienten die Vor- und Nachteile einer Operation gründlich abwägen sollte. Nach der Operation sollten die Patienten regelmäßig ihr Gewicht kontrollieren und aktiv bleiben. Denn auch das künstliche Gelenk profitiert von weniger Kilos und gut trainierter Muskulatur.

Quellen:

Robert Koch-Institut 2014, Studie DEGS1, Erhebung 2008- 2011
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Uebergewicht_Adipositas/Uebergewicht_Adipositas_node.html

Zertifizierungssystem in der Endoprothetik: www.endocert.de

Adipositas in der Revisionsendoprothetik des Kniegelenks – eine systematische Literaturübersicht und rechtliche Bewertung. Milena M. Ploeger, Norbert H. Müller, Dieter Christian Wirtz, Hendrik Kohlhof
Z Orthop Unfall. DOI: 10.1055/a-0590-5340

Complications and Obesity in Arthroplasty–A Hip is Not a Knee. David E. DeMik, MD, PharmD, Nicholas A. Bedard, MD, S. Blake Dowdle, MD, Jacob M. Elkins, MD, PhD, Timothy S. Brown, MD, Yubo Gao, PhD, John J. Callaghan, MD‘. DOI: https://doi.org/10.1016/j.arth.2018.02.073

Complications of Morbid Obesity in Total Joint Arthroplasty: Risk Stratification Based on BMI. Derek T. Ward, MD, Lionel N. Metz, MD, Patrick K. Horst, MD, Hubert T. Kim, MD, PhD, Alfred C. Kuo, MD, PhD. DOI: https://doi.org/10.1016/j.arth.2015.03.045

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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