Gegen Gestationsdiabetes sollten Schwangere adäquat ihr Gewicht kontrollieren

Wie kann man Schwangerschaftsdiabetes verhindern? Schwangerschaftsberatung zum Lifestyle halbiert das Risiko!

Wie kann man Schwangerschaftsdiabetes verhindern? Schwangerschaftsberatung zum Lifestyle halbiert das Risiko!

Frauen werden immer älter schwanger, haben daher auch mehr Gewicht, deswegen tritt auch der Gestationsdiabetes immer öfter auf.

Weil Frauen heute viele später Kinder kriegen und dadurch auch mehr Gewicht auf die Waage bringen als Schwangere in früheren Zeiten, erkranken immer mehr Frauen an Gestationsdiabetes, dem Schwangerschaftsdiabetes. Unter dem Strich ist die übermäßige Zunahme von Gewicht in der Schwangerschaft mit einer zunehmenden Inzidenz von mütterlichen und neonatalen Komplikationen verbunden, einschließlich Gestationsdiabetes, hypertensiver Schwangerschaftsstörungen, fetaler Makrosomie sowie erhöhten Raten an Geburten mittels Kaiserschnitt.

 

Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen durch Gestationsdiabetes

Für werdende Mütter erhöht Gestationsdiabetes das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten, bringen aber auch viel öfter übermäßig große Babys zur Welt. Das führt wiederum dazu, dass immer häufiger Babys über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen müssen.

 

Risiko Gestationsdiabetes

Von jenen Müttern, die an Gestationsdiabetes erkrankt waren, bekommen 60% der betroffenen Frauen  erkranken innerhalb der nächsten 10 Jahre nach der Geburt einen Diabetes mellitus Typ 2. Mitunter leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche. Weiter können die hohen Blutzuckerwerte der Mutter langfristige Folgen für das Kind mit sich bringen. Beispielsweise ist dann Gefahr größer, dass Kinder selbst Adipositas bekommen und an Diabetes erkranken.

 

Durch Lebensstilmodifikation Risiko senken

In 90% der Fälle helfen einfache Veränderungen des Lebensstils im Zuge einer Ernährungs- und Bewegungstherapie, den Diabetes in den Griff zu bekommen. Verschiedene große internationale Studien weisen zudem darauf hin, dass körperliche Aktivität während der Schwangerschaft das Risiko, ein übermäßig großes Kind zu bekommen, deutlich senkt.

So analysierten beispielsweise US-Wissenschafter bei 75.000 Schwangeren mit Gesta­tionsdiabetes den Einfluss regelmäßiger Bewegung durch Walking, Aerobic oder Schwimmen sowie dem Gewicht. Wie sich zeigte, hatten körperlich aktive Frauen ein rund 13fach geringeres Risiko, besonders schwere Kinder zur Welt zu bringen als die weniger aktiven Frauen. Zur Gruppe der aktiven Frauen zählten die Forscher dabei jene Schwangeren, die sich mindestens dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten körperlich bewegten.

 

Gewicht optimieren, um dem Gestationsdiabetes rasch entgegenwirken zu können

Für den Schwangerschaftsdiabetes insgesamt gilt, die richtigen Maßnahmen zu setzen. Beispielsweise sollte man früher den Blutzucker selbst kontrollieren. Außerdem, ist wichtig, die Ernährung umzustellen. Weiter sollten Schwangere viel Bewegung machen sowie das Kind mit Ultraschall intensiv beobachten lassen. Wenn notwendig ist aber auch eine frühe Behandlung mit Insulin wichtig. Schließlich kann man mit diesen Maßnahmen Fehlentwicklungen beim Kind sowie Fehlprogrammierungen entgegenwirken.

Deswegen ist es sehr wichtig, dass Ärzte und andere Betreuer von Schwangeren eine gute Beratung anbieten. Und zwar zur Zunahme von Gewicht, Bewegung und Ernährung gegen das übermäßige Auftreten von Gestationsdiabetes.


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