Gefahr Grippe und Diabetes: höheres Risiko für Komplikationen

Menschen mit Diabetes erkranken oft an Grippe, wobei vor allem hohe Blutzuckerwerte, wenn der Blutzucker schlecht eingestellt ist, das Influenza-Risiko sehr erhöht.

Diabetiker haben ein hohes Risiko an Influenza, der »echten« Grippe zu erkranken – besonders dann, wenn der Blutzucker schlecht eingestellt ist und die Blutzuckerwerte zu hoch sind. Die Folgen einer Erkrankung reichen von Unter- und Überzucker bis zu Herzproblemen, Schlaganfällen und Lungenentzündung. Ein gemeinsames Auftreten von Grippe und Diabetes lässt sich am besten mittels Influenza-Impfung vermeiden, wie eine neue Studie beweist. Ihr Fazit: Geimpfte Typ-2-Diabetiker müssen deutlich seltener ins Spital und haben auch ein geringeres Sterberisiko.

 

Grippe und Diabetes macht es schwierig, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten

Wie bei allen Menschen mit chronischen Erkrankungen ist das Immunsystem von Diabetikern geschwächt und kann daher weniger gut gegen Infektionen ankämpfen, wie jenes von gesunden Menschen. Daher kommt es häufiger zum gemeinsamen Auftreten von Grippe und Diabetes.

Wobei das Erkranken an einer Grippe für Patienten mit Diabetes schwerwiegende Folgen haben kann. Auch, aber nicht nur für den Blutzuckerspiegel. Durch den Stress, den die Krankheit im Körper auslöst, kann dieser über Gebühr ansteigen.

Eine Influenza-Erkrankung ist für Diabetiker sehr anstrengend. Das gilt besonders für Insulin-spritzende Diabetiker. Es ist für Grippe-kranke Patienten mit Diabetes extrem schwierig, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Meist brauchen sie viel mehr Insulin als sonst.

Und Diabetiker, die Medikamente einnehmen oder ihren Lebensstil an die Krankheit anpassen müssen, brauchen in jedem Fall einen Arzt, weil sie ihren Blutzuckerspiegel nicht mehr allein einstellen können.

Wer es aufgrund der Krankheit nicht schafft, regelmäßig zu essen, riskiert außerdem noch eine Hypoglykämie, also Unterzuckerung. Und genau dieses Auf und Ab des Blutzuckerspiegels kann zu Komplikationen führen und sogar einen Spitalsaufenthalt notwendig machen, warnen Experten.

Abgesehen von Problemen mit dem Blutzuckerspiegel laufen Menschen mit Diabetes auch Gefahr, durch eine Grippe sehr schwere Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenentzündung zu bekommen. Oft landen diese Patienten dann im Krankenhaus. Deswegen empfehlen Experten allen Diabetikern eine Grippe-Impfung, wobei sehr viele aber nicht geimpft sind.

 

Studie zur Grippe-Impfung bei Menschen mit Diabetes

Unlängst wurde im Canadian Medical Association Journal eine große retrospektive Studie zum Thema Grippe-Impfung bei Menschen mit Diabetes publiziert. Die Forscher analysierten dazu Daten von über 124.000 teilweise Grippe geimpften Menschen mit Typ-2-Diabetes in England. Und zwar während eines Zeitraums von sieben Jahren. Dabei zeigte sich, dass die Influenza-Impfung das Risiko für Spitalsaufenthalt und Tod bei Diabetes-Patienten deutlich reduzieren konnte.

Es zeigte sich, dass geimpfte Diabetiker ein um 19 Prozent geringeres Risiko für einen akuten Myokardinfarkt und ein 30 Prozent niedrigeres Risiko einen Schlaganfall hatten. Auch die Wahrscheinlichkeit, ein Herzversagen zu erleiden, war in der Gruppe der Geimpften deutlich niedriger (minus 22 Prozent).

Ebenso war das Risiko bei Diabetes, überhaupt an Influenza oder Pneumonie (Lungenentzündung) zu erkranken (minus 15 Prozent), deutlich niedriger, und das während der Grippe-Saison. Insgesamt sank auch die Sterbewahrscheinlichkeit in der Gruppe der Geimpften um 24 Prozent.


Literatur:

Vamos, Eszter P., et. Al., Effectiveness of the influenza vaccine in preventing admission to hospital and death in people with type 2 diabetes, CMAJ, October 4, 2016, 188(14)


Quelle: www.oevih.at

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