Gefäßerkrankungen besser in den Griff bekommen

Zunehmend besser gerüstet kann man in Österreich durchaus positiv der Herausforderung durch Gefäßerkrankungen entgegen sehen.

Eine umfassende Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO hat Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Millenniumsstudie in Auftrag gegeben, nach der routinemäßig die globale Erkrankungsstatistik aktualisiert werden sollte.

 

Gefäßerkrankungen weltweit die Erkrankungs- und Todesursache Nummer 1

Die Studie zu Gefäßerkrankungen hat ergeben, dass erstmals im Verlauf der Entwicklung des Menschen Gefäßerkrankungen weltweit die Erkrankungs- und Todesursache Nummer 1 darstellen. Zum Teil ist es wohl die weiter zunehmende Lebenserwartung, die das Ergebnis der Morbiditäts- und Mortalitätsstatistik erklärt. Dies ist auch der besseren medizinischen Versorgung bzw. auch den zunehmend effektiveren Medikamenten und Gesundheitssystemen zu verdanken.

In Asien allgemein, in China und Indien im Besonderen ist eine markant veränderte Lebensführung mit Abwanderung aus dem ländlichen Bereich in wachsende Großstädte zu erkennen, wo der westliche Lebensstil ein erhöhtes kardiovaskuläres Risikoprofil bedingt. Zwar gibt es mehr berufliche Mobilität, allerdings weniger körperliche Bewegung und mehr Stress, was in Kombination mit fetterem, hochkalorischen Essen zu arterieller Hypertonie und Übergewicht führt, sodass atemberaubende Zuwachsraten an Diabetes in diesen Ländern zu erkennen sind.

Zwar ist in unseren Breiten die Inzidenz bei weitem nicht so progredient, allerdings müssen wir von einer bereits deutlich höheren Gesamtprävalenz an Diabetes Mellitus ausgehen. Somit gilt es auch für unsere Gesundheitssysteme, diese Herausforderung anzunehmen, sodass eine höhere Anzahl an hochqualifizierten Gefäßspezialisten die Versorgung garantiert.

 

Situation in Österreich

In Österreich hat die bessere Koordination von Akut-Herzkathetern und auch 24-Stunden-Bereitschaftsdienst von Angiologie bzw. Radiologie-Katheterlabors einen spürbaren Fortschritt in diese Richtung gebracht. In Nachbarländern ist das Überleben von Akut-Herzkreislauf-Patienten direkt mit der Anfahrtszeit zu einem Katheterlabor korreliert worden. Erfreulicherweise sind gerade wieder zunehmend mehr Fachärzte zur Angiologie in den niedergelassenen Bereich eingetreten.

In Österreich sind bereits abnehmende Mortalitätsraten von kardiovaskulären Hochrisikopatienten erkennbar. Somit kann man durchaus positiv zunehmend besser gerüstet der Herausforderung durch Gefäßerkrankungen entgegen sehen.


Quellen:

Prim. Dr. Thomas Maca – Gefäßerkrankungen – ­ weltweit Erkrankungs- und Todesursache Nummer 1. MEDMIX 5/2008.

http://www.nhlbi.nih.gov/health/health-topics/topics/cad

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