Gedächtnisverlust bei frühem Alzheimer umkehren

US-Forscher konnten mit starken individualisierten Programmen den Gedächtnisverlust bei frühem Alzheimer umkehren und langfristig erhalten.

Im Grunde genommen verwendet man den Begriff Alzheimer als allgemeine Bezeichnung für Gedächtnisverlust sowie dem Verlust anderer intellektueller Fähigkeiten, sofern diese schwerwiegend sind und dadurch auch den Alltag der Betroffenen beeinträchtigen. Tatsächlich verursacht Alzheimer 50 bis 80 Prozent aller Demenz-Fälle.

Nun ist es unlängst US-Forschern mit einem umfassenden personalisierten Programm gelungen, bei Betroffenen ihren Gedächtnisverlust im frühen Stadium von Alzheimer umzukehren. Weiters konnten sie diesen in weiterer Folge auch langfristig erhalten. Die Pilotstudie der Laboratories for Neurodegenerative Disease Research, Department of Neurology, University of California, Los Angeles, wurde im Fachmagazin „Aging“ veröffentlicht.

 

Leichter Gedächtnisverlust reversibel

Tatsächlich nahmen an der Untersuchung zehn Personen mit leichten und subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen sowie früher Alzheimer-Demenz teil. Wobei neun von zehn Probanden ein genetisches Risiko für Alzheimer – zumindest eine Kopie der APOE4-Allele – aufwiesen. Schließlich hatten fünf Teilnehmer sogar beide Kopien und somit ein zehn- bis zwölffaches Alzheimer-Risiko.

Das von Labors am Buck Institute for Research on Aging (Novato, Kalifornien) und der University of California, Los Angeles entwickelte Programm (personalized protocol for metabolic enhancement) umfasste 36 Punkte, die personalisiert umgesetzt wurden. Dazu zählten Ernährungsveränderungen, Gehirnstimulation, Bewegung, Optimierung des Schlafs, spezifische Pharmazeutika und Vitamine sowie verschiedene weitere Substanzen, die das Gehirn beeinflussen. Prinzipiell wurden alle Studienteilnehmer laufend mit MRT-Scans und neuropsychologischer Tests untersucht.

Alle zehn Studienteilnehmer zeigten doch einigermaßen überraschend große Verbesserungen im Zusammenhang mit Gedächtnisverlust. Einige Teilnehmer, die zuvor ihren Job hatten aufgeben müssen, konnten sogar wieder arbeiten. Andere konnten mit durch die gesetzten Maßnahmen ihre Leistungen deutlich steigern.

 

Neue Ära im Kampf gegen Alzheimer

Studienautor Prof. Dr. Dale Bredesen führt den Erfolg der unternommenen Maßnahmen gegen Gedächntisverlust auf den umfassenden Ansatz des Programms zurück. Die Alzheimer-Forschung hatte in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass verschiedene Faktoren in die Alzheimer-Pathogenese involviert seien. Daher sind vorbeugende Maßnahmen, die nur an einzelnen oder wenigen Punkten ansetzen, nicht wirklich effektiv, argumentiert der Experte.

Die Forscher werden das 36-Punkte-Programm nun in verschiedenen, zahlenmässig umfassenderen Studien evaluieren. Grundsätzlich glaubt Prof. Bredesen aber, dass die Demenzforschung am Beginn einer neuen Ära steht. Dabei sollen zukünftig auch genetische Tests eine wichtige Rolle spielen und empfohlen werden. Damit man möglichst früh mit der Prävention beginnen und einem Gedächtnisverlust entgegenwirken kann.


Literatur:

Reversal of cognitive decline in Alzheimer’s disease. Dale E. Bredesen, Edwin C. Amos, Jonathan Canick, Mary Ackerley, Cyrus Raji, Milan Fiala, and Jamila Ahdidan>1Easton Laboratories for Neurodegenerative Disease Research, Department of Neurology, University of California, Los Angeles, CA 90095, USA. http://www.impactaging.com/papers/v8/n6/full/100981.html

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