Gebräunte Haut blockiert Vitamin D-Synthese

Die nahezu sensationelle Untersuchung zur Vitamin D-Synthese wurde in Recife, Brasilien durchgeführt. © Vitoriano Junior / shutterstock.com

Die nahezu sensationelle Untersuchung zur Vitamin D-Synthese wurde in Recife, Brasilien durchgeführt. © Vitoriano Junior / shutterstock.com

Die Haut wird braun, um sich gegen schädliche UV-Strahlung zu schützen, blockiert gleichzeitig aber auch die Vitamin D-Synthese, so eine neue Studie.

Die Haut bräunt sich zum Schutz gegen schädliche UV-Strahlung. Doch die dadurch verstärkte Pigmentbildung hemmt auch die Vitamin D-Synthese und damit die Fähigkeit der Haut, mehr Vitamin D zu produzieren. Brasilianische Forscher kamen unlängst in einer Untersuchung zu diesem erstaunlichen Ergebnis.

 

Vitamin D-Synthese durch UV-Bestrahlung

Sogar ein hohes Maß an Sonnenexposition kann bei Menschen offensichtlich einen Vitamin-D-Mangel hervorrufen, weil die Vitamin D-Synthese vor allem durch UV-Bestrahlung in der Haut induziert wird. Ein brasilianisches Forscherteam hat (in einer großen Stichprobe) gezeigt, dass Menschen, die in einer tropischen Region, 8 Grad südlich des Äquators, mit sehr hohen Dosen an Sonneneinstrahlung und einer extrem hohen UV-Bestrahlung, in den meisten Fällen einen Vitamin D-Spiegel unter 30 Nanogramm pro Milliliter aufweisen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bräunung der Haut, die einen natürlichen Schutz vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Bestrahlung darstellt, auch die Vitamin D-Synthese sehr beeinträchtigt und so eine optimale Vitamin D-Konzentration unterbindet.

 

Beeinträchtigte Vitamin D-Synthese durch zu viel Sonne führt zu Vitamin-D-Mangel

Die Forscher werteten die Daten von 986 Menschen zwischen 13 und 82 Jahre alt aus – mit der etwa gleichen Anzahl von Männern und Frauen, wohnhaft in der Stadt Recife in Brasilien. Alle Studienteilnehmer waren täglich großen Mengen an Sonneneinstrahlung ausgesetzt, verwendeten nicht regelmäßig Sonnencreme oder Vitamin-D-Präparate.

Bewertet wurde der Hauttyp der Probanden mittels des sogenannten »Fitzpatrick Skin Phototype Scale«, um die Reaktion der verschiedenen Hauttypen mit UV-Licht zu schätzen. Im Allgemeinen stehen höhere Fitzpatrick Scale-Werte für eine dunklere Hautfarbe und die Neigung (Tendenz), die Haut in der Sonne eher zu bräunen als zu verbrennen. Danach wurde Hauttyp und Vitamin D-Spiegel sowie Sonne-Indexwerte miteinander verglichen.

Es zeigte sich, dass die Personen mit hoher Sonnenexposition wenig Vitamin D produzierten und einen starken Vitamin D-Mangel hatten – bei den meisten war die Vitamin D-Synthese beeinträchtigt. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt bei älteren Menschen. Insgesamt hatten 72 Prozent der Teilnehmer einen Vitamin-D-Mangel, bei einem durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel von nur 26,06 Nanogramm pro Milliliter – und das in Äquatornähe.

Quelle: https://endo.confex.com/endo/2016endo/webprogram/start.html

 

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