FSME und Borreliose – Infektionen durch Zeckenstiche

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Zecken können gefährliche Krankheiterreger übertragen, die bekanntesten Infektionen durch Zeckenstiche sind FSME und Borreliose.

Bis zu 50 unterschiedliche Krankheitserreger können bei Zeckenstichen auf den Menschen übertragen werden. Die beiden bekanntesten Erkrankungen sind FSME und Borreliose. Aber was macht diese Krankheiten aus? Und welche Vorsorgemaßnahmen gibt es?

FSME wird durch Viren übertragen

Das Kürzel FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis und kann sich in einer Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems äußern. Das FSME-Virus kann beim Stechen über den Speichel der Zecken auf den Menschen übertragen werden und eine Infektion hervorrufen. Die zeitliche Begrenzung auf den Frühsommer ist dabei irreführend, weil Zecken fast das ganze Jahr über aktiv sind – in der Regel von Februar bis Oktober – und das FSME-Virus verbreiten können. Eine FSME-Infektion kann in zwei Stadien eingeteilt werden. Im ersten Stadium entwickelt der Patient grippeähnliche Beschwerden – Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Deshalb wird die Krankheit in diesem Stadium oft auch mit einer Sommergrippe verwechselt und nicht diagnostiziert. Bei einem Großteil der Betroffenen ist die Infektion nach Abklingen der Symptome ausgestanden.

Bei manchen Menschen löst das FSME-Virus jedoch in einem zweiten Stadium einen schwereren Krankheitsverlauf mit einer Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks aus. Eine FSME-Infektion ist nicht ursächlich behandelbar, das bedeutet, dass die Ärzte nur schmerzlindernd oder fiebersenkend eingreifen, die Infektion aber nicht aufhalten können. FSME kann bleibende Schäden wie Lähmungen, Sprachstörungen oder dauerhafte Schmerzen nach sich ziehen oder auch tödlich enden.

In Deutschland gibt es Regionen, in denen die Wahrscheinlichkeit, von einer mit FSME-Viren infizierten Zecke gestochen zu werden, höher ist. Zu diesen FSME-Risikogebieten zählen unter anderem große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Südhessens, Thüringens und Sachsens. Frühsommer-Meningoenzephalitis ist meldepflichtig. Das bedeutet, dass ein Arzt, der eine FSME-Erkrankung feststellt, diese Information an das Gesundheitsamt weitergeben muss. Auf der Basis dieser Zahlen erstellt das Robert Koch-Institut jährlich eine Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland und in Europa. Der klare Trend: Das FSME-Virus breitet sich immer weiter in den Norden und Westen aus.

Borreliose wird durch Bakterien hervorgerufen

Die Borreliose wird von einem Bakterium namens Borrelia burgdorferi ausgelöst. Borrelien sind die am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheitserreger in Deutschland. Schätzungen zufolge erkranken jährlich zehntausende Menschen in der Bundesrepublik. Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und werden beim Blutsaugen in die Einstichwunde gespült. Je länger die Zecke saugen kann, desto höher ist die Gefahr, dass Borrelien in den menschlichen Organismus gelangen. Die typische Wanderröte (Erythema migrans), eine ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle, deutet in den meisten Fällen darauf hin. Zusätzlich fühlen sich die Betroffenen abgeschlagen und klagen über Fieber und Kopfschmerzen. Im Frühstadium kann eine Borreliose gut antibiotisch therapiert werden.

Eine späte Diagnose ist schwierig zu stellen, oft ist dann eine mehrwöchige Antibiotikatherapie nötig, und die Borrelien können bleibende Schäden angerichtet haben, beispielsweise an den Gelenken. Auch Herzprobleme oder eine Hirnhautentzündung können durch Borrelien verursacht werden.

Vorsorge statt Nachsorge

In puncto Zecken ist Vorsicht die beste Vorsorge. Lange Kleidung und festes Schuhwerk reduzieren die freien Hautflächen. Helle Kleidung lässt Zecken als kleine schwarze Punkte deutlich hervortreten, sodass man sie absammeln kann, bevor sie stechen. Repellents mit speziellen Duftstoffen können Mücken und Zecken vom Stechen abhalten, müssen aber regelmäßig aufgetragen werden. Und nach jedem Aufenthalt im Freien sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zumindest bei FSME gibt es zudem eine weitere Möglichkeit: Ein Impfschutz kann dazu beitragen, das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, zu verringern. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Hausarzt beraten.

Informationen rund um Zecken und die optimale Vorsorge: www.zecken.de

Eine Website zu Zecken speziell für Kinder und Eltern: www.zeckenschule.de

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Vorsorge für Naturbegeisterte – eine Selbstverständlichkeit: www.leidenschaftnatur.de

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