Fructosemalabsorption – Fruchtzuckerunverträglichkeit – oft ignoriert

Obst – Fructose © Leonori / shutterstock.com

Fructosemalabsorption  –Fruchtzuckerunverträglichkeit – verursacht bei etwa 2 von 3 Kindern Verdauungsprobleme, eine fructosearme Diät bringt rasch Beschwerdefreiheit.

Wer nach dem Verzehr von Obst, Fruchtsäften, Trockenobst oder süßen Brotaufstrichen ein unangenehmes Gefühl im Bauch hat, leidet möglicherweise an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit beziehungsweise Fructosemalabsorption. In unseren Breiten sind schätzungsweise 2 von 3 Kindern und jeder 3. Erwachsene von einer solchen Lebensmittelunverträglichkeit betroffen.



 

Ursache für Fructosemalabsorption

Die Ursache für eine Fructosemalabsorption ist, dass die Fructose (der Fruchtzucker), im Dünndarm nicht bzw. nicht vollständig aufgenommen wird. Die Fructose kommt übrigens vor allem in Früchten, Honig aber auch in Obstsäften sowie Erfrischungsgetränken vor.

Die Fructose gelangt dann in größerer Menge in den Dickdarm und verursacht dort Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Druck- oder Völlegefühl, Blähungen und Durchfall. Normalerweise wird die verzehrte Fructose im Dünndarm mit Hilfe eines Transporters aufgenommen.

Bei der Fructosemalabsorption ist dieses Transportsystem in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, was zu individuell mehr oder weniger stark ausgeprägten Beschwerden führt. Geringe Fructosemengen werden häufig vertragen und der gleichzeitige Verzehr von z. B. Proteinen und Fetten verbessert die Verträglichkeit von Fructose.

 

An Fruktosemalabsorption denken

Eine Fruktosemalabsorption bei Menschen mit einer gestörten Fruchtzuckeraufnahme wird von der Medizin häufig übersehen. Obwohl diese Lebensmittelunverträglichkeit immer häufiger in den Blickwinkel klinischer Untersuchungen fällt, bekommen Patienten mit der Diagnose Fruktosemalabsorption noch immer wenig Unterstützung.

Viele der früheren Ernährungsempfehlungen waren angelehnt an die sogenannte hereditäre Fruktoseintoleranz, bei der die Betroffenen völlig auf Fruchtzucker verzichten müssen. In den letzten Jahren wurden gute Ernährungsempfehlungen für Menschen mit einer Transportstörung für Fruchtzucker publiziert, die die Betroffenen ohne Verbote, sondern mit viel Genuss auch Obst wieder vertragen lassen.



 

Maßnahmen bei Fruchtzuckerunverträglichkeit

Die Verdauungsbeschwerden verschwinden recht rasch, wenn betroffene Patienten eine fruktosearme Diät einhalten und auch auf Sorbit verzichten. Sorbit – E420, ein Zuckeraustauschstoff, der vor allem in Diabetikerprodukten und zuckerfreien Kaugummis zu finden ist, und den Fruktosetransporter GLUT 5 blockiert – verursacht Wechselwirkungen und eine Verstärkung der Symptomatik.

Für eine fruktosearme Diät sind Obstsorten mit hohem Fruktosegehalt wie Äpfel, Birnen, Weintrauben und Zwetschken zu meiden. Steinobst wie Marille und Pfirsich haben wiederum einen hohen Sorbit-Anteil, der ebenfalls problematisch ist.

Im Grunde genommen ist Fruktose, der Fruchtzucker, ein sogenanntes Monosaccharid, das in vielen Lebensmitteln enthalten – auch in Traubenzucker (Glukose) und Haushaltszucker (Saccharose) vor. Daher ist auch ein Verzicht auf Süßwaren sehr zu empfehlen.

Versteckter Fruchtzucker kann ebenfalls Verdauungsbeschwerden verursachen. Fruktose kommt beispielsweise auch in Honig und Maissirup vor. Aber auch diätetische Lebensmittel und vielen zuckerfreien Produkte wie Kaugummis enthalten Fruktose.




Weitere Informationen: www.dge.de und www.oege.at

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