Fortschritte bei Behandlung von Netzhauterkrankungen

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MEDMIX Online-Redaktion
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Neue Technologien ermöglichen bessere Behandlung von Netzhauterkrankungen – insbesondere kommt das bei der diabetischen Retinopathie zu tragen.

Neue Technologien ermöglichen die schnellere und bessere Diagnose und Behandlung von Netzhauterkrankungen. Beispielhaft sind Technologien wie die digitale „OCT-Angiografie“, die Möglichkeit, die Sehfähigkeit mittels moderner Bildgebung auch im Gehirn messen zu können, sowie um die Therapie durch Medikamenteninjektionen bei diabetischen Netzhauterkrankungen (Retinopathie).

 

Medikamenteninjektionen ersetzen die Laserverödung bei Retinopathie

Diabetes als Zivilisationskrankheit breitet sich rasant aus und betrifft insbesondere das Auge und die Netzhaut. Bei Personen im mittleren Lebensalter gehören die diabetischen Netzhauterkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Erblindung und schweren Sehverlust. Besonders Menschen mit den Diabetes-typischen Gefäßwucherungen der Netzhaut, der sogenannten proliferativen Retinopathie, erleiden zu 50 Prozent innerhalb von fünf Jahren einen schweren Sehverlust.

Mit Einführung der Laserverödung der Netzhaut wurde der Verlauf der Erkrankung zwar deutlich verbessert, nur noch fünf Prozent der PatientInnen verloren ihre Sehkraft. Allerdings hatte die Therapie drastische Nebeneffekte wie Verlust großer Teile des Gesichtsfeldes und die eingeschränkte Fähigkeit, in der Dämmerung zu sehen oder ein Ödem in der Netzhautmitte mit Verlust des Lesevermögens.

Die erfolgreiche Behandlung der Makula-Erkrankung bei Diabetes mit Medikamenten, die direkt in das erkrankte Auge injiziert werden, ließ den Schluss zu, dass dieselben Substanzen auch gegen die schwerste Form, die proliferative Retinopathie, wirksam sein könnten.

Im November 2015 wurde in den USA die erste Studie dazu veröffentlicht. Das Ergebnis: Die mit der Injektion behandelten Patienten hatten nach zwei Jahren eine bessere Sehkraft und ein gut funktionierendes Gesichtsfeld, bekamen seltener ein Makula-Ödem und mussten auch seltener operiert werden.

 

Digitale OCT-Angiografie

Die Darstellung von Blutgefäßen am Augenhintergrund ist eine unerlässliche Basisuntersuchung für Diagnose und Verlaufskontrolle einer Reihe von Erkrankungen, die in Österreich führende Ursachen für erhebliche Sehbeeinträchtigungen sind – wie die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD), diabetische Netzhauterkrankungen oder Gefäßverschlüsse. Bis vor kurzem war die klassische Angiografie mittels Kontrastmittel die einzige Möglichkeit, diese Blutgefäße darzustellen.

Die neue digitale OCT-Angiografie ermöglicht erstmalig mittels digitaler Analysemethoden die Untersuchung von Blutgefäßen am Augenhintergrund.Im Gegensatz zur klassischen Angiografie dauert die digitale Angiografie nur wenige Sekunden ohne der Notwendigkeit der Farbstoff-Verabreichung, das bekanntlich bei manchen Patienten zu Übelkeit und Erbrechen führt.

Beim neuen Verfahren werden innerhalb weniger Sekunden berührungs- und schmerzlos mehrere Bilder der Netzhaut mittels eines speziellen, für das Auge ungefährlichen Laserlichtes angefertigt. Das System vergleicht die Folgeaufnahmen an jeder einzelnen Stelle, und errechnet eine Landkarte der durchbluteten Gefäße über die Wahrnehmung der Bewegung der Erythrozyten. Neben der Gefäßdarstellung werden im Rahmen derselben Aufnahme auch Schichtbilder der gesamten Netzhaut angefertigt. Somit können erstmalig die einzelnen Gefäßstrukturen auch den zugehörigen Netzhautschichten zugeordnet werden. Innerhalb von Sekunden entsteht so eine dreidimensionale Rekonstruktion der gesamten Gefäßstrukturen des Augenhintergrundes.

Weitere Informationen: http://www.meduniwien.ac.at/hp/augenheilkunde/

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