Aktuelle FORTA-Liste für eine optimierte medikamentöse Therapie von älteren Patienten

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Aktuelle Version der FORTA-Liste (Fit-for-the-Aged) – des Klassifizierungssystem für eine optimierte medikamentöse Therapie älterer Menschen.

Zur Verbesserung der medikamentösen Behandlung älterer Patienten entwickelten Experten am Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, unter der Leitung von Professor Dr. Martin Wehling, das Konzept „Fit-fOR-The-Aged“ (FORTA). FORTA ist ein Medikamentenklassifizierungssystem, das als klinisches Hilfsmittel zur Überwachung und Optimierung der medikamentösen Therapie älterer Patienten dienen soll. Die jetzt veröffentlichte FORTA-Liste 2018 teilt die optimierten medikamentösen Therapie von älteren Patienten Alterstauglichkeit von insgesamt 296 Substanzen für 30 alterstypische Erkrankungen nach ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit in vier Kategorien ein:

  • A: unverzichtbar,
  • B: vorteilhaft,
  • C: fragwürdig,
  • D: vermeiden.

Die FORTA-Liste stellt eine zusammenfassende Expertenbewertung dar, die die Daten aus den nur spärlich vorhandenen klinischen Studien zur Eignung der Arzneimittel für ältere Patienten und das Nutzen-Risiko-Analyse klassifiziert.

 

Aktuelle FORTA-Liste

Viele Menschen sind im Alter auf Medikamente angewiesen. Doch mit dem Altern verändert sich der Organismus, was häufig dazu führt, dass Arzneimittel weniger gut vertragen werden oder weniger wirksam oder gar unwirksam sind. Die FORTA-Liste ist die derzeit einzige Arzneimittelliste, die sowohl positive (Chancen) als auch negative Empfehlungen (Risiken) für die Behandlung älterer Patienten enthält. Sie zeigt einerseits „schlechte“ Arzneimittel auf, die man vermeiden sollte (Übertherapie). Andererseits hebt die FORTA-Liste auch „gute“, bei älteren Patienten erprobte Medikamente hervor, die Patienten zu selten einsetzen (Untertherapie).

Das FORTA-Prinzip ist in mehreren Studien, zuletzt 2016 in einer randomisierten klinischen Studie (VALFORTA), positiv validiert worden. Es zeigte sich, dass aufgrund der verbesserten Pharmakotherapie Nebenwirkungen vermieden und das Befinden der Patienten deutlich verbessert werden konnte.

Die FORTA-Liste wurde als Orientierungshilfe vor allem für Ärzte, aber auch Apotheker mit Kenntnis der Patientendaten (beispielsweise Krankenhausapotheker) entwickelt. Patienten kann sie nur zu Informationszwecken dienen. Keinesfalls sollten Patienten aufgrund dieser Liste ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker ihre Medikation verändern.

Weitere Informationen:

https://www.umm.uni-heidelberg.de/klinische-pharmakologie/forschung/forta-projekt-deutsch/

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