Frauengesundheit – Frauengesundheitsbewegung: geschlechtsspezifische Betrachtung

Frauengesundheitsbewegung, Frauengesundheit: Realisierung von gender-based-medicine. © Brocreative / shutterstock.com

FraueFrauengesundheitsbewegung, Frauengesundheit: Realisierung von gender-based-medicine. © Brocreative / shutterstock.comngesundheit – Realisierung von gender-based-medicine. © Brocreative / shutterstock.com

Frauengesundheit – die geschlechtsspezifische Betrachtungsweise – existiert schon seit den 70er-Jahren, seit den Anfängen der Frauengesundheitsbewegung.

Geschlechtsspezifische Gesundheit und Medizin haben sich als neue Begriffe im Laufe der letzten Jahre im öffentlichen Bewusstsein etabliert. Wobei sie sich in der Wissenschaft als neue Dimension verankern konnten. Frauengesundheit, welche auch den Beginn der geschlechtsspezifischen Betrachtungsweise darstellt, existiert schon seit den 70er-Jahren, seit den Anfängen der Frauengesundheitsbewegung.

In Europa wurde die Frauengesundheitsbewegung durch eine Erklärung der WHO eingeleitet. Damals hat man sie auf europäischer Ebene und international betrachtet als ein für die Zukunft ausgerichtetes Thema mit Trend zur Professionalisierung in der Frauengesundheit zu sehen. Das ist heute großteils gelebte Wissenschaft.

Nach wie vor erleben allerdings Frauen und Männern ihren Gesundheitszustand, das Risikoverhalten, die Wahrnehmung von Gesundheit, Krankheit und Behinderung sowie der Zugang zu medizinischen und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen unterschiedlich. Dabei weisen zahlreiche nationale und internationale Untersuchungen darauf hin, dass Frauen, die die gleichen Symptomen wie Männer zeigen, häufig nicht gendergerecht behandelt werden.

 

Zentrale Themen der Frauengesundheitsbewegung

Im Fokus der Frauengesundheit stehen vor allem die höhere Sterblichkeit von Frauen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, natürlich Brustkrebs und Zervixkrebs, die höhere Morbidität von Frauen bei verschiedenen Erkrankungen wie der rheumatischen Arthritis und Anämie, sowie Erkrankungen, die sich bei Frauen und Männern unterschiedlich auswirken – vor allem auch psychische Erkrankungen wie Depression, Angst, Essstörungen. Neben den körperlichen Erkrankungen bekommen die vielfältigen Arten von Depressionen bei Frauen immer größeres Gewicht.

An der Osteoporose lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede durch das Nachlassen des Hormons Östrogen nach der Menopause aufzeigen, welches eine starke Verringerung der Knochendichte mit sich bringt.

Die Endometriose gilt nach wie vor als eine in der Öffentlichkeit noch verkannte und auch unterdiagnostizierte chronische Erkrankung der Frauengesundheit, deren Ursache noch ungeklärt ist. Der Zeitraum vom ersten Auftreten der Symptome bis zur Diagnose dauert durchschnittlich sieben bis neun Jahre, welches zu einer verspäteten Therapie führt.

 

Frauengesundheit zu Herz und Gefäße

Wichtige Themen zur Frauengesundheit sind vor allem kardiovaskuläre Erkrankungen bei Frauen sowie die steigende Zahl der Raucherinnen. Und die damit verbundene starke Zunahme an Lungenkrebsfällen bei Frauen.

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind bereits seit Beginn der 90er-Jahre ein zentrales Thema der Frauengesundheit. Sie sind die häufigste Todesursache bei Frauen. Lösungsansätze finden sich vor allem im Bereich der Prävention und in frauenspezifischen Behandlungsformen.

Die Bedeutung der genderspezifischen Gesundheitsversorgung von Frauen sowie die Beachtung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen sind auch im Licht der Gleichstellungsdebatte zu sehen. Wichtig zur Frauengesundheit ist es grundsätzlich, dass die geschlechtsspezifischen Aspekte in der Medizin gestärkt werden.


Literatur:

Messing K. Women’s occupational health: a critical review and discussion of current issues. Women Health. 1997;25(4):39-68. doi: 10.1300/J013v25n04_03. PMID: 9302729.


Quelle: Fokus Frauengesundheit. Maria Rauch-Kallat. MEDMIX 7/2006

Die mobile Version verlassen