Positive Wirkung der Flavonoide auf Herz und Gefäße

Brokkoli, Zwiebeln und Tomaten sind reich an Flavonoiden mit ihren vielen positiven Eigenschaften für den Körper wie die antioxidative Wirkung für Herz und Gefäße. © Flavonoide / Choun JC / shutterstock.com

Eine gesunde Ernährung mit hohem Anteil an Flavonoiden entfaltet im Körper unter anderem eine positive antioxidative Wirkung für Herz und Gefäße.

Unter dem Strich konnten verschiedene epidemiologische Studien zum Thema Herz und Gefäße, Ausnahme und Wirkung der Flavonoide auf den Körper zeigen, dass diese Naturstoffe in bestimmten Nahrungsmitteln positive Effekte für die Herzgesundheit bringen. Mittels Ernährungsprotokolle wurde dabei die Flavonoid-Aufnahme berechnet und mit dem Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen in Zusammenhang gestellt. Ein besseres Wissen und weiterführende Forschung zur gesundheitlichen, vor allem antioxidativen Wirkung der Flavonoide auf Herz und Gefäße kann als Basis für Empfehlungen für eine optimierte gesunde Ernährung dienen.

 

Was die antioxidative Wirkung der Flavonoide

Im Grund genommen werden die gesundheitlichen Effekte der Flavonoide für den Körper vor allem auf die antioxidative Wirkung zurückgeführt. Weiter vermutet man auch entzündungshemmende, antimikrobielle und sogar antikarzinogene Effekte gegen Krebs. So sollen Flavonoide die Apoptose, das Selbstmordprogramm von Krebszellen, auslösen können. Im Zusammenhang mit Herzgesundheit und Gefäße geht man davon aus, dass neben der antioxidativen Wirkung Flavonoide auch neuroprotektive und andere positive Effekte auf Herz, Blut sowie Gefäße entfalten. So könnten sie zur Risikoverringerung von Herz-Erkrankungen und Schlaganfall.

 

Flavonoide in Tee, Zwiebeln und Äpfeln

In der bekannten 5-jährigen Zutphen Elderly Study (1985) untersuchten Wissenschaftler die Auswirkungen der Flavonoid-Aufnahme bei älteren Männern im Alter von 65 bis 84 Jahre auf die Herzgesundheit analysiert. Die tägliche Flavonoid-Zufuhr von 25,9 mg gewonnen brachte eine Senkung der Sterblichkeit an Herztod und eine Verringerung der Häufigkeit von Herzinfarkten. Die wichtigsten Vorkommen waren dabei Tee, Zwiebeln und Äpfel. Übrigens sind allem grüner, weisser sowie schwarzer Tee reichhaltige Lieferanten für Flavonoide.

Probanden mit der niedrigsten Flavonoid-Aufnahme hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für Herzkrankheiten gegenüber jener mit der höchsten. Auch nach Berücksichtigung von Risikofaktoren wie Alter, Körpergewicht (BMI), Rauchen, Lipoproteine, LDL- und HDL-Cholesterin, Hypertonie (Bluthochdruck), körperliche Aktivitäten und möglichen Mängeln an Energie, Vitaminen und Spurenelementen (wie Vitamin D, Vitamin C, Vitamin E, Betacarotin und Ballaststoffen) war das Risiko der Probanden mit der höchsten Flavonoid-Aufnahme noch immer geringer. Allgemein brachte die der Konsum von Tee, Zwiebeln und Äpfeln verschiedene positive Effekte für die Herzgesundheit.

 

Vorteile für Herzinfarkt-Überlebende

In einer Aufsehen erregenden italienischen Studie mit Herzinfarkt-Überlebenden unter 79 Jahren haben in den 1990-er Jahren Wissenschaftler die Einnahme spezifischer Flavonoide im Zusammenhang mit dem Infarktrisiko untersucht. In der Studie wurden die Daten von 760 Patienten mit einem nicht-tödlichen Myokardinfarkt mit der einer Kontrollgruppe verglichen. Mit steigender Aufnahme von Anthocyanidinen verringerte sich das Risiko für Herzinfarkte ebenso wie bei der Aufnahme von Flavonolen. Anthocyanidinen und Flavonole zählen zu den Flavonoiden.

Eine geringere Risikoreduktion, die aber nicht signifikant war, brachten, Flavan-3-ole und die Gesamt-Flavonoide. Isoflavonen, Flavanonen und Flavonen (weitere Flavonoide) zeigte keine Risikoreduktion. Eine hohe Aufnahme von Anthocyanidinen verringerte selbst bei Alkoholkonsum das Herzinfarkt-Risiko.

In den Jahren 1986 bis 1992 wurde bei 34.789 männlichen Studienteilnehmern im Alter von 40 bis 75 Jahren das relative Risiko für einen nicht tödlichen Herzinfarkt bei Aufnahme von Flavonolen und Flavonen unter Berücksichtigung von Risikofaktoren untersucht. Dabei zeigte sich keine eindeutige Wirkung durch die Aufnahme von Flavonoiden, wenngleich die Studienautoren einen schützenden Effekt vermuteten.

 

Wirkung der Flavonoide auf Herz und Gefäße bei postmenopausalen Frauen

Im Jahre 1986 haben Forscher in den USA eine Studie mit 33.492 postmenopausalen Frauen aus Iowa vorgenommen. Die Autoren überprüften dabei die Wirkung von Flavonoiden auf die Häufigkeit von Schlaganfällen sowie Herz- und Gefäß-Erkrankungen. Die gesamte Flavonoid-Aufnahme war mit einem abnehmenden Risiko für eine koronare Herzkrankheit – nach Berücksichtigung von Alter und Energieaufnahme – verbunden. Unter dem Strich konnte man die Abnahme des Risikos in jeder Gruppe im Vergleich mit jener Gruppe mit der geringsten Aufnahme von Flavonoiden beobachten.

Allerdings gab es keinen Zusammenhang zwischen der Gesamt-Flavonoid-Aufnahme und der Schlaganfall-Häufigkeit. Unter dem Strich trugen Brokkoli am meisten zur Aufnahme von Flavonoiden bei. Und damit auch zu einem verringerten Risiko für einen Tod durch eine Herz-Gefäß-Erkrankung.

Eine andere prospektive Studie mit 34.489 postmenopausalen Frauen basierte ebenfalls auf die Iowa Women’s Health study. Dazu gab es komplette Aufzeichnungen über den Verzehr der richtigen Nahrung mit Flavonoiden. Die Forscher untersuchten auch hierzu den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Flavanoiden und dem Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen sowie der Gesamtmortalität.

Die Wissenschaftler stellten eine signifikante Beziehung zwischen der Aufnahme von Anthocyanidinen und koronaren Herzerkrankungen sowie zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und der Gesamtmortalität fest. Zwischen der Flavonoid-Aufnahme und dem Tod durch Schlaganfall konnte allerdings keine Beziehung ermittelt werden.

Schließlich können Flavonoid reiche Lebensmittel wie Kleie die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Schlaganfall und Herz-Erkrankungen reduzierten. Und zwar waren hierzu einerseits Grapefruits oder Erdbeeren mit positiven Effekten bei koronaren Herzerkrankungen assoziiert. Andererseits zeigten Äpfel, Birnen, Rotwein sowie Schokolade allgemein positive Wirkungen bei kardiovaskulären Erkrankungen.


Literatur:

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