Flavonoid-Wirkung für die Herzgesundheit

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Eine gesunde Ernährung mit einem hohen Flavonoid-Anteil bringt unter anderem zahlreiche positive Wirkungen für die Herzgesundheit und die Gefäße.

Verschiedene epidemiologischen Analysen zum Thema Herzgesundheit, Flavonoid-Wirkung und -Aufnahme zeigen einen inversen Effekt der Gesamt-Flavonoid-Aufnahme oder der Aufnahme einzelner Untergruppen auf die Herzgesundheit. Mittels Ernährungsprotokolle wurde dabei die Flavonoid-Aufnahme berechnet und mit dem Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen in Korrelation gestellt.

Ein besseres Wissen und weiterführende Forschung zur Flavonoid-Wirkung und Herzgesundheit kann als Basis für optimierte Ernährungsempfehlungen dienen, deren Umsetzung sich positiv auf die Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen auswirken kann. Grundsätzlich wird ihre Wirkung vor allem auf ihre antioxidativen Eigenschaften zurückgeführt. Doch es werden ihnen weiters auch entzündungshemmende, antimikrobielle und sogar antikarzinogene Effekte vermutet (sie sollen die Apoptose, das Selbstmordprogramm von Krebszellen, auslösen können. Im Zusammenhang mit Herzgesundheit und Gefäße geht man davon aus, dass auch neuroprotektive und andere positive Effekte auf Blut und Gefäße zur Risikoverringerung kardiovaskulärer Erkrankungen und Schlaganfall vorhanden sind.

 

Flavonoide in Tee, Zwiebeln und Äpfeln

In der bekannten 5-jährigen Zutphen Elderly Study (1985) wurden die Auswirkungen der Flavonoid-Aufnahme bei älteren Männern im Alter von 65 bis 84 Jahre auf die Herzgesundheit analysiert. Die tägliche Flavonoid-Zufuhr von 25,9 mg gewonnen aus den Hauptquellen Tee (vor allem grüner, weisser und schwarzer Tee sind reichhaltige Flavonoid-Lieranten), Zwiebeln und Äpfel brachte eine Senkung der Sterblichkeit an Herztod und eine Verringerung der Häufigkeit von Herzinfarkten. Probanden mit der niedrigsten Flavonoid-Aufnahme hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für Herzkrankheiten gegenüber jener mit der höchsten. Auch nach Berücksichtigung von Risikofaktoren wie Alter, Körpergewicht (BMI), Rauchen, Lipoproteine, LDL- und HDL-Cholesterin, Hypertonie (Bluthochdruck), körperliche Aktivitäten und möglichen Mängeln an Energie, Vitaminen und Spurenelementen (wie Vitamin D, Vitamin C, Vitamin E, Betacarotin und Ballaststoffen) war das Risiko der Probanden mit der höchsten Flavonoid-Aufnahme noch immer geringer. Allgemein brachte die der Konsum von Tee, Zwiebeln und Äpfeln verschiedene positive Effekte für die Herzgesundheit.

 

Vorteile für Herzinfarkt-Überlebende

In einer italienischen Studie mit Herzinfarkt-Überlebenden unter 79 Jahren wurde die Einnahme spezifischer Flavonoide im Zusammenhang mit einem Infarktrisiko untersucht. In der Studie wurden die Daten von 760 Patienten mit einem nicht-tödlichen Myokardinfarkt mit der einer Kontrollgruppe verglichen. Mit steigender Aufnahme von Anthocyanidinen verringerte sich das Risiko für Herzinfarkte ebenso wie bei der Aufnahme von Flavonolen (Anthocyanidinen und Flavonole zählen zu den Flavonoiden).

Eine geringere Risikoreduktion, die aber nicht signifikant war, brachten, Flavan-3-ole und die Gesamt-Flavonoide. Isoflavonen, Flavanonen und Flavonen (weitere Flavonoide) zeigte keine Risikoreduktion. Eine hohe Aufnahme von Anthocyanidinen verringerte selbst bei Alkoholkonsum das Herzinfarkt-Risiko.

In den Jahren 1986 bis 1992 wurde bei 34.789 männlichen Studienteilnehmern im Alter von 40 bis 75 Jahren das relative Risiko für einen nicht tödlichen Herzinfarkt bei Aufnahme von Flavonolen und Flavonen unter Berücksichtigung von Risikofaktoren untersucht. Dabei zeigte sich kein eindeutiger Vorteil einer Flavonoid-Aufnahme , wenngleich die Studienautoren einen schützenden Effekt vermuteten.

 

Flavonoid-Wirkung für die Herzgesundheit bei postmenopausalen Frauen

1986 wurde in den USA eine Studie mit 33.492 postmenopausalen Frauen aus Iowa vorgenommen. Die Autoren überprüften die Aufnahme von Flavonoiden und die Häufigkeit von Schlaganfällen. Die gesamte Flavonoid-Aufnahme war mit einem abnehmenden Risiko für eine koronare Herzkrankheit – nach Berücksichtigung von Alter und Energieaufnahme – verbunden. Die Abnahme des Risikos konnte in jeder Gruppe im Vergleich mit jener mit der geringsten Aufnahme beobachtet werden.

Das relative Risiko für eine koronare Herzkrankheit zwischen der Gruppe mit der geringsten zur höchsten Aufnahme betrug 0,67. Es gab keinen Zusammenhang zwischen der Gesamt-Flavonoid-Aufnahme und der Schlaganfall-Häufigkeit. Brokkoli trugen am meisten zur Flavonoid-Aufnahme und einem verringerten Risiko für einen Tod durch koronare Herzkrankheit bei.

Eine andere prospektive Studie mit 34.489 postmenopausalen Frauen basierend auf der Iowa Women’s Health study mit kompletten Aufzeichnungen über den Verzehr stammt von Mink et al. (12). Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Flavanoiden und dem Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen sowie der Gesamtmortalität. Man stellte eine signifikante inverse Beziehung zwischen der Aufnahme von Anthocyanidinen und koronaren Herzerkrankungen sowie zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und der Gesamtmortalität fest. Zwischen der Flavonoid-Aufnahme und dem Tod durch Schlaganfall konnte keine Beziehung ermittelt werden.

Flavonoidreiche Lebensmittel wie Kleie reduzierten die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Schlaganfall und Herzerkrankungen, Grapefruits oder Erdbeeren waren mit positiven Effekten bei koronaren Herzerkrankungen, Äpfel, Birnen, Rotwein und Schokolade allgemein bei kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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