Neue Designer-Droge Flakka und der Wahnsinn: die Gefahr steigt

Flakka mit seinem Inhaltstoff alpha-PBP (ähnlich dem Methylendioxypyrovaleron, MDPV) bringt für 5 Dollar den Wahnsinn.

Flakka mit seinem Inhaltstoff alpha-PBP (ähnlich dem Methylendioxypyrovaleron, MDPV) bringt für 5 Dollar den Wahnsinn.

Schockierendes Video zum Fünf-Dollar-Wahnsinn. Die synthetische Designer-Droge Flakka (alpha-PBP) ist sehr günstig und gibt ein unbesiegbares Gefühl.

Die synthetische Designerdroge Flakka mit Wirkstoff Alpha-PVP wird nun auch in Europa zu einem immer größeren Problem. Die günstige Droge, die ein unbesiegbares Gefühl vermittelt, macht sehr schnell süchtig. Früher noch legal in verschiedenen Haushaltsmitteln enthalten ist die Substanz heute mittlerweile in industriell gefertigten Anwendungen verboten. Denn Experten sehen in Flakka eine noch größere Gefahr als in Crystal Meth. In Russland konnte die Polizei beispielsweise Ende November des Vorjahres (2019) über zwei Tonnen Flakka mit einem Wert von etwa 100 Millionen Euro in einem Drogenlabor bei einer Razzia sicherstellen. Dies zeigt einmal mehr die große Gefahr, die davon auch für Europa ausgeht. Erst vor wenigen Monaten kamen auch Besorgnis-erregende Meldungen zu Flakka aus Estland. Die Designerdroge scheint Europa jedenfalls längst erreicht zu haben. In den USA spricht man übrigens auch von Badesalz-Drogen, da der Wirkstoff alpha-PBP früher vor allem im Badesalz zu finden war. Neuer Trend: immer öfter konsumieren Süchtige Alpha-PVP auch als Zusatz in E-Zigaretten.

 

Die Meldungen zum grausamen Flakka-Mord in Florida ging um die Welt

Noch ist vielen Menschen in Erinnerung, als die Polizei von Florida vor einigen Jahren einen 19-jährigen Studenten in Tequesta nördlich von Miami auf der Zufahrt zum Haus seiner Opfer fand. Dabei machte er murrende, grunzende sowie knurrende Tierlaute, während er das Gesicht seines männlichen Opfers mit seinen Zähnen zerfetzte. Der junge Student hatte laut Sheriff William Snyder abnorme Kräfte entwickelt und so seinen Opfern zahlreiche Verletzungen und massive Gewalteinwirkungen zugefügt.

„Der Gerichtsmediziner wird wahrscheinlich einige Zeit benötigen, bis er eine genaue Beschreibung geben kann“, kommentierte der Sheriff. Der Sheriff vermutete sofort richtig, dass der Täter unter dem Einfluss von Flakka stand. „Von bisherigen Fällen wissen wir, dass Menschen auf Flakka Menschen attackieren, zubeißen und regelrecht Fleischstücke herausreißen.“

Das ermorderte Ehepaar, ein 59-jähriger Mann und seine 53 Jahre alte Ehefrau, hatten sich erfolglos gegen den Angriff gewehrt. Erst ein Polizeihund und Schreckschüsse schafften es, den 19-Jährigen von seinem Opfer loszureißen, zu denen der Teenager offenbar keinerlei Beziehung hatte.

 

Verbreitung von Flakka bei Jugendlichen in den USA

Unlängst veröffentlichten Forscher nun die erste Studie, die die Verbreitung von Flakka bei Jugendlichen in den USA untersuchte. Die Daten dazu kamen aus einer US-nationalen Stichprobe von 3.786 Abiturienten. Dabei zeigte sich, dass die Flakka-Konsumenten die Droge essen, schnupfen, injizieren oder inhalieren. Wobei diese auch eine stimulierende Wirkung auf Kokain zeigt sowie in etwa so wirksam ist wie Methamphetamin.

Unter dem Strich berichteten doch beachtliche 30 Abiturienten im Zeitraum 2016 bis 2017 von einem Flakka-Konsum. Jene Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnten, sowie Schüler, deren Eltern weniger als eine Hochschulausbildung hatten, nahmen öfter die Designerdroge. Die Konsumenten berichteten weiter über Nebenwirkungen wie schneller Herzfrequenz, erhöhter Körpertemperatur, Angstzuständen, Anfällen, Erregung, Aggression, Halluzinationen, Paranoia sowie auch Suizidalität.

 

Die Wirkung von Flakka bringt den Wahnsinn

Nicht nur in den USA, sondern mittlerweile auch in England und anderen europäischen Ländern wird das synthetisch hergestellte Flakka wie eingangs erwähnt zu einem immer größeren Problem. Experten sehen in der mittlerweile verbotenen Designerdroge, die eben vor einigen Jahren noch legal in Badesalz enthalten war, eine größere Gefahr als in Crystal Meth.

Deswegen gibt es auch eine schnell wachsenden Gruppe von Drogensüchtigen, die auf die neue Szenedroge süchtig ist. Typisch für Flakka ist der beim Rauchen entstehende stechende Geruch, der an stinkende Socken erinnert. Woher der ungewöhnliche Name kommt, ist bislang nicht bekannt.

Die Partydroge wird in den USA von Dealern auf der Straße angeboten, unter dem Pseudonym Fünf-Dollar-Wahnsinn vertrieben und auch im Internet oft mit der Bezeichnung Badesalz zum Kauf angeboten. Dieser für jeder Mann, Frau, Jugendliche etc. leistbare Rauschzustand wird als das neue Crack angesehen und kommt vor allem aus Asien – China, Pakistan und Indien – in die Vereinigten Staaten. Die kleinen Flakka-Kristalle kann man spritzen, schnupfen, essen und rauchen. Letzteres sogar in einer E-Zigarette. Flakka und Badesalz Drogen mischen die Konsumenten auch gerne mit Kokain und Heroin.

In der USA ist das Problem schon seit Jahren an der Tagesordnung, wie zahlreiche schockierende YOU-TUBE-Videos unter Beweis stellen (anbei ein offizielles FBI-Video, das vor der Designerdroge Flakka warnt).

 

Inhaltstoffe und Wirkungen von Flakka

Der Hauptinhaltstoff von Flakka ist jedenfalls das Amphetamin und eng mit MDPV – Methylendioxypyrovaleron – verwandte alpha-PBP (alpha-Pyrrolidinobutiophenone). Das nimmt man übrigens auch bei der Streckung von Ecstasy. Das psychotrope alpha-PBP wirkt wie Methylendioxypyrovaleron als sogenannter Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer – MDPV, das viermal stärker sein soll als Methylphenidat (Ritalin) sollte übrigens ursprünglich als potentieller Nachfolger für Ritalin angewendet werden.

Das Methylendioxypyrovaleron, kurz MDPV, konnte man früher frei in Apotheken und Online-Shops als Inhaltsstoff von Badesalz kaufen. Als man jedoch merkte, dass dieses Badesalz starke psychoaktive Wirkung hat, verbot die EU diese Drogen im Jahr 2014. Auch in Europa kam es zu hunderten Todesfällen.

Die Wirkung von Flakka sind eben ähnlich dem MDPV und dem Kokain. Das reicht von Stimulation, Atemsteigerung sowie Herzfrequenzsteigerung bis hin zu Euphorie.

Als Nebenwirkungen wurden Dehydration, Übermüdung, hochdosiert aber auch psychotisch-paranoide Reaktionen sowie Halluzinationen beobachtet.

Flakka nennt man auch Kies aufgrund seiner kristalinen Form. Wobei dessen Wirkung vielfach höher zu sein scheint als die von Ecstasy. Die Substanz stimuliert das Gehirn und bringt ein übermenschlich starkes und unbezwingbares Gefühl. Dieser euphorische Rauschzustand hält von drei bis vier Stunden bis zu mehreren Tagen an, bei nachlassender Wirkung kommt es rasch zu Entzugserscheinungen.

 

Unerwünschte Wirkungen

Als Nachwirkungen sind Herzrasen, Bluthochdruck sowie eine leichte Stimulation bekannt. Bei höheren Dosierungen litten die Konsumenten an intensiven Panikattacken sowie an Psychosen, die durch den Schlafmangel entstanden. Die Badesalz Drogen Alpha-PBP und MDPV werden hochdosiert ähnlich wie Crystal Meth als Aphrodisiakum eingesetzt. Durch den Konsum kommt es zu einem starken Suchtverhalten. Dabei können allerdings hochdosiert sehr unangenehme Nebenwirkungen auftreten.

Jedenfalls kann Flakka ist als neuestes Mitglied der synthetischen Cathinon-Gruppe schwerwiegenden kardiovaskulären, neurologischen, psychiatrischen sowie infektiösen Nebenwirkungen verursachen. Es kann zudem nach der Flakka-Anwendung auch manchmal zum Stevens-Johnson-Syndrom kommen. Das ist eine toxischen Nekrolyse der Haut beziehungsweise schwere Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut.


Literatur:

Joseph J. Palamar et al. Flakka use among high school seniors in the United States. Drug and Alcohol Dependence, Jan. 29, 2019; DOI:10.1016/j.drugalcdep.2018.12.014

Franzén L, Bäckberg M, Beck O, Helander A. Acute Intoxications Involving α-Pyrrolidinobutiophenone (α-PBP): Results from the Swedish STRIDA Project. J Med Toxicol. 2018;14(4):265–271. doi:10.1007/s13181-018-0668-2

İlhan B, Doğan H, Şahin EA, Karslıoğlu N, Koçak Ö. Novel complication of Flakka: Stevens-Johnson syndrome/Toxic epidermal necrolysis overlap. Am J Emerg Med. 2019 Mar;37(3):562.e1-562.e3. doi: 10.1016/j.ajem.2018.11.037. Epub 2018 Nov 24.

Nelson KH, Manke HN, Imanalieva A, Rice KC, Riley AL. Sex differences in α-pyrrolidinopentiophenone (α-PVP)-induced taste avoidance, place preference, hyperthermia and locomotor activity in rats. Pharmacol Biochem Behav. 2019;185:172762. doi:10.1016/j.pbb.2019.172762


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