Neue Designerdroge Flakka und der Wahnsinn

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Schockierendes Video zum sogenannten Fünf-Dollar-Wahnsinn: Die synthetische Designerdroge Flakka ist sehr günstig und gibt ein unbesiegbares Gefühl.

Noch ist vielen Menschen in Erinnerung, als die Polizei von Miami einen 19-jährigen Studenten in Tequesta nördlich von Miami auf der Zufahrt zum Haus seiner Opfer fand. Dabei machte er murrende, grunzende sowie knurrende Tierlaute, während er das Gesicht seines männlichen Opfers mit seinen Zähnen zerfetzte. Der junge Student hatte laut Sheriff William Snyder abnorme Kräfte entwickelt und so seinen Opfern zahlreiche Verletzungen und massive Gewalteinwirkungen zugefügt: „Der Gerichtsmediziner wird wahrscheinlich einige Zeit benötigen, bis er eine genaue Beschreibung geben kann“, kommentierte der Sheriff.

Das ermorderte Ehepaar, ein 59-jähriger Mann und seine 53 Jahre alte Ehefrau, hatten sich erfolglos gegen den Angriff gewehrt. Erst ein Polizeihund und Schreckschüsse schafften es, den 19-Jährigen von seinem Opfer loszureißen, zu denen der Teenager offenbar keinerlei Beziehung hatte. Der Sheriff vermutet, dass der Täter unter dem Einfluss von Flakka stand: „Von bisherigen Fällen wissen wir, dass Menschen auf Flakka Menschen attackieren, zubeißen und regelrecht Fleischstücke herausreißen.

 

Verbreitung von Flakka bei Jugendlichen in den USA

Unlängst veröffentlichten Forscher nun die erste Studie, die die Verbreitung von Flakka bei Jugendlichen in den USA untersuchte. Die Daten dazu kamen aus einer US-nationalen Stichprobe von 3.786 Abiturienten. Dabei zeigte sich, dass die Flakka-Konsumenten die Droge essen, schnupfen, injizieren oder inhalieren. Wobei diese auch eine stimulierende Wirkung auf Kokain zeigt sowie in etwa so wirksam ist wie Methamphetamin.

Insgesamt berichteten 0,8 Prozent der Abiturienten im Zeitraum 2016 bis 2017 von einem Flakka-Konsum. Jene Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnen, sowie Schüler, deren Eltern weniger als eine Hochschulausbildung haben, hatten eine höhere Nutzungsquote. Die Konsumenten berichteten weiters über Nebenwirkungen wie schneller Herzfrequenz, erhöhter Körpertemperatur, Angstzuständen, Anfällen, Erregung, Aggression, Halluzinationen, Paranoia sowie auch Suizidalität.

 

Flakka bringt den Wahnsinn

In den USA wird das synthetisch hergestellte Flakka zu einem immer größeren Problem. Experten sehen in der mittlerweile verbotenen Designerdroge (vor einigen Jahren war die Substanz noch legal in Badesalz enthalten) eine größere Gefahr als in Crystal Meth.

Deswegen gibt es auch eine schnell wachsenden Gruppe von Drogensüchtigen, die auf die neue Szenedroge süchtig ist. Typisch für Flakka ist der beim Rauchen entstehende stechende Geruch, der an stinkende Socken erinnert. Woher der ungewöhnliche Name kommt, ist bis dato nicht bekannt.

Die Partydroge wird von Dealern auf der Straße angeboten, unter dem Pseudonym Fünf-Dollar-Wahnsinn vertrieben und auch im Internet oft mit der Bezeichnung Badesalz zum Kauf angeboten. Dieser für jeder Mann, Frau, Jugendliche etc. leistbare Rauschzustand wird als das neue Crack angesehen und kommt vor allem aus Asien – China, Pakistan und Indien – in die Vereinigten Staaten. Die kleinen Flakka-Kristalle kann man spritzen, schnupfen, essen und rauchen. Letzteres sogar in einer E-Zigarette. Flakka wird gerne auch mit Kokain und Heroin gemischt.

In der USA ist das Problem schon seit Jahren an der Tagesordnung, wie zahlreiche schockierende YOU-TUBE-Videos unter Beweis stellen (anbei ein offizielles FBI-Video, das vor der Designerdroge Flakka warnt).

 

Inhaltstoffe und Wirkungen von Flakka

Der Hauptinhaltstoff von Flakka ist das Amphetamin und eng mit MDPV – Methylendioxypyrovaleron – verwandte alpha-PBP (alpha-Pyrrolidinobutiophenon), das auch bei der Streckung von Ecstasy zur Anwendung kommt. Das psychotrope alpha-PBP wirkt wie Methylendioxypyrovaleron als sogenannter Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer – MDPV, das viermal stärker sein soll als Methylphenidat (Ritalin) sollte übrigens ursprünglich als potentieller Nachfolger für Ritalin angewendet werden.

Die Wirkungen von Flakka sind ähnlich dem MDPV und dem Kokain und reichen von Stimulation, Atemsteigerung, Herzfrequenzsteigerung bis hin zu Euphorie.

Als Nebenwirkungen wurden Dehydration, Übermüdung, hochdosiert aber auch psychotisch-paranoide Reaktionen sowie Halluzinationen beobachtet.

Der Hauptinhaltstoff von Flakka ist das Amphetamin und eng mit MDPV – Methylendioxypyrovaleron – verwandte alpha-PBP.

Der Hauptinhaltstoff von Flakka ist das Amphetamin und eng mit MDPV – Methylendioxypyrovaleron – verwandte alpha-PBP.

Flakka nennt man auch Kies aufgrund seiner kristalinen Form. Wobei dessen Wirkung vielfach höher zu sein scheint als die von Ecstasy. Die Substanz stimuliert das Gehirn und bringt ein übermenschlich starkes und unbezwingbares Gefühl. Dieser euphorische Rauschzustand hält von drei bis vier Stunden bis zu mehreren Tagen an, bei nachlassender Wirkung kommt es rasch zu Entzugserscheinungen.

Als Nachwirkungen sind Herzrasen, Bluthochdruck sowie eine leichte Stimulation bekannt. Bei höheren Dosierungen wurden intensive Panikattacken und Schlafmangel bedingten Psychosen beobachtet. Alpha-PBP und MDPV werden hochdosiert ähnlich wie Crystal Meth als Aphrodisiakum eingesetzt – durch Konsum kommt es zu einem starken Suchtverhalten, wobei hochdosiert sehr unangenehme Nebenwirkungen auftreten.

Literatur:

Joseph J. Palamar et al. Flakka use among high school seniors in the United States. Drug and Alcohol Dependence, Jan. 29, 2019; DOI:10.1016/j.drugalcdep.2018.12.014


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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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