Fieber bei Kindern muss man erst senken, wenn das Kind dadurch leidet

Fieber bei Kindern aktiviert die körpereigenen Immunkräfte, vor allem gegen Virus-Infektionen ist Fieber bei Kindern besonders wirksam. © Worrawoot Saengrueang / shutterstock.com

Wenn die Temperatur stark steigt, dann hilft das oft gegen Krankheitserreger. Wobei man Fieber bei Kindern nicht senken muss, solange das Kind nicht darunter leidet!

Es ist allgemein ein Irrtum, Fieber sofort senken zu müssen. Vor allem Fieber bei Kindern tritt häufig auf, ist aber selten eine gefährliches Krankheitssymptom. Fieber ist im Grunde genommen keine Krankheit, sondern eine aktive Reaktion des Organismus auf eingedrungene Krankheitserreger. Um diese zu bekämpfen und so den Körper selbst zu heilen. So lange Fieber bei Kindern nicht zu merklichen Beschwerden führt, muss eine höhere Temperatur nicht unter allen Umständen gesenkt werden.

 

Wie gefährlich, wie sinnvoll Fieber ist

In den letzten Jahrzehnten haben Mediziner wie auch Haus- und Kinderärzte die heilsame Wirkung von Fieber bei Kindern in der Bekämpfung von Bakterien und Viren immer mehr schätzen gelernt. Fieber bei Kindern – aber auch bei gesunden Erwachsenen – aktiviert die körpereigenen Immunkräfte, vor allem gegen Virus-Infektionen ist Fieber bei Kindern besonders wirksam.

Eine rektale Messung sollte mindestens fünf, unter der Achselhöhle oder unter der Zunge mindestens zehn Minuten dauern. Fieber bei Kindern sollte idealerweise mit digitale Fieberthermometer gemessen werden.

Denn die Vermehrung zahlreicher Viren wird bei Temperaturen über 38,5 Grad deutlich gebremst. Da Kinder noch für viele Viren anfällig sind, gegen die Erwachsene längst eine Immunität entwickelt haben, setzt der Körper Fieber bei Kindern als Abwehrmittel sehr häufig ein.

 

Fieber bei Kindern muss man nicht senken, solange der Allgemeinzustand gut ist

So lange Kinder sich nicht zu krank fühlen und auch sonst einen guten Allgemeineindruck machen, müssen keine Maßnahmen gegen das Fieber bei Kindern eingeleitet werden, um die Temperatur zu senken. Experten empfehlen daher, dass man bei Kindern, die trotz erhöhter Temperatur munter sind und normal essen und trinken, keine Schritte zum Fieber senken unternehmen muss.

Wenn die Temperatur aber über 38,5 Grad ansteigt, kann sich der Allgemeinzustand eines Kindes allerdings bald verschlechtern. Es können Muskel- und Gliederschmerzen einsetzen, Appetitlosigkeit und allgemeines Unwohlsein auftreten. Sobald das Kind offensichtlich leidet, sollten unverzüglich Schritte unternommen werden, um das Fieber zu senken.

 

Anzeigen am Thermometer nicht entscheidend

Fieber bei Kindern macht nicht krank. Sondern der Erreger, der hinter der Infektion oder der Entzündung steckt, ist am Krankheitsausbruch schuld. Es ist daher bedeutsam, die Ursache des Fiebers zu entdecken. Fieber bei Kindern ist daher ein begleitendes Symptom einer beginnenden Erkrankung, die behandelt werden muss.

In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass Fieber eine der wichtigsten Immunreaktionen des Körpers darstellt. Weiters konnte bewiesen werden, dass das Wachstum von Viren aber auch einiger Bakterien durch erhöhte Temperatur sehr stark gehemmt wird.

Fieber bei Kindern als nützliche Reaktion des Organismus gegen eingedrungene Krankheitserreger laufen am besten bei einem Fieberzustand zwischen 39 und 40 Grad ab. Die so genannten Fresszellen – Phagozyten – können Bakterien bei einer Temperatur von 39 Grad optimal bekämpfen.

 

Hohes Fieber bei Kindern in jüngeren Jahren problemloser

Kleine Kinder ertragen hohe Temperaturen im Grude genommen besser als Jugendliche oder Erwachsene. Selbst hohes Fieber über 40 Grad machen oft nichts aus. Doch wieder gilt: wenn das Kind durch das Fieber leidet, unruhig und quengelig ist, Trinken und Essen verweigert, nicht schlafen kann, verwirrt ist oder wenn es schon einmal einen Fieberkrampf hatte, sollten die Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

 

Wie man Fieber bei Kindern am besten misst

Heutzutage gibt es viele innovative, modernen digitale Thermometer. Die sind schneller als die alten Quecksilberthermometer und kommen überdies ohne das gefährliche Quecksilber aus. Geeignet sind auch elektronische Ohr- und Stirn-Thermometer. Bei ihnen sind jedoch Ungenauigkeiten möglich (beispielsweise durch Ohrenschmalz).

Beim Einsatz eines alten Quecksilberthermometers sollte das Fieber bei Kindern grundsätzlich „rektal“, also im Po, gemessen werden. Dies gilt vor allem für kleinere Kinder. Bei der Messung im Mund besteht Verletzungsgefahr durch Zerbeißen des Thermometers, in der Achselhöhle ist die Messung zu ungenau. Bei der Messung im After muss das Thermometer festgehalten werden und das Kind darf nicht sich selbst überlassen bleiben. Die Messung sollte rektal mindestens fünf, unter der Achselhöhle oder unter der Zunge zehn Minuten dauern.

Allerdings kommen die alten Quecksilberthermometer immer seltener zur Anwendung, beschädigte gehören übrigens nicht in den Hausmüll.

 

Medikamente

Zäpfchen sind bei medikamentösen Therapien die ideale Arzneiform für kleine Kinder, weil sie sie nicht schlucken müssen. Zäpfchen enthalten meist die schmerzlindernde und fiebersenkende Substanz Paracetamol. Wichtig ist das genaue Einhalten der Dosierungsvorschriften, weil Paracetamol bei Überdosierungen schwere Leberschäden verursachen kann.

Gleichwertig zu Paracetamol kann man das Fieber bei Kindern mit Ibuprofen behandeln. Und zwar ist der Wirkstoff auch zur gleichzeitigen Linderung von Schmerzen geeignet. Weiter hat sich Ibuprofen zur Behandlung von Mittelohrentzündungen – otitis media – bewährt.

Acetylsalicylsäure (ASS, „Aspirin“), sollte wegen des sehr seltenen, aber gefährlichen Risikos eines „Reye-Syndroms“ (mit der Gefahr einer schweren Leber- und Gehirnschädigung) bei Kindern unter zwölf Jahren keinesfalls verwendet werden. Manche Kinder- und Jugendärzte verordnen „Viburcol“-Zäpfchen. Sie enthalten Wirkstoffe der Kamille und erleichtern dem Kind die lästigen Begleiterscheinungen des Fiebers wie Unruhe, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.

 

Hausmittel gegen Fieber bei Kindern

Kinder mit Fieber brauchen viel Flüssigkeit, um das durch Schwitzen verlorene Wasser zu ersetzen. So lange das Kind zu Beginn des Fieberanstiegs fröstelt, sollten Eltern für Erwärmung sorgen. Und zwar am besten mit einer Wolldecke oder einer Wärmflasche.

Abkühlungsmaßnahmen sollten erst dann erfolgen, wenn nicht nur das Gesicht und Stirn schon sehr warm sind. Sondern das sollte man erst dann machen, wenn sich auch die Beine und der übrige Körper des Kindes bereits warm anfühlen.

Klassische Hausmittel, um Fieber bei Kindern zu senken, gehören beispielsweise Wadenwickel. Die müssen nicht kalt sein. Ausreichend ist ein Temperaturunterschied von etwa zehn Grad. Wenn man zimmerwarmes (22 Grad) oder sogar bis zu 30 Grad warmes Wasser verwendet, vermeidet man überdies das unnötige Erschrecken des Kindes.

Beim Wickeln sollten Eltern stets beide Waden getrennt einpacken. Die Tücher sollten von den Fußgelenken bis kurz unter die Knie reichen. Wickel alle fünf bis 15 Minuten erneuern, bis das Fieber um ein bis zwei Grad gesunken ist.

Wichtige Einschränkung: Wadenwickel sind nur dann sinnvoll, wenn die Beine und auch der restliche Körper warm sind. Bei kalten Gliedern sollte man die Wadenwickel auf keinen Fall anwenden.

 

Mit einem Abkühlungsbad das Fieber senken

Die meisten Kinder baden gern, deshalb empfinden sie ein fiebersenkendes Abkühlungsbad als angenehm. Zu Beginn liegt die Temperatur des Badewassers etwa zwei Grad Celsius über der Körpertemperatur. Dann kaltes Wasser zulaufen lassen – so, dass die Wassertemperatur innerhalb von zehn Minuten auf etwa 30 Grad sinkt. Der kleine Patient soll etwa sieben Minuten im abgekühlten Wasser bleiben. Auch das Abwaschen des nackten Kindes mit lauwarmem oder kühlem Wasser wird von vielen Kindern als angenehm empfunden.

Einige Naturmediziner empfehlen, Fieber bei Kindern mit kamillenhaltigen Einläufen zu senken.

 

Fieber bei Kindern: besondere Warnzeichen

– Das Fieber besteht länger als drei Tage.

– Das Kind verweigert das Trinken, verliert Flüssigkeit und trocknet aus.

– Dem Kind geht es gut. Aber das Erbrechen dauert länger als zwölf Stunden (wenn es dem Kind nicht gut geht, früher zum Arzt!).

– Dem Kind geht es gut, aber der Durchfall dauert länger als zwei Tage. Und wenn es dem Kind nicht gut geht, sollte man unbedingt früher zum Arzt!.

– Das Kind hat schwere Bauchschmerzen oder -krämpfe.

– Die Schmerzen werden trotz Behandlung stärker.

– Das Kind krampft.

– Das Kind hat einen Hautausschlag oder zeigt Symptome von Ohrenschmerzen oder Atmungsbeschwerden.

 

Fazit

Im Grunde genommen gehören Fieberkrankheiten auch zu den häufigsten Ursachen für die Aufnahme eines Kindes in ein Krankenhaus. Die meisten Fälle sind viralen Ursprungs und haben wie berichtet normalerweise eine gute Prognose.

Fieber kann aber durchaus auch auf eine schwere, schnell fortschreitende Krankheit hindeuten. Davor haben sowohl Eltern als auch Ärzte und Betreuer Respekt, was zu zu einer „Fieberphobie“ und einer unangemessenen Therapie kleinere Krankheiten führen kann.

Vor allem Kinder- und Hausärzte sind hier gefordert, die Situtation richtig abzuschätzen. Sie müssen aufgeregte Eltern beruhigen und ihnen plausible Informationen über das Fieber sowie den angemessenen Einsatz von Medikamenten und Hausmitteln geben. Schließlich müssen die Familien auch sehr darauf achten, dass das Kind nicht dehydriert.


Literatur:

Stanway D. Fever in children. Nurs Stand. 2015 Feb 27;29(26):51. doi: 10.7748/ns.29.26.51.s45. PMID: 25711594.


Quelle und weitere Informationen: http://www.kindergesundheit.de

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