Feng Shui – Wind und Wasser

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Feng Shui – eine Mischung von gesundem Menschenverstand, verfeinerter Ästhetik und asiatischer Philosophie – strebt nach Verbindung.

Im wichtigsten Werk der taoistischen Philosophie – dem Tao te King – steht geschrieben: „Der Mensch folgt dem Himmel, der Himmel folgt dem Tao, und das Tao folgt der Natur.“ Dieser Naturformel bringt uns die Strömungslehre Feng Shui – die Lehre der Lebens­energie – näher.

 

Feng Shui – Wind und Wasser

Feng steht im Chinesischen grundsätzlich für Wind und das Shui für Wasser. Doch Feng bezeichnet auch Luft, Wolken, Sturm und Taifun. Weiters steht das Shui auch für Bach und Fluss, See und Wasserfall sowie Regen.

Schließlich vermischen gesunder Menschenverstand, verfeinerter Ästhetik und asiatische Philosophie vermischen sich zu Feng Shui , wobei nach Verbindung und ­Harmonie zur Umgebung gestrebt wird – angewendet beispielsweise zur Anlage von Gärten, der Architektur von Häusern, zur Innenausstattung verschiedenster Räumlichkeiten.

 

Feng Shui geschichtlich betrachtet

Seit Jahrtausenden wird die sogenannte Strömungslehre in den meisten asiatischen Kulturen eingesetzt. Dabei ist das Qi – die Lebensenergie – entscheidend. Qi haucht sozusagen allen Wesen den Lebensatem ein. Traditionsbewusste Asiaten – vor allem Chinesen und Japaner – weigern sich standhaft, ein Haus oder ein Büro zu beziehen, wenn es nicht den Feng Shui-Kriterien entspricht.

Feng Shui galt im alten China als eine göttliche Lehre, die eigentlich dem Kaiserhof vorbehalten war. Doch trotz Strafandrohung praktizierten Adelige und wohlhabende Bürger diese Kunst dennoch in ihren Häusern.

Mao Tse Tung verbot ebenfalls während der Kulturrevolution von 1950 bis 1980 jegliche Anwendung von Feng Shui, wobei auch in dieser Zeit viele einflussreiche Parteimitglieder und Wohlhabende Bürger ihre Häuser und Räume dezent nach Feng Shui-Richtlinien errichteten.

 

Lehre von Feng Shui

Zahlreiche bedeutende, nach Hongkong, Taiwan und Singapur ausgewanderte Feng Shui-Meister unterrichteten auch Schüler aus dem Wes­ten, von wo aus das Wissen nach ­Europa, Nordamerika und Australien exportiert wurde. Anerkannte Schulen unterteilen sich in acht Bereiche:

  • die Wirkung des kosmischen Qi auf die Vitalität
  • das Prinzip der Yin Yang-Polarität
  • die Fünf Elemente-Lehre
  • das Feng Shui des Makrokosmos
  • das Feng Shui des Mikrokosmos
  • die Wirkung auf die nähere Umgebung des Menschen
  • das strukturelle Feng Shui eines Grundstückes
  • und das kosmische Qi in den einzelnen Räumlichkeiten.

 

Daoistische Harmonielehre

Wind und Wasser sind Ausdruck der Kraft der fließenden Elemente der Natur und deren Effekte auf die Oberfläche der Landschaften. Die daoistische Harmonielehre bewertet den Einfluss von Wind und Wasser auf das Gesicht der Erde. Dementsprechend ­soll sie den Menschen ermöglichen, in Harmonie mit Wind- und Wasserströmungen zu leben.

Wenn man einen nachhaltigen Erfolg haben will, so sollten wir unsere Wohnungen, Geschäfte und Büros auf Plätzen errichten, die aus Feng Shui-Sicht günstig sind. Schließlich sollte man nachträglich den Qi-Fluss so gestalten, dass dieser energetisch optimal verläuft.

Feng Shui sollte nicht engstirnig als pure Wissenschaft mit magischen Formen oder als eine Kunst, die nur auf Instinkten basiert, gesehen werden. Um es erfolgreich anwenden zu können, muss man von grundlegenden Konzepten ausgehen.

Schließlich bedarf es eines umfassenden Wissens von philosophischen Prinzipien der östlichen Welt, um die daoistische Harmonielehre in seinem tieferen Wesen erfassen zu können. Grundlegende Fixpunkte sind: die Yin Yang-Polarität, das I Ging, weiters der Pakua sowie die Fünf Elemente und schließlich vor allem das Verständnis des Konzeptes des kosmischen Qi-Flusses.

Quelle:

Vitale Raumgestaltung – Feng Shui. MEDMIX 4/2004.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29130275

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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