Fenchel ist besonders für Kinder, auch für das Baby, gut geeignet

Als Heilpflanze kommen ausschließlich die Früchte des Fenchel zum Einsatz – umgangssprachlich als Samen bezeichnet. © Brent Hofacke / shutterstock.com

Als Heilpflanze kommen ausschließlich die Früchte des Fenchel zum Einsatz – umgangssprachlich als Samen bezeichnet. © Brent Hofacke / shutterstock.com

Fenchel eignet sich sehr gut für Kinder, oder auch dem Baby, um Beschwerden wie Blähungen zu lindern – häufig mit Fencheltee und Fenchelhonig.

Der Fenchel – Foeniculum vulgare – ist häufig das erste Heilmittel, das ein Mensch in seinen ersten Baby-Monaten einnimmt – nicht nur in Europa, sondern auch in vielen anderen Regionen der Welt. Fenchel gehört deshalb zu den weltweit bekanntesten Arzneipflanzen für Babys und Kindern. Ähnlich wie Anis, Kümmel und Liebstöckel sind sie der Familie der Doldenblüter zugehörig.

Fenchel hat vor allem in der Kinderheilkunde große Bedeutung und ist wegen seiner milden Wirkung für Kinder sehr gut geeignet.

Die Heilpflanze Fenchel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, da sie warme, feuchte, kalkhaltige Böden bevorzugt. In heutigen Zeiten wird die weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze vor allem in den EU-Staaten Bulgarien, Ungarn und Rumänien sowie in Ägypten und China angebaut.

 

Fenchel als pflanzliches Mittel für Erwachsene sowie Kinder und Baby

In der Pflanzentherapie werden ausschließlich die Früchte des Fenchel verwendet, die umgangssprachlich auch als Samen bezeichnet werden. Das wirksame ätherische Öl sollte zu mindestens 60 Prozent aus dem süßlich schmeckenden trans-Anethol und aus dem eher bitteren Fenchon bestehen.

Diese Inhaltsstoffe des Fenchel fördern die Beweglichkeit des Magen-Darmtraktes und sind in höherer Konzentration krampflösend. Für Anethol und Fenchon ist außerdem eine schleimlösende Wirkung nachgewiesen.

Im Grunde genommen setzt man Fenchel gegen unspezifische Verdauungsprobleme ein. Dazu gehören etwa leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen sowie gegen Entzündungen von Hals und Rachen, wobei Eltern für Baby und Kinder den Fenchel oft als Fenchelhonig anwendet.

 

Fenchel als uralte Heilpflanze und Nahrungsmittel

Schon in den frühen Hochkulturen Ägyptens oder Chinas schätzten die Menschen den Fenchel als Gemüse und Heilpflanze. In Mitteleuropa beschrieb erstmals der bekannte Benediktiner-Abt des Klosters Reichenau, Walahfrid Strabo – Dichter und Botaniker –, in der Mitte des 9. Jahrhunderts n. Chr. die Heilwirkungen von Fenchel. Strabo, wie man ihn nannte, empfahl den Verzehr gemeinsam mit Wein oder Ziegenmilch. Und zwar um die Blähungen zu lösen, eine träge Verdauung zu verbessern und auch bei Husten Linderung zu bringen. Und damit lag man sehr nahe an den heutigen Anwendungsgebieten.

 

Fencheltee und Fenchelhonig

Gegen Husten bei Kindern werden häufig die bewährten Naturheilmittel Fencheltee und Fenchelhonig – mit bitterem Fenchelöl versetzter Honig – angewendet. Das in den Fenchelsamen enthaltene ätherische Öl steigert die Bewegung der Flimmerhärchen in der Lunge und in den Atemwegen. Das hilft schließlich dabei, dass der Körper den Schleim leichter abhusten kann.

Die Hauptkomponenten von Fenchelöl sind die oben erwähnten Inhaltsstoffe Anethol und Fenchon. Wobei diese in einem bestimmten Verhältnis enthalten sein, damit sie ihre schleimlösende Wirkung im Bereich der Atemwege zur Geltung kommt.

Um bitteres Fenchelöl – wie für Fenchelhonig – zu gewinnen, sollten Fenchelpflanzen hohe Ölgehalte enthalten und große Fenchelsamen haben. Zur Erzeugung von Fencheltee werden hingegen kleine Früchte mit niedrigerem Ölgehalt bevorzugt.

 

Fenchelhonig selber machen

Das traditionelle Hausmittel Fenchelhonig wird bei Erkältung und bei Störungen des Magen-Darmtraktes eingesetzt. So wird der traditionelle Fenchelhonig zur Unterstützung der Schleimlösung im Bereich der Atemwege bei Erkältung mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit angewendet. Fenchelhonig wirkt auf die Atemwege Auswurf fördernd, antiseptisch, krampflösend und auf den Magen-Darm-Trakt blähungstreibend.

Fenchelhonig selbst zu produzieren, ist günstiger als ihn fertig zu kaufen, ausserdem kann man so gut die Qualität kontrollieren. Man benötigt dafür beispielsweise 500 Gramm hochqualitativen flüssigen Honig, getrocknete, bittere Fenchelsamen oder ätherisches Öl vom bitteren Fenchel. Somit wird ein Glas Honig einfach mit einem Spritzer ätherischem Öl vom bitteren Fenchel verrührt. Alternativ kann man einen intensiven Fenchelhonig aus 12 Gramm Fenchelsamen pro 500 Gramm Honig herstellen.

Bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr sind schließlich 1 mal täglich etwa 5 Milliliter Fenchelhonig anwendbar. Erwachsene und Schulkinder nehmen zweimal täglich 5 Milliliter ein. Keinesfalls darf der Fenchelhonig Säuglingen gegeben werden.


Literatur:

Drugs and Lactation Database (LactMed) [Internet]. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); 2006–. Fennel. 2021 Feb 15. PMID: 30000852.

Badgujar SB, Patel VV, Bandivdekar AH. Foeniculum vulgare Mill: a review of its botany, phytochemistry, pharmacology, contemporary application, and toxicology. Biomed Res Int. 2014;2014:842674. doi: 10.1155/2014/842674. Epub 2014 Aug 3. PMID: 25162032; PMCID: PMC4137549.

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