Feigen, Feigenblatt und Feigenbaum – gesunde Verführung vom Mittelmeer

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Seit dem ersten Feigenblatt, mit dem Eva beim Auszug aus dem Paradies ihre Blöße bedeckte, waren Feigen-Frucht und Blatt Symbole für weibliche Sexualität.

Für die Römer war der Feigenbaum heilig, denn unter ihm ruhte der Gründer Roms. Ebenso galt das für die Buddhisten, die ihn Pipal oder Bodhi-Baum nennen. Denn Buddha empfing unter einer besonderen Feigen-Art (Ficus religiosa) seine Erleuchtung.

Der Feigenbaum ist jedenfalls im Mittelmeerraum weit verbreitet. Seine Wildform stammt vermutlich aus Asien, die bereits vor 5000 Jahren von den Assyrern kultiviert wurde. Phönizische Seefahrer verbreiteten den Baum dann im gesamten Mittelmeerbaum. Feigen zählen zu den ältesten domestizierten Nutzpflanzen.

 

Botanischer Blickpunkt

Die Feige ist ein Vertreter der Maulbeergewächse und ist ein sommergrüner und laubwerfender Strauch oder kleiner Baum. Wobei die Wuchshöhe stark von der Feigensorte abhängt. Die Rinde ist glatt und hellgrau, die Pflanze führt einen Milchsaft, der in Zusammenhang mit Sonnenlicht nach Berührung zu einer Photo-Dermatitis führen kann. Diese äußert sich durch Entzündung der Haut und durch Bläschenbildung. Genau genommen sind Feigen keine Früchte, sondern Fruchtstände, weder ganz Blüte noch ganz Frucht. Das Fruchtfleisch ist weiß- rosa bis rötlich mit kleinen, essbaren Kernen, der Geschmack ist süßlich- aromatisch. Je nach Sorte kann man die Schalen von Bio-Feigen bedenkenlos mitessen.

Es gibt viele Vertreter der Familie, viele davon kennen wir als Zimmerpflanzen: z.B. die Birkenfeige oder den Gummibaum. Genießbare Früchte trägt aber nur der Ficus carica. Hauptanbaugebiete für Feigen sind der Mittelmeerraum mit dem Spitzenreiter Türkei sowie Südafrika, Australien, Neuseeland, Chile, Mexiko, Kalifornien und China. Je nach Klima werden die ersten Feigen ab Mai und die zweite Generation von August bis November geerntet.

 

Gesundheitlicher Aspekt von Feigen

Feigen sind gesunde, energiereiche Früchte, die sättigend, entgiftend, immunstärkend und anregend zugleich sind. Dank ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen und zahlreichen Enzymen wird ihnen eine verdauungsanregende Wirkung nachgesagt. Außerdem enthalten sie Kalzium, Phosphor, Eisen, Karotin, Niacin, Riboflavin sowie Furocumarine. Zudem sind Feigen reich an Vitamin B1.

Frische Feigenfrüchte bestehen zu 80 Prozent aus Wasser. Getrocknete Feigen sind durch ihren hohen Fructose-Gehalt natürliche und gesunde Energielieferanten. Sie sind daher ein idealer Snack für Sportler und sorgen für einen gesunden Energieschub. Weiters sorgen Flavonoide für antioxidative Eigenschaften.

Im Grunde genommen verwendet man Feigen sowohl für diätetische als auch für medizinische Zwecke. Unter anderem werden sie häufig bei der Behandlung von Durchfall und Oligogalaktie eingesetzt. Außerdem sollen die Blätter bei Magenbeschwerden und Diabetes helfen.

Auch bei Rachenschmerzen kommen Feigen zum Einsatz, wobei sie getrocknet in warmer Milch eingeweicht werden. Die Rinde hilft bei Zahnschmerzen oder auch bei entzündeten Füßen. Zur Linderung bei Insektenstichen oder auch zur Behandlung von Warzen dient der weiße austretende Milchsaft bei frisch geernteten Feigen und Blättern.

Ob im Salat, Früchtebrot oder im Feigenkäse, ob getrocknet oder frisch – die Verwendung in der Küche ist sehr vielfältig. Aber man bedenke: Zucker bleibt Zucker und selbst natürliche Süßigkeiten sollten nur in Maßen genossen werden.

Literatur:

N.Sirisha, M.Sreenivasulu, K.Sangeeta, C.Madhusudhana Chett. Antioxidant Properties of Ficus Species – A Review. International Journal of PharmTech Research, Vol.2, No.4, pp 2174-2182, Oct-Dec 2010.

Achrekar S, Kaklij GS, Pote MS, Kelkar SM. Hypoglycemic activity of Eugenia jambolana and Ficus bengalensis: mechanism of action. In Vivo (Athens, Greece) [01 Mar 1991, 5(2):143-147].

Yinxian Shi, Aye Mya Mon, YaoFu, Yu Zhang, Chen Wang, Xuefei Yang, Yuhua Wang. The genus Ficus (Moraceae) used in diet: Its plant diversity, distribution, traditional uses and ethnopharmacological importance. Journal of Ethnopharmacology Volume 226, 15 November 2018, Pages 185-196

V.Kuete, B. Ngameni, C.C. Fotso Simo, R. Kengap Tankeu, B. Tchaleu Ngadjui, J.J. M. Meyer, N. Lall J.R. Kuiate. Antimicrobial activity of the crude extracts and compounds from Ficus chlamydocarpa and Ficus cordata (Moraceae). Journal of Ethnopharmacology Volume 120, Issue 1, 30 October 2008, Pages 17-24

S. HIRSCH, F. GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya Verlag

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