Fäkaler Okkultbluttest iFOBT zur Darmkrebsfrüherkennung

Bluttests zur Darmkrebs-Früherkennung werden immer aussagekräftiger. © Romaset / shutterstock.com

Jeder Fäkaler Okkultbluttest (ifobt) zur Darmkrebsfrüherkennung iFOBT detektiert nur einen Teil aller Adenome und Karzinome, Goldstandard der Darmkrebsvorsorge bleibt die Koloskopie.

Er ist völlig schmerzfrei, wird zu Hause durchgeführt und richtig angewendet liefert er zuverlässige Ergebnisse: der immunologische fäkale Okkultbluttest, kurz iFOBT. Auf dem Markt sind zurzeit mehr als ein Dutzend Tests, die sich in mehreren Punkten stark unterscheiden. Sie variieren beispielsweise darin, ab welcher Menge okkultem Blut sie reagieren und wie häufig sie nicht auswertbar sind. Hier fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) einheitlich hohe Qualitätsstandards.

 

iFOBT sind Teil der Darmkrebsvorsorge zur D

Dieser von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Stuhltest ist von den Anwendern zu Hause durchführbar und als Ergänzung zum Angebot der Vorsorgekoloskopie gedacht. 2017 hat er den bis dahin gebräuchlichen FOBT (fäkaler Okkultbluttest) abgelöst, der weniger sensitiv auf das Adenokarzinom reagiert hat und dessen Testergebnis durch die jeweilige Ernährungsweise des Testenden stark beeinflusst werden konnte. Dennoch gibt es Kritikpunkte: „In Deutschland werden nur zugelassene, also geprüfte Tests von den Krankenkassen bezahlt. Das sollte eigentlich für eine flächendeckend gleiche Qualität sorgen. Doch dem ist nicht so“, erklärt Professor Dr. med. Frank Kolligs, DGVS-Experte und Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie am Helios Klinikum Berlin-Buch. „Im Jahr 2019 waren 12 verschiedene iFOB-Tests zugelassen. Der Schwellenwert für die Detektion von Blut im Stuhl war zwischen 4 und 25µg/g. Die Rate positiver Tests lag zwischen 1,9 und 20,3 Prozent“, führt Kolligs weiter aus.

 

Nur die besten Tests einsetzen

Demnach kann bei ein und derselben Person ein positives oder negatives Ergebnis vorliegen, je nachdem, welcher Test benutzt wurde. Die große Varianz in der Sensitivität für die Detektion von Blut im Stuhl ist aber nicht der einzige Kritikpunkt: „Die Tests werden von den Anwendern selbst durchgeführt, die Einfachheit in der Anwendung ist daher ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Testes. Denn wird der Test falsch durchgeführt, ist er nicht auswertbar“, führt Kolligs weiter aus. Die Anzahl nicht auswertbarer Tests beträgt je nach Test und Hersteller zwischen 0,6 und 12 Prozent. „Letztlich müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass der Goldstandard der Darmkrebsvorsorge die Koloskopie ist, jeder iFOBT detektiert nur einen Teil aller Adenome und Karzinome. Entscheidend ist daher, dass wir nur die besten Tests einsetzen, um möglichst viele Darmkrebsfälle und Todesfälle an Darmkrebs zu verhindern“, erläutert Kolligs.

„Die Darmkrebsscreening-Strategie steht auf soliden Füßen. Wir brauchen aber ganz dringend weitere Informationen darüber, was die in Deutschland eingesetzten iFOBTs in der Routine leisten. Das bedeutet, dass wir in der Lage sein müssen nachzuvollziehen, wie die Ergebnisse der Koloskopien nach positivem iFOBT sind“, fordert Professor Dr. med Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS. Nur so wird man in der Lage sein zu beurteilen, welche Rolle der immunologischen fäkalen Okkultbluttest iFOBT zur Darmkrebsfrüherkennung zukommt. Und ob die Strategie, verschiedene Tests zu verwenden, richtig ist. Hier braucht man dringend Transparenz, um verlässliche Standards zu etablieren.


Quelle:

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): www.dgvs.de

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